Tesla streicht den 'kostenlosen' Autopiloten: das Abo als Geschäftsmodell
Der Autopilot von Tesla war nie kostenlos. Er wurde im Basispreis des Fahrzeugs mitbezahlt. Jetzt zieht das Unternehmen von Elon Musk ihn aus bestimmten Modellen zurück, um Fahrer zum Abo zu zwingen. Der Schritt bestätigt ein Geschäftsmodell, das das wiederkehrende Abo über das Eigentum stellt – ein Trend, der sich schon in anderen Branchen zeigt. Doch das ist nicht die einzige Kontroverse: Der austauschbare Akku, der nie funktionierte, die Subventionen Kaliforniens und Musks milliardenschweres Vergütungspaket erschüttern das Vertrauen in den Hersteller.
Der Autopilot, der nie gratis war
Tesla hat den Basis-Autopiloten aus einigen Modellen entfernt und verlangt nun eine laufende Zahlung, um ihn zu behalten. Kritiker weisen darauf hin, dass das System Teil des Kaufpreises war und nun zu einer Zusatzkosten wird. Befürworter sehen darin einen Übergang zu Software as a Service, doch der Mangel an Transparenz stößt auf Ablehnung. Im Kern spiegelt die Debatte die Spannung zwischen Eigentum und Abo in der Autoindustrie wider.
Der austauschbare Akku: Subvention und Fehlschlag
2013 erhielt Tesla eine Subvention von Kalifornien für die Entwicklung eines Schnellwechselsystems für Akkus. Die Idee: Der leere Akku wird gegen einen geladenen getauscht, wie eine Gasflasche. Das System war nie im großen Maßstab tragfähig, erlaubte Tesla laut einigen Analysen aber, bestimmte Module zu standardisieren. Der Austausch eines Akkus in einem Model S kostet rund 20.000 Dollar – eine Summe, die ohne die Subvention höher ausgefallen wäre. Wie auch immer: Der Fall zeigt, wie Subventionen den Markt verzerren können.
Musks Gehalt: Ponzi-Schema oder echtes Unternehmen?
Das Vergütungspaket von Elon Musk, bewertet auf 50 Milliarden Dollar, ist vor den Gerichten in Delaware angefochten worden. Aktionäre behaupten, der Vorstand sei nicht unabhängig gewesen, mit Mitgliedern, die Musk nahestehen. Ein Richter in Delaware hat bereits zugunsten der Kläger entschieden, das Verfahren läuft aber weiter. Die Situation erinnert an den Fall Botín in Spanien, wo der Oberste Gerichtshof milliardenschwere Abfindungen billigte – nach dem Grundsatz: Was die Hauptversummlung genehmigt, ist erlaubt. Der Unterschied: In Delaware wird der Genehmigungsprozess geprüft, nicht nur das Ergebnis.
Fazit
Die Streichung des kostenlosen Autopiloten ist kein Einzelfall, sondern ein Symptom für ein Geschäftsmodell, das von Abos und Subventionen abhängt. Tesla bleibt an der Börse überbewertet, mit schrumpfenden Margen und wachsender Konkurrenz. Die Frage, die niemand beantwortet: Wie lange hält dieses Kartenhaus?
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