Carvajal: Podemos finanziert durch chavistisches Geld

Ex-Geheimdienstchef Venezuelas sagt vor Richter García-Castellón aus und behauptet, Podemos sei illegal von Caracas finanziert worden.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Carvajal: Podemos finanziert durch chavistisches Geld
Carvajal: Podemos finanziert durch chavistisches Geld

Hugo „El Pollo“ Carvajal, ehemaliger Chef des venezolanischen Geheimdienstes, erschien am Montag vor dem Richter des Nationalen Gerichtshofs (Audiencia Nacional) Manuel García-Castellón. Er gab Informationen preis, die laut Justizquellen Podemos-Führer mit illegalen Aktivitäten im Zusammenhang mit dem chavistischen Regime belasten. Die Aussage, die etwas über eine Stunde dauerte und auf eigenen Wunsch stattfand, erfolgte kurz vor seiner möglichen Auslieferung an die USA wegen Drogenhandels. Carvajal beantragte den Status als geschützter Zeuge; das Gericht hat darüber noch nicht entschieden.

Laut denselben Quellen waren die Aussagen über die von Pablo Iglesias gegründete Partei „von großer Relevanz“, wurden jedoch ohne dokumentarische Belege gemacht. Der Richter gab Carvajal eine kurze Frist, um Dokumente vorzulegen, die seine Anschuldigungen stützen, welche er angeblich auf mehreren USB-Sticks hat. Das Verfahren, in dem er geladen wurde, wurde nach seiner Verhaftung in Spanien 2019 eröffnet und konzentrierte sich auf internationale Verbindungen der ETA; bei der Anhörung am Montag bot er auch Daten zur Hisbollah an.

Was Carvajal aussagte und welche Beweise es gibt

Carvajal behauptete, Podemos habe irreguläre Finanzierung über Venezuela erhalten und könne die Beteiligung kubanischer Behörden belegen. Er erklärte sich bereit, Daten über Zahlungen preiszugeben, die der ehemalige Botschafter in Venezuela unter der Regierung von José Luis Rodríguez Zapatero, Raúl Segarro, erhalten haben soll, und sagte, er habe einen USB-Stick mit diesen Informationen. Die Anhörung wurde für geheim erklärt. Carvajal erschien mit seinem Anwalt, aber nicht als Beschuldigter.

Die Aussagen erfolgten ohne angehängte Dokumentation. Der ermittelnde Richter setzte eine kurze Frist, um Dokumente zu sammeln, die seine Behauptungen über Illegalität bei Podemos-Führern und andere Terrorismusdaten stützen. Carvajal verpflichtete sich dazu und erwähnte Informationen auf verschiedenen USB-Sticks, die mehrere Länder betreffen.

Verfahren könnte wieder aufgenommen werden

Diese Aussage könnte zur Wiederaufnahme der Ermittlungen führen, die der Nationale Gerichtshof 2016 zur Finanzierung von Podemos eingeleitet hatte. Dieses Verfahren kam nicht voran – es wurden nur Zeitungsausschnitte eingereicht – und wurde vorläufig eingestellt. Es könnte wiederbelebt werden, wenn Richter García-Castellón die Beiträge von Carvajal als ausreichend ansieht.

Carvajals Schritt zur Zusammenarbeit mit der Justiz kommt, als er kurz vor der Auslieferung an die USA steht, wo er wegen Drogenhandels gesucht wird. Der ehemalige Vertraute von Hugo Chávez und Nicolás Maduro wurde letzte Woche gefasst, nachdem er sich über ein Jahr versteckt hatte, um die vom Nationalen Gerichtshof vereinbarte Übergabe zu vermeiden.

Nach der Feststellung reichte er alle möglichen Rechtsmittel beim Nationalen Gerichtshof und beim Obersten Gerichtshof ein, um die Übergabe zu stoppen, und bot erneut Zusammenarbeit an. Dies tat er auch nach seiner ersten Verhaftung in Spanien. Damals konzentrierte sich sein Angebot auf Verbindungen zwischen ETA und FARC. Nach der Haft änderte er die Strategie. Er erschien wie vereinbart vor dem Gericht, aber die Zusammenarbeit blieb folgenlos. Justizquellen glauben, dass eine effektive Zusammenarbeit jetzt seine Übergabe verzögern könnte.

Politische Risiken für Podemos und PSOE

Politisch hat die Aussage den Konflikt zwischen den Regierungsparteien neu entfacht. Einige Analysen besagen, dass bei erfolgreichen Anschuldigungen der Schaden bei Podemos läge, während die PSOE als Wahlgewinner hervorgehen würde, indem sie den Verfall des Partners nutzt, ohne direkte Kosten zu tragen. Andere weisen darauf hin, dass die PSOE auch durch die Ära Zapatero und die Segarro zugeschriebenen Zahlungen belastet ist, was die Angelegenheit breiter macht.

Manche sehen die Aussage als Versuch Carvajals, seine Auslieferung zu verzögern, und bezweifeln ihren juristischen Wert ohne Dokumente. Dagegen spricht, dass der Richter eine Frist gesetzt hat und das Verfahren von 2016 formal noch lebt. Optimistisch gesehen könnte die Zusammenarbeit ihm erlauben, in Spanien zu bleiben; pessimistisch erwartet man, dass Washington die Forderung aufrechterhält und die Gerichte die Übergabe genehmigen.

Aktueller Stand

Zum Zeitpunkt dieser Berichterstattung gibt es keine gerichtliche Entscheidung über den Antrag auf geschützten Zeugenstatus oder die Wiederaufnahme des Verfahrens. Der Richter gab eine kurze Frist für Dokumente. Der Nationale Gerichtshof und der Oberste Gerichtshof haben die Aussetzung der Übergabe an die USA bisher abgelehnt. Die Sache liegt nun bei den Ermittlungen und den ausstehenden Rechtsmitteln.



Wichtige Fakten

  • Aussage vor Richter Manuel García-Castellón dauerte etwas über eine Stunde.
  • Verfahren eröffnet nach Verhaftung in Spanien 2019.
  • Ermittlungen zur Finanzierung von Podemos 2016 eröffnet und vorläufig eingestellt.
  • Carvajal letzte Woche nach mehr als einem Jahr im Versteck gefasst.
  • Oberster Gerichtshof lehnte sofortige Aussetzung der Übergabe an die USA ab.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (130 Antworten).

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