Dachgeschoss der 60er: 13 Grad trotz Heizkörpern

Altes Dachgeschoss in Spanien: 1.300 W Heizkörper, einfrierende Wärmepumpe und 73 % Luftfeuchtigkeit sorgen für Kälte.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Dachgeschoss der 60er: 13 Grad trotz Heizkörpern
Dachgeschoss der 60er: 13 Grad im Wohnzimmer und ineffiziente Heizkörper

Kann man trotz neuer Fenster und Dämmung frieren? Ja, wenn man in einem spanischen Dachgeschoss aus den 60ern wohnt. Das Beispiel zeigt eine Wohnung mit dreiseitigen PVC-Fenstern ohne Wärmebrücke, darunter eine unbewohnte Etage und ein kaltes Treppenhaus. Gemessen wurden 13 Grad im Wohnzimmer bei zwei Grad Außentemperatur. Auch mit Heizung steigt die Temperatur kaum.

Die Ausstattung ist nicht schlecht. Es gibt zwei elektrische Konvektoren mit je 1.300 W und eine Wärmepumpe, die zwar warme Luft bläst, aber regelmäßig zum Abtauen des Kompressors kalte Luft ausstößt. Ein Detail nervt besonders: Das Gerät verbraucht noch eine bis anderthalb Stunden nach dem Abschalten Strom. Die Wohnung hat 17,5 Grad, während der Entfeuchter 22-Grad-Luft abgibt und die Feuchtigkeit von 73 % auf 50 % senkt.

Innendämmung löst das Problem eines offenen Dachgeschosses nicht

Der häufigste Diagnosefehler ist die Schuldzuweisung an die Dämmung. Aufgesprühte Zellulose hilft, schafft aber keine thermische Trägheit. Innendämmung lässt die Mauern kalt und erfordert konstantes Heizen; Außendämmung nutzt die Masse des Gebäudes zur Stabilisierung. Bei nur einer Ziegelreihe und leichtem Dach ist das Verbesserungspotenzial gering.

Die Geometrie wiegt schwerer. Ein Dachgeschoss hat mindestens zwei, oft drei Fassaden und immer das Dach als Außenfläche. Ist die untere Etage leer und fehlt Nachbarschaftswärme, verhält sich die Wohnung wie eine isolierte Box. Zum Vergleich: In einem Gebäude der 80er mit beheizten Nachbarn sank die Temperatur nie unter 17 Grad.

Was kostet das Heizen einer Wohnung ohne thermische Trägheit?

Elektrische Konvektoren sind reine Widerstandsheizungen: Die gesamte Energie wird zu Wärme, aber die Kosten pro Kilowattstunde machen jede Stunde Komfort teuer. Zwei Geräte mit 1.300 W erzeugen über 2,5 kW Leistungsaufnahme. Eine Wärmepumpe reduziert die Rechnung, da sie mehr Wärme pro verbrauchtem Watt liefert als ein elektrischer Widerstand.

Das Kernproblem sind die Tarife. Bei Strompreisen von 30 Cent pro Kilowattstunde explodieren alle elektrischen Lösungen. Der Kontrast zeigt sich beim Nutzer einer Wohnung von 2002: Seine maximale Rechnung liegt bei etwa 80 Euro monatlich.

73 % Luftfeuchtigkeit, die niemand bemerkt, bis der Atem dampft

In kalten Wohnungen ist nicht nur die Temperatur das Problem, sondern auch Wasser. Bei 17 Grad und 73 % relativer Luftfeuchtigkeit dampft der Atem und die Finger werden taub. Haushaltsentfeuchter arbeiten effizienter in warmen Räumen; bei 16 Grad sinkt ihre Leistung, sodass sie länger laufen müssen. Mit 16 Grad Raumtemperatur und 65–70 % Feuchtigkeit gab das Gerät 21 Grad warme Luft mit 44 % Restfeuchte ab und verbrauchte dabei 400 W.

Auch die Lüftungsstrategie zählt. Mittagslüften funktioniert bei trockenem Wetter; bei Regen und Wolken drückt man bei 15 Grad eher Feuchtigkeit hinein als hinaus. Logisch ist erst entfeuchten, dann heizen, denn feuchte Luft zu erwärmen bringt keinen Komfort.

Pelletofen, Wärmepumpe oder Umzug?

Hier öffnen sich drei Wege. Der thermische Weg setzt auf einen Pellet- oder Holzofen (falls ein Schornstein vorhanden): intensive Wärme im Aufenthaltsraum, Küche als Rückzugsort, Heizdecken für den Rest. Der technologische Weg vertraut auf eine gut dimensionierte Wärmepumpe: Beispiele zeigen Wohnräume von 30 Quadratmetern, die in unter einer Stunde von 18 auf 24 Grad kommen, bei geringem Stromverbrauch.

Der strukturelle Weg wird selten diskutiert: echte Dämmung. Das Einblasen von Glaswolle in die Fassadenhohlschicht kostet für 90 Quadratmeter etwa 1.650 Euro, dauert einen Tag und erfordert keine Renovierung. Weniger spektakulär als ein neuer Ofen, aber es bekämpft die Ursache statt des Symptoms.

Und der radikale Weg: umziehen. Manche behaupten, dass Wohnungen ohne Dämmung und ohne Nachbarn oben oder unten wirtschaftlich ruiniert sind. Bei Innentemperaturen von 5 Grad in harten Wintern scheint das keine Übertreibung.



Der Winter endete ohne Dramen, aber das Thermometer zeigte nie die gewünschte Temperatur. Wer ein Dachgeschoss kauft, bekommt Aussicht, Licht und ein Dach, das ihm nicht gehört. Was er nicht kauft, ist die thermische Trägheit der Nachbarn – und genau diese sorgt wirklich für Wärme.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (461 Antworten).

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