Norwegen, Paraguay oder Asien: Was Auswandern aus Spanien wirklich kostet

Norwegen sucht Arbeitskräfte für Lachsfabriken, ein Forum-Nutzer schätzt die Lebenshaltungskosten in Asien auf 800 € pro Monat, und das Ticket wird selten tatsächlich gekauft.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Norwegen, Paraguay oder Asien: Was Auswandern aus Spanien wirklich kostet
Auswandern aus Spanien: Norwegen, Paraguay und Südostasien

Am 2. Januar, noch im Kater einer Silvesternacht, die anders aussah als erwartet, entschied sich jemand zum Absprung. Der Ablauf ist vertraut: Ein Dezember, der das Jahr geraderückt, eine letzte glückliche Nacht und innerhalb von 48 Stunden zwei Wellen von Rückschlägen – erst persönlich, dann beruflich und finanziell –, die die Euphorie zur Illusion machen. Daraus entsteht eine Liste von Empfängern für einen Abschied ohne Schönfärberei: Geschäfte, Freunde, Beziehungen, Familie, das Land.

Gefragt wird nicht nach einem Businessplan oder einer Million-Idee. Man will wissen, wie man einsteigt, welche Papiere nötig sind und ob es einfache Jobs gibt, mit denen man ohne Kopfschmerzen überleben kann. Toiletten putzen, sagt er, ist egal. Eine Erklärung, die mit den Kleingedruckten fast aller genannten Ziele kollidiert: Deutschland, Irland, Schweiz, Norwegen, Australien, Kanada. Die USA werden sofort ausgeschlossen: Hineinkommen, sagt er, sei unmöglich.

Norwegen: Lachsfabriken, die einstellen, ohne zu verführen

Das erste Ziel mit konkreten Jobaussichten ist Norwegen. Dort werden Menschen für Fabriken gesucht, in denen Lachs zerlegt wird, nicht für die Fischerei auf dem Meer. Das Profil ist klar definiert: Harte körperliche Arbeit, für junge Leute, mit Überstunden und guter Bezahlung, gedacht, um einige Monate Vollgas zu geben und mit Ersparnissen zurückzukehren. Als Notfallplan funktioniert es. Als Lebensprojekt eher weniger.

Laut den Berichten ist dies ein Job, um für einige Monate hart zu arbeiten und zu sparen, keine Karriere. Die Ablehnung des Interessenten war sofortig: Er sucht nicht den Burnout durch Schichtarbeit, sondern einen ruhigen Ort mit einem einfachen Job. Diese Diskrepanz – zwischen dem, was der ausländische Arbeitsmarkt bietet, und dem, was der Kandidat idealisiert – zieht sich durch das gesamte Gespräch. Auch Frankreich wird erwähnt, wo Landwirtschaft und Airbus-Standorte Arbeitskräfte absorbieren; allerdings nur mit vorheriger aeronautischer Qualifikation.

Paraguay: Wächst, bleibt aber Dritte-Welt-Land

Die lateinamerikanische Option taucht in allen Prognosen auf. Ein Forennutzer behauptet, Paraguay wachse seit etwa zehn Jahren mit einer Rate von 7-8% jährlich, mit europäischen Unternehmern – vor allem Deutschen –, die kleine Geschäfte eröffnen, und einem Staat, der sich kaum in das Leben der Einwohner einmischt und wenige Steuern erhebt. Dies wäre, so heißt es, eine Freiheit, die in Europa nicht mehr denkbar ist. Der Nachbar Brasilien versorgt es mit Kohlenwasserstoffen und anderen Ressourcen, woraus Synergien entstehen.

Der Gegenpol ist groß. Es bleibt ein Entwicklungsland, und wie ganz Lateinamerika kann politische Instabilität jederzeit alles durcheinanderbringen. Und das Kleingedruckte wiegt schwer: Wer ohne Ideen, ohne Beruf und ohne Flugticket ankommt, kommt nicht voran. Uruguay erscheint laut einem anderen Forennutzer als die seriöseste und stabilste Option in Südamerika.

Was kostet das Leben in Asien? 800, 1.500 und 2.000 Euro monatlich

Für wen, der nicht arbeiten möchte, funktioniert Südostasien als buchhalterisches Paradies. Ein Forennutzer nennt drei Stufen: Mit 800 Euro monatlich lebt man gut in einer nicht-touristischen Stadt; mit 1.500 steigt man auf; mit 2.000 lebt man komfortabel. Das wichtige Detail ist, dass in diesen Ländern die lokalen Löhne niedrig sind, sodass das Ziel aus Ersparnissen oder aus dem Ausland mitgebrachten Einkünften finanziert wird, nicht durch einen Vertrag bei Ankunft.

Es gibt einen Fall, der die Logik zusammenfasst: Ein Auswanderer, der sechs Monate im Jahr nach Spanien zurückkehrt, sich als Gärtner abrackt und den Rest des Jahres zwischen Wellen und einem alten Motorrad verbringt; mit einem Partner mietet er Immobilien von Einheimischen, saniert sie und vermietet sie an Touristen weiter, ein Geschäft, das Einheimische mangels Kapital nicht betreiben können. Niedrige Preise, ja. Aber mit eigenem Kapitaleinsatz, und das ist die wiederholte Schlussfolgerung.

Kanada und Australien: Chancen, Kälte und Neuanfang

Kanada erscheint als Joker der Chancen, mit dem Hinweis, dass der Winter Heizung erfordert und Ausgaben verursacht, die in Spanien nicht einkalkuliert werden. Die Kälte ist kein ästhetisches Detail: Sie verändert das Haushaltsbudget, und dazu kommt die Einsamkeit, weit weg von den Seinen zu sein. Jemand mit realer Erfahrung in Schottland und Australien behauptet, dort sei alles einfacher und die Menschen authentischer. Die Rückkehr kam in seinem Fall durch Umstände, die er nicht näher beschreibt.

Die Landung ist jedoch nicht freundlich. Im Ausland ist man Immigrant, beginnt von vorne, und die ersten Jobs sind Kinderbetreuung oder T-Shirts falten. Viele wollen danach nicht zurückkehren. Auf der anderen Seite der Waage steht das häusliche Argument: Spanien ist ein günstiges Land, und ein stabiler Job in einer Provinzhauptstadt kann ein besseres Leben bieten als ein Ingenieurstitel, der im Ausland schlecht bezahlt wird.

Der Plan, den fast niemand ausführt

Hier stockt das Gespräch. Wer wirklich geht, tut dies laut einer Strömung mit Plan, erledigten Hausaufgaben und einer Monate zuvor getroffenen Entscheidung, nicht beim vierten Drink. Das Muster der fantasievollen Flucht – sich ein anderes Land als Entwurf des eigenen Lebens vorstellen – wiederholt sich und endet fast nie in einem gekauften Ticket. Du sagst das seit Jahren, fassen sie zusammen, und du bist immer noch am selben Ort.

Der grundlegende Einwand ist nicht wirtschaftlicher Natur, sondern persönlicher: Wer mit seiner Umgebung unglücklich ist, wird es kaum mit einer anderen sein, denn das Problem reist im Koffer mit. Und eine letzte Ebene: Manche behaupten, Spanien sei trotz aller Mängel eines der besten Länder, um ohne zu arbeiten zu leben, und genau deshalb droht derjenige, der am meisten mit Gehen kokettiert, am wenigsten tatsächlich zu bewegen.

Mit diesen Bausteinen bleibt die Entscheidung offen. Norwegen zahlt, Paraguay wächst, Asien verbilligt und Kanada empfängt. Die einzige Zahl, die in keiner Tabelle auftaucht, ist, wie viele Menschen tatsächlich das Ticket kaufen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (217 Antworten).

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