China fertigt 7-nm-Chips ohne die von den USA blockierte Lithografie

SMIC will 7-nm-Chips ohne EUV-Lithografie herstellen, mit DUV und unter Umgehung des US-Vetos gegen ASML. Der Markt reagierte kaum, der Abstand zu Apple bleibt.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

China fertigt 7-nm-Chips ohne die von den USA blockierte Lithografie
China fertigt bereits 7-nm-Chips ohne die von den USA blockierten Maschinen

Lässt sich ein Halbleiter mit 7 Nanometern ohne die Lithografie herstellen, deren Verkauf an China die USA verbieten? Die Hinweise deuten darauf hin, dass es geht. SMIC, der größte chinesische Halbleiterhersteller, behauptet, seit dem Vorjahr 7-nm-Chips zu produzieren, und der Fund kam ans Licht, als ein chinesischer Chip unter 7 nm in einer Karte für das Kryptomining entdeckt wurde. Es gab keine triumphale Ankündigung und keine Pressekonferenz: Die Information kam durch die Hintertür und widerlegte die Erzählung, das Technologieveto habe China aus dem Spiel geworfen.

Ein 7-nm-Chip in einer Mining-Karte: Was man weiß und was nicht

Das Auftauchen dieser Komponente wirft drei Fragen auf, die niemand beantwortet hat. Wurde eine ASML-Maschine über alternative Wege beschafft? Wurde ein eigenes Lithografiegerät entwickelt? Oder greift man auf eine andere Technologie zurück? Die verfügbaren Antworten sind unvollständig, und man sollte den Fund nicht mit einem Nachweis industrieller Großserienfähigkeit verwechseln. Das Überprüfbare ist bescheidener: SMIC gibt an, die 7 nm erreicht zu haben, und zwar mit Maschinen der vorherigen Generation, nicht der neuesten.

Darin liegt der Kern der Sache. Der Unterschied zwischen der Fertigung eines Spitzenchips im Labor und der Produktion von Millionen mit akzeptabler Ausbeute ist derselbe wie zwischen dem Kochen eines Gerichts und dem Aufziehen eines Restaurants. Das Detail – wie viele Wafer weggeworfen werden, was jede Einheit kostet – ist genau das, was in den Schlagzeilen fehlt, und dort wird sich entscheiden, ob dies ein Meilenstein oder eine Prestigeübung ist.

EUV, DUV und das Veto gegen die Niederlande, das alles veränderte

Der Knoten der ganzen Geschichte ist die Lithografie. Um mit Sicherheit unter 14 nm zu kommen, braucht es extreme Ultraviolettlithografie (EUV), und dort ist der dominierende Anbieter die niederländische ASML. Der US-Schachzug bestand darin, ein Gesetz zu verabschieden, damit der Rest der Welt es befolgt: Die USA drohten den Niederlanden mit Vergeltung, falls ASML Lithografie unter 14 nm an jemanden außer ihnen verkauft. Mit diesem Riegel bestand der chinesische Weg darin, die tiefe Ultraviolettlithografie (DUV), eine ältere Technologie, bis an Grenzen auszureizen, die viele für unmöglich hielten.

Die daraus folgende Rechnung ist einfach zu formulieren und schwer umzusetzen: Wenn es für ein Land rentabel ist, Spitzentechnologie zu fertigen, wird es sie letztlich erreichen, auch wenn man ihm Steine in den Weg legt; wenn nicht, wird es sie nicht schaffen, selbst wenn der Weg frei ist. Die Frage ist also nicht, ob China es kann, sondern zu welchem Preis und in welcher Zeit.

Der Markt blieb ungerührt: ASML legte um 2 % zu

Hier sollte man vom geopolitischen Podest auf das Parkett herunterkommen. Mit der Nachricht auf dem Tisch legte ASML um 2 % zu, was darauf hindeutet, dass die Anleger den Fund nicht als Anfang vom Ende des niederländischen Anbieters lasen. Manche argumentieren, der chinesische Fortschritt bestätige das Lithografiegeschäft; dagegen spricht das Argument, dass jeder alternative Knoten die dominierende Position erodiert, wenn auch langsam. Vorerst zuckte der Markt mit den Schultern.

Das vollständige Bild umfasst Taiwan und Korea. TSMC und Samsung liegen weiter vorn, und mehrere Analysen betonen, dass ein 7-nm-Knoten nicht mit dem gesamten Ökosystem eines Marktführers konkurriert. Die eigentliche Grundsatzdebatte ist, ob das westliche Veto Technologieschutz oder im Kern Protektionismus ist, der sich als nationale Sicherheit tarnt.

Von Billigherstellern zu Referenzen: der asiatische Präzedenzfall

Denjenigen, die die chinesische Technologie wegen ihrer Qualitätskontrolle als Müll abtun, sollte man in Erinnerung rufen, dass Japan und Korea genau damit angefangen haben: Hersteller billiger und unzuverlässiger Produkte. Und schauen Sie sie sich heute an. Das Muster wiederholt sich mit einem entscheidenden Unterschied: China startet von einer enormen industriellen Basis und einem sehr anspruchsvollen Bildungssystem in den Naturwissenschaften, was die Wahrscheinlichkeit erhöht, Talente hervorzubringen.

Die weiterhin offene Lücke: Apple hat bereits die 3 nm

Der Kontrapunkt kommt aus Cupertino: Apple hat die 3-nm-Chips bereit, während SMIC bei den 7 nm liegt. Und hier sollte man, mit Verlaub der Enthusiasten, daran erinnern, dass dieses Spiel nicht den belohnt, der ankommt, sondern den, der früher und in Volumen ankommt. Der Knoten ist weiterhin nicht gelöst: Niemand weiß noch, wie viele dieser chinesischen Wafer gut herauskommen.

Klar ist, dass der Riegel nicht mehr hermetisch ist. Und diejenigen, die seit Jahren den chinesischen Technologieschwund ankündigen, verschieben seit ebenso vielen Jahren den Termin.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (104 Antworten).

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