Colau als Wohnungsministerin: Streit um Mietpreisbremsen

Ada Colau wird als neue spanische Wohnungsministerin gehandelt. Der Madrider Mietmarkt rechnet bereits mit Preisdeckelungen und einer Reform des Wohnungsgesetzes.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Colau als Wohnungsministerin: Streit um Mietpreisbremsen
Colau als Wohnungsministerin: Streit um Mietpreisbremsen

Ada Colau soll Ministerin für Wohnen werden. Oder sie wird gar nichts, denn ihre Zukunft liegt nicht in ihrer Hand. Dies ist zumindest die Hypothese, die auf einem Teil des Madrider Immobilienmarktes als sicher gilt und seit Anfang Juni, als ihr Wechsel ins Parlament angedeutet wurde, von niemandem dementiert wurde. Die ehemalige Bürgermeisterin von Barcelona hat sich seit der verlorenen Kommunalwahl am 28. Mai nicht geäußert, und ihr Einzug in den Ministerrat hängt von externen Verhandlungen ab: der Regierungsbildung und den Forderungen von Junts.

Das aktuelle Rauschen kommt nicht aus der Politik, sondern aus den Bilanzen. Es gibt Eigentümer, die die Nachricht als Warnung verstehen, und Bauträger, die bereits eine Überprüfung des Wohnungsgesetzes einkalkulieren. Beide Seiten gehen von etwas aus, das noch nicht sicher ist.

Vom Rathaus Barcelona zum Ministerium: Was noch zu klären ist

Die Beziehung zwischen Colau und Yolanda Díaz ist gut, was mehr wiegt als jedes Programm. Die Ex-Bürgermeisterin war es, die stark auf Sumar setzte und Podemos beiseite ließ, und politische Gefallen werden zurückgezahlt. Die als sicher geltende Wette positioniert zwei Frauen als neue Gesichter des linken Flügels der Regierung: Colau und Mónica García. Intern gesehen ist dies ein Schlag für Podemos, das bestenfalls das Sozialministerium besetzen könnte.

Es bleibt ein nicht unwesentliches Detail. Die PSOE würde nach dem Verschleiß durch das Gesetz "Nur Ja heißt Ja" das Gleichstellungsressort behalten, was Wohnen als logisches Ressort für Colau übrig lässt. Und wenn ihr Abgang bestätigt wird, ist Barcelona en Comú frei: Ohne ihre Anführerin ist ein Bündnis mit der PSC im Stadtrat deutlich einfacher. Die kommunale Politik Barcelonas wird weiterhin aus Madrid gesteuert.

Kann eine Ministerin die Mieten in Madrid festlegen?

Nicht allein, und das ist der Punkt, der in allen Prognosen wiederkehrt. Wohnraum ist Ländersache, und in Madrid bedeutet das, man muss sich mit der Regierung von Isabel Díaz Ayuso einigen, die nicht bereit scheint, auch nur einen Zoll nachzugeben. Ohne diese Zusammenarbeit beschränkt sich die reale Kapazität des Ministeriums auf das nationale Gesetz und politische Verhandlungen.

Manche gehen weiter und behaupten, dass mangels eigener Zuständigkeiten das Amt dazu neigt, über seine Kompetenz hinaus zu legislieren und die Arbeit des Parlaments zu untergraben. Dies ist eine häufige Kritik, wenn ein Ministerium in ein fremdes Feld eindringt, und diesmal gibt es einen Zusatz: Das wichtigste Instrument, die Gebiete mit angespanntem Wohnungsmarkt (Zonas tensionadas), wird auf Gemeinden und Regionen angewandt, die es einfach nicht umsetzen können.

Die Berechnung, die Eigentümer entlarvt

Das Szenario, das unter Vermietern kursiert, basiert auf einer konkreten Momentaufnahme: In der Stadt Madrid gab es damals 6.000 angebotene Mietwohnungen. Mit Preisobergrenzen gekoppelt an die Zahlungsfähigkeit, strengeren Regeln gegen Zwangsräumungen und abschreckenden Bußgeldern projiziert man 2.000 verfügbare Wohnungen und verdoppelte Preise. Die Nachfrage mit geringerer Kaufkraft zahlt nicht mehr: Sie mietet nicht mehr.

Die vollständige Berechnung, Schritt für Schritt aufgeschlüsselt, steht und fällt mit zwei Variablen und viel Wunschdenken. Dagegen steht das Argument des Leerstands: Über 150.000 unbesetzte Wohnungen in Madrid, laut der Referenz, die zur Entschärfung der Dramatik zitiert wird. Wenn es so viel Bestand gibt, wird es schwierig, zu behaupten, das Problem sei nur reguliertes Angebot.

Was die Bauträger erwarten

Der Verband der Bauträger in Madrid legte seine Einschätzung am 1. Oktober 2023 schriftlich nieder: Wenn sich eine Regierung Pedro Sánchez wiederholt, wird es eine Überprüfung des Wohnungsgesetzes geben, nicht aus ideologischen Gründen, sondern «aus technischen Fragen und Zuständigkeiten». In diesem Satz steckt alles. Die Überprüfung würde die Preiskontrolle nicht abschaffen, sondern sie in den entsprechenden Kompetenzrahmen einordnen.

Manche lesen darin einen verdeckten Rückzug, andere das Gegenteil: Dass Sumar jede Neuordnung nutzen wird, um diese Zuständigkeiten einzufordern. Mit dem geltenden Text und der schwebenden parlamentarischen Arithmetik sind beide Lesarten möglich. Und keine davon kann bisher überprüft werden.





Die erste greifbare Konsequenz wird kein Preis sein, sondern eine Ankündigung. Wenn der Investiturpakt geschlossen wird und Colau in den Ministerrat eintritt, wird der Madrider Mietmarkt die Erwartungen anpassen, bevor auch nur ein einziges Dekret veröffentlicht wird: Einige Eigentümer werden Angebote zurückziehen, andere Verträge beschleunigen. Wenn der Pakt nicht zustande kommt, bleibt all diese Berechnung ein gut begründetes Zukunftsmodell. Die einzige sichere Wette ist heute, dass noch niemand die Bärenhaut verkauft hat.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (255 Antworten).

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