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Coolbaby RS-97: Forennutzer sagt, sie schlägt die PSP nicht
Die Coolbaby RS-97 verspricht Doom- und Neo-Geo-Emulation für 35 €, doch Versionschaos führte dazu, dass ein Forennutzer sie weiterverkaufte.
Coolbaby RS-97: Die Konsole für 35 €, die laut einem Forennutzer die PSP nicht übertrifft
Eine Handheld-Konsole unter 40 € verspricht, Doom 2, Neo Geo und Mega Drive im Zug zu emulieren. Der Haken ist echt. Was keine Verkaufsanzeige erwähnt, ist, dass sich mindestens einer der Käufer Monate später von ihr trennte, überzeugt davon, dass kein chinesisches Gerät eine gebrauchte PSP noch immer nicht übertroffen hat. Die Coolbaby RS-97 RetroGame kam mit einer aktiveren Szene als die Dingoo auf den Markt, endete aber bei diesem Käufer auf Wallapop.
Das Gerät nutzt einen Ingenic JK4760-Prozessor mit 600 MHz, fast doppelt so schnell wie die 360 MHz der Dingoo. Mit OpenDingux hat die Community Emulatoren und Ports für Doom, Doom 2 und Quake hinzugefügt. Der Preis schwankte je nach Verkäufer und Kampagne: von den anfänglichen 45 Dollar auf 32 € im Angebot, über 38,50 € für das Modell 2.1 mit verbessertem Bildschirm. Es handelt sich um eine Konsole zum Basteln, nicht zur Vitrine.
Die Fallen der Versionen: 2.0, 2.1 und 3.0
Hier beginnt das Problem. Dieselbe Maschine kursiert mit mindestens vier Platinenrevisionen, und Emulatoren, die auf einer funktionieren, starten auf einer anderen nicht. Ein Käufer erhielt eine 3.0-Version und fand kein alternatives Firmware-Angebot; ein anderer verlangte ausdrücklich eine 2.0 oder 2.1, woraufhin der Verkäufer ihm nur Version 1 zusicherte. Das Ergebnis ist ein halbgarer Ökosystem, in dem die Kompatibilität vom gelieferten Los abhängt.
Die Community reagierte mit Patches, aber nicht immer rechtzeitig. Die Entwicklung stagnierte in einigen Bereichen, während der Gerätepark fragmentierte. Für reine Spieler funktionierte die Standard-Firmware; für Bastler war die Belohnung ein Labyrinth. Das Öffnen der Konsole zur Überprüfung der Platinenversion war der erste Schritt für jeden, der ins Modding einstieg.
Der Reiz des Bastelns und der Szene
Was an der RS-97 fesselt, ist nicht nur ihre Emulationsleistung, sondern wie leicht man eingreifen kann. Den Akku wechseln ist Routine: Es sind typische Nokia-Zellen, Ersatz kostet etwa 7-8 €. Auch der interne Speicher lässt sich austauschen. Diese Zugänglichkeit förderte eine sehr aktive Szene mit technischen Foren und einer Community, die jede Hardware-Revision sezierte. Anekdoten zeichnen das Gesamtbild: Der Displayschutzfilm war innen angebracht, sodass sein Entfernen eine zerknitterte Ecke hinterließ. Details, die ein poliertes Produkt von einem Experiment unterscheiden.
Lohnt sich eine PSP statt einer China-Konsole?
Diese Frage schwebt über allem, und die Antwort ist nicht einfach. Eine gebrauchte PSP Slim kostet rund 50 €, und ihre Retro-Emulatoren laufen gut. Das Problem ist nicht die Software, sondern die alternde Hardware: Gebrauchte Bildschirme haben oft Defekte, und Akkus sind die Schwachstelle. Originale kosten ein Vermögen; chinesische Kopien leeren sich laut einem Forennutzer innerhalb von 15 Minuten.
Darüber hinaus bietet die PSVita einen besseren Bildschirm und bewegt MAME flüssiger, aber die Gebrauchtmarktpreise sind explodiert, und sie hängt von proprietären Karten und Tricks wie SD2VITA ab. All dies treibt viele zurück zur PSP. Manche fassen es zusammen: Die PSP fühlt sich haptisch und materialtechnisch besser an und kostete 40 € – gut investiertes Geld. Das Problem ist, dass es keine neuen PSPs mehr gibt.
Was die RS-97 nicht schafft: SNES, N64 und PSX
Der versprochene Katalog ist riesig, aber nicht alles läuft. Neo Geo und Mega Drive sind spielbar, wenn auch mit Rucklern; SNES, N64 und PlayStation warten noch auf Feinschliff. Hier zeigt sich der technische Engpass: 600 MHz reichen für das 16-Bit-SNES und die PSX nicht aus. Die wiederkehrende Schlussfolgerung lautet, dass die Geschichte anders wäre, hätte man den 1-GHz-Prozessor der Revo verbaut. Zu diesem Zeitpunkt sollte ein Gigahertz nicht teuer sein.
Der Bildschirm hingegen ist eine Stärke. In Revision 2.1 erhöht das Panel Chimei Innolux EJ030NA-01B die Auflösung und sättigt die Farben stärker. Die Community erhielt zudem Zugriff auf die Bildverarbeitungseinheit (IPU), was die Tür öffnete, um Formatprobleme zu lösen. Gute Nachrichten, die für viele zu spät kamen.
Der kommende Nachfolger: Retrogame Plus mit JK4770-Chip
Während die RS-97 zerfiel, wurde eine Revision mit neuem Namen und besserer Technik angekündigt: der JK4770, moderner und vergleichbar leistungsstark wie die GCW-Zero. Das neue Modell fügt einen Analogstick links hinzu – der eigentlich das Steuerkreuz repliziert –, einen größeren Akku und entfernt den falschen GBA-Cartridge-Slot, um den Platz zu nutzen. Das Versprechen bleibt attraktiv, der Preis moderat. Wenn es hält, wird die Szene endlich eine stabile Basis zum Aufbau haben.
Die Bilanz ist unbequem. Das Gerät kostet 35 €, lässt sich zerlegen, hat austauschbare Akkus, ist ohne Angst hackbar und besitzt einen bemerkenswerten Bildschirm. Und dennoch gab mindestens einer seiner Käufer sie fast unbenutzt auf dem Gebrauchtmarkt zurück. Mit dieser Bilanz muss man fragen, ob das Problem nicht die Konsole war, sondern das Versprechen, dass günstige Retro-Emulation bereits gelöst sei. Wie viele Revisionen werden noch nötig sein, bevor es aufhört, ein Experiment zu sein?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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