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Chemsex in Spanien: Anstieg sexuell übertragbarer Infektionen
In Galicien entfielen 63 % der HIV-Neuinfektionen zwischen 2019 und 2021 auf Männer, die Sex mit Männern haben. Ein Blick auf die Folgen von Chemsex.
Chemsenschem: 48 Stunden Party, am Montag zur Arbeit
„Man startet am Freitag und endet um drei Uhr nachts am Montag; um sieben muss man aufstehen, um zur Arbeit zu gehen.“ So beschreibt L., ein 40-jähriger Lehrer mit HIV, die Situation in einem Bericht der La Voz de Galicia vom 26. November 2023 über Drogen- und Partyszenen unter mehreren Männern in Vigo. Dies ist keine skurrile Ausnahme, sondern ein Muster, das zunehmend in Arztpraxen sichtbar wird und Gesundheitskosten verursacht, die niemand offen benennen möchte.
Die Zahlen sind eindeutig. Zwischen 2019 und 2021 traten zwei Drittel aller HIV-Infektionen in Galicien (63 %) bei Männern auf, die Sens mit Männern haben, so die Daten des Sergas (galicischer Gesundheitsdienst). Der heterosenshetero Kontakt folgt mit großem Abstand. Das Bicho diskriminiert nicht, aber das Patientenspektrum hat sich gewandelt: Infektionen durch gemeinsame Spritzen sind selten geworden. Die Übertragung erfolgt nun über Dating-Apps, Nachrichten wie „Chill, wir sind vier“ und Wochenenden, die den Montag auffressen.
Der Fall des Lehrers, der nach 48 Stunden Party unterrichtet
Was das Thema zu einem prioritären Problem macht, ist nicht die Praxis selbst, sondern wer sie ausübt. Ein Lehrer, der um sieben Uhr morgens unterrichten muss, HIV hat und vor seinen Schülern ein Wochenende intensiven Konsums hinter sich bringt, ist der Auslöser für öffentliche Empörung. Ein Teil der Debatte fasst dies zynisch zusammen: Qualität im öffentlichen Bildungswesen.
Der Bericht beschreibt den Ablauf nüchtern. Nach der positiven Diagnose achtete V. einen Monat lang sehr auf sich. Im nächsten Monat kehrte er zu den Sessions zurück, mit der einzigen Vorsicht, solche zu meiden, die länger als einen Tag dauerten. Die Abhängigkeit entsteht nicht durch Sens, sondern durch die Substanzen, gibt er zu: Man hält nur wegen der Droge durch.
Die Gesundheitskosten, die niemand thematisiert
Das Spektrum der damit verbundenen Erkrankungen ist breit und teuer. Tests und Behandlungen für Chlamydien und Gonorrhö (Rektum, Penis, Rachen), Hepatitis A und B, HIV, Genitalherpes, Syphilis, HPV, Affenpocken, Depressionen und Angststörungen sowie Hämorrhoiden, Fissuren, Fisteln, Rektalkrebs oder chronisch-entzündliche Darmerkrankungen. Eine detaillierte Aufstellung der Kosten dieser Untersuchungen und Therapien im öffentlichen Gesundheitssystem ergibt eine überraschende Summe, die kaum jemand öffentlich kalkuliert.
Parallel dazu zeigt sich ein pharmakologisches Paradoxon. Trotz verbreiteter PrEP (HIV-Präexpositionsprophylaxe) und der klinischen Tatsache, dass ein HIV-Positiver mit undetektierbarer Bicho nicht ansteckend ist, sinken die Fälle nicht. Sie nehmen zu. Jemand formulierte es spöttisch: Die Pille verhindert die Infektion, aber die Zahl der HIV-Fälle steigt weiter an.
Opfer oder Verantwortlicher? Der Kern der Kontroverse
Hier bricht jeder Konsens. Manche argumentieren, dass die Bezeichnung „Opfer“ für Personen, die exzessiv illegale Drogen konsumieren und ungeschützten Sens über ganze Wochenenden praktizieren, eine individuelle Entscheidung schönredet: Wer Geld für illegale Drogen hat, sollte auch für deren Konsequenzen aufkommen können. Dem steht entgegen: Sucht ist keine Wahl, und die Behandlung der öffentlichen Gesundheit als Strafe ist teurer als Prävention.
Eine dritte, leisere Strömung erinnert daran, dass diese Verhaltensweisen nicht die gesamte Community definieren und die Mehrheit der Männer, die Sens mit Männern haben, an solchen Sessions nicht teilnimmt. Dazwischen vergiftet die Debatte durch Beschimpfungen der Gruppe und Vergleiche mit dem Fentanyl-, Xylazin- und Nitazen-Problem in den USA. Dieses Rauschen übertönt das Wesentliche.
Offene Fragen des Falls
Der Bericht schließt nichts ab, und darin liegt sein Wert. Es gibt keine Gesamtsumme der Kosten, kein klares Protokoll für betroffene Lehrkräfte und keine Antwort auf die Grundfrage: Sollte das Gesundheitssystem Süchtige und chronisch Kranke gleich behandeln? Während Experten betonen, dass „undetektierbar gleich nicht übertragbar“ ist, steigen die Infektionszahlen weiter. Niemand hat bisher erklärt, warum beide Aussagen gleichzeitig wahr sind.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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