Ceuta und Melilla: Marokko startet seine 'Grüne Marsch 2.0'

Marokko investiert 50 Millionen in Organisationen, die Ceuta beanspruchen, setzt elektronische Kriegsführung ein und erhöht seine Militärausgaben um 20%: Der Druck auf die spanischen Exklaven wächst.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Ceuta und Melilla: Marokko startet seine 'Grüne Marsch 2.0'
Marokko macht Druck auf Ceuta und Melilla – mit Sánchez in Madrid

Ein ziviles Komitee, das die Souveränität über Ceuta und Melilla beansprucht. Fünfzig Millionen Euro, investiert in Organisationen, die nach der WM 2030 für den Anspruch werben. Bataillone für elektronische Kriegsführung in der Nähe der beiden autonomen Städte. Und marokkanische Militärausgaben, die 2025 nahe 6 Milliarden Dollar liegen, fast 20% mehr in vier Jahren. Die Abfolge besteht aus Schlagzeilen, die sich angesammelt haben und das zeichnen, was in den Hinterzimmern bereits als Grüne Marsch 2.0 bekannt ist: anhaltender Druck, ohne sichtbare Panzer, auf die beiden spanischen Exklaven in Nordafrika.

Der Auslöser ist nicht neu. Die massenhafte Einreise von Migranten nach Ceuta Ende Juli, mit Zahlen, die die Regierung selbst nach oben korrigiert hat —mehr als 96.000 Menschen gegenüber den ursprünglich vom Innenminister genannten 72.000—, hinterließ eine Stadt am Limit: Camps in den Vierteln, Zwischenfälle am Strand von El Trampolín, Festnahmen nach Übergriffen auf Beamte und eine Spur von Bildern, die das Misstrauen nährten. Auf diesem fruchtbaren Boden findet der marokkanische Anspruch Anklang.

Der CNI (Spaniens Geheimdienst) hatte schon vor dem 30. Juli gewarnt, wie aus gesammelten Informationen hervorgeht: Die Nachrichtendienste registrierten Aufrufe in sozialen Netzwerken, die Tausende mobilisierten. Die Frage, die über der ganzen Angelegenheit schwebt —warum der Übergang El Tarajal nicht von Anfang an geschlossen wurde— bleibt ohne offizielle Antwort und ist Gegenstand von Ermittlungen der Audiencia Nacional (Spaniens Nationalgericht).

Warum wählt Marokko gerade diesen Moment?

Die vorherrschende Lesart der Analysen ist die der Gelegenheit. Mit einer geschwächten spanischen Regierung und einer US-Regierung, die bereit ist, wegzusehen, dürfte Rabat ein solches Fenster seit Jahrzehnten nicht gehabt haben. Manche halten die Kombination aus innerer Schwäche und internationalem Schweigen für das ideale Umfeld, um in den kommenden Jahren Druck zu machen. Dagegen spricht das Argument, dass eine offene Annexion den NATO-Schirm und die Handelsbeziehungen zu Brüssel zerstören würde – ein Kostenfaktor, den Marokko offenbar nicht auf einmal tragen will.

Was es tut, ist, Figuren zu bewegen. Die Verstärkung der spanischen Militärpräsenz in Ceuta, Melilla, auf den Kanaren und Balearen in dieser Woche folgt dieser Logik. Auch die Erlaubnis für Soldaten, im Notfall Waffen einzusetzen, wie die lokale Presse berichtete. Das sind Abschreckungsgesten, keine Kriegserklärung.

Die Migrationskrise, die nicht endet

Die Erzählung der Invasion hat eine Spur unbequemer Daten hinterlassen. Die Regierung räumt inzwischen mehr als 96.000 Einreisen ein, 34% über der Zahl, die der Innenminister im Kongress verteidigt hatte. Die Stadt erlebte Räumungen von Camps in Poblado Regulares und El Tarajal, danach arbeiteten mehr als 200 Reinigungskräfte. Und die Anspannung in der Nachbarschaft war ständige Begleiterin: Kundgebungen vor dem Parador La Muralla, Proteste vor dem Hotel, in dem Minister Ángel Víctor Torres untergebracht war, und eine zivile Fahneneides-Feier, die Tausende ins Zentrum brachte.

Die Kluft zwischen offizieller Version und Realität vor Ort ist der Treibstoff des Misstrauens. Ein Teil der Analyse hält fest, dass Sánchez sich weigert, das Gesetz zu ändern, das Sofortzurückweisungen erleichtern würde; ein anderer erinnert daran, dass die EU wegsah, während die PSOE in Brüssel einen Änderungsantrag durchbrach, damit Marokko Zugang zu Industriehilfen erhält. Der Kontrast lädt jedenfalls zum Nachdenken ein.

Der Preis der Ambiguität

Marokko erhöht seine Militärausgaben, setzt elektronische Kriegsführung ein und finanziert zivile Organisationen, die die Exklaven beanspruchen. Spanien verstärkt seine Positionen und erlaubt den Waffeneinsatz zur Selbstverteidigung. Dazwischen eine Bevölkerung in Ceuta, die mit ansieht, wie ihre Stadt seit 2015 leer wird und wie im Gesundheitswesen die Inkubatoren fehlen, während Kinder neu angekommener Familien zur Welt kommen. Die Politik der Gesten hat ihren Preis, und er wird von den Üblichen bezahlt.

Offen bleibt, ob all das eine Ablenkungsmanöver ist, um andere Themen zu überdecken —der Fall Aldama schwebt über dem Gespräch— oder das Vorspiel zu etwas Ernsterem. Die Daten deuten auf Letzteres hin. Die Geschichte lehrt, dass man es nie glaubt, bis es passiert.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (2815 Antworten).

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