Crypto Bullion: Versprechen von digitalem Gold ohne echten Markt

Crypto Bullion verspricht Renditen von 6%-12% pro Jahr und mehr Sicherheit als Bitcoin, doch ein Nutzer meldet null Handelsvolumen auf allen Märkten

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Crypto Bullion: ein Jahrzehnt Zukunftsversprechen ohne echten Handel

Wie hält sich eine Kryptowährung, die seit Jahren als die große Chance angepriesen wird und dennoch ein Handelsvolumen von null auf allen ihren Märkten aufweist? Crypto Bullion (CBX) präsentiert sich als digitale Währung mit anlegerfreundlichen Eigenschaften: 2% Inflation pro Jahr, Belohnungen für die Teilnahme am Netzwerk und eine Gesamtmenge von weniger als einer Million Münzen im Umlauf. Sein Algorithmus, der Proof of Investment-Stake (PoSP), verspricht Energieeffizienz und mehr Sicherheit als Bitcoin. Das Problem: Die Daten zu diesem Versprechen stützen die Erzählung nicht.

Ein Algorithmus verspricht Sicherheit, doch das Netzwerk bewegt sich nicht

Die Gründungsbotschaft von CBX, verbreitet in eigenen Foren und Kanälen, behauptet, die Münze werde „von einem einzigartigen und revolutionären Mining-Algorithmus angetrieben“, dem PoSP, der Halter dafür belohnt, ihre Münzen in der Wallet zu lassen. Der technische Vorschlag umfasst Blöcke alle 65 Sekunden, Erträge nach einer Stunde Teilnahme und einen jährlichen Zinseszins, der laut Dokumentation zwischen 6% und 12% liegt. Die Emission durch Proof-of-Work (PoW) endete am 1. Januar 2016, die anfängliche Inflationsphase im Juli 2014. Auf dem Papier ein abgeschlossenes und ausgereiftes Design. In der Praxis ein Ökosystem, das davon abhängt, dass jemand einsteigen will.

Die Antwort des Marktes ist vernichtend. Eine Zahl aus dem eigenen Tracking der Münze: 24-Stunden-Volumen auf allen Märkten: 0,0000000 mBTC. Das heißt, niemand kauft, niemand verkauft. Der Preis stürzt nicht ab, weil schlicht keine Transaktionen ihn bewegen. Wer das Projekt verteidigt, antwortet, „auf allen Märkten gibt es Höhen und Tiefen“, und schlimmer wäre ein Preis von null. Der Unterschied zwischen einem illiquiden Asset und einem Asset ohne Markt ist genau der, dass Letzteres keine Käufer hat.

Wo kann man Crypto Bullion kaufen?

Die häufigste Frage in jedem Gespräch über CBX hat eine unbequeme Antwort: an sehr wenigen Orten. Die Verantwortlichen des Projekts nennen selbst YoBit.Net und Cryptopia als Handelsplattformen. Darüber hinaus sind die Spuren minimal. Es gibt keine CryptoCertify-Zertifizierung —das Team begründet das damit, dass nur elf Münzen sie haben und es „noch nicht so notwendig“ sei—, allerdings gibt es einen öffentlichen Block-Explorer und der Wallet-Code ist offen.

Das Fehlen breiter Märkte ist kein Detail am Rande. Eine Kryptowährung ohne Liquidität kann weder als Zahlungsmittel noch als Wertspeicher funktionieren. Und wenn das Team selbst ein Prämienprogramm über 500 Dollar für Nutzungsideen für die Münze auflegt, beantwortet sich die Frage von selbst: Nicht einmal seine Initiatoren wissen so richtig, wozu sie gut ist.

Faucets, Masternodes und ein Roadmap, der sich seit 2015 zieht

CBX' Strategie zur Gewinnung von Nutzern bestand darin, kostenlose Münzen über Faucets zu verteilen —bis zu drei wurden gleichzeitig angekündigt— und die Teilnahme am Netzwerk als Einkommensquelle zu bewerben. Das Argument ist zirkulär: Wer teilnimmt, verdient an den Erträgen derer, die nicht teilnehmen. Wenn niemand einsteigt, gibt es keine Erträge zu verteilen.

2017 und 2018 wandte sich die Rhetorik den Masternodes zu, getauft auf den Namen BPN (Bullion Participation Nodes). Versprochen wurden Anonymität, Zuverlässigkeit und Knappheit, außerdem sollte eine künftige Mobile-App ermöglicht werden. Die Entwicklungsberichte folgten Schlag auf Schlag: Zerocoin-Patches, Mutex-Anpassungen, Hash-Probleme, Alpha-Versionen des 3.0.0-Tresors. Ein Tropfen technischer Updates, der nie zu einem funktionierenden Produkt wurde. Der Roadmap zog sich weiter, während das Netzwerk ohne Nutzer blieb.

Die Community antwortet: Skepsis und Spott

Der Ton der Antworten auf die CBX-Ankündigungen schwankt zwischen Ironie und Verachtung. „Betrug“, „Shitcoin“, „die Rückkehr der Shishi“, „schon wieder eine... wie viele sind es inzwischen?“ Manche weisen darauf hin, dass der Thread-Titel den Bitcoin-Namen nutzt, um Aufmerksamkeit zu erregen, andere erinnern daran, dass die einzige Handelsplattform „eine richtig miese und winzige“ ist. Auch ernstere Warnungen tauchen auf: Renditeversprechen bei einer Hochrisiko-Investition können für diejenigen, die sie aussprechen, schlecht enden.

Das Team selbst räumt ein, dass der Markt schwach ist und sie „viele Projekte im Kopf“ haben. Die Frage, die im Raum hängt, ist immer dieselbe: Wenn das Projekt so gut ist, warum verkaufen diejenigen, die es von innen kennen? Die offizielle Antwort —billig verkaufen, damit Neue einsteigen und das Netzwerk wächst— hat im Forum niemanden überzeugt.



Crypto Bullion sammelt seit Jahren dieselbe Versprechung mit demselben Ergebnis: eine Münze, die existiert, die Code hat, die einen Explorer hat, aber keinen Markt hat. Die 2% Inflation und die 6%-12% jährliche Rendite klingen gut, bis man fragt, woher das Geld kommt. Von denen, die später einsteigen, natürlich. Und die kommen vorerst nicht.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (89 Antworten).

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