Carrefour erstattet die doppelte Differenz bei Überzahlung
Eine Packung mit zwei Joghurts, wegen nahem Verfallsdatum auf 0,35 Euro reduziert. An der Kasse kostet sie 1,25 Euro. Die Differenz wird doppelt zurückerstattet. Dieser Mechanismus hat Preisfehler bei Carrefour in eine Einkommensquelle für einen Teil der Kundschaft verwandelt: Die Kette kompensiert das Doppelte der Differenz, wenn der Scannerpreis den Regalpreis übersteigt. Mit dieser Regel stellt sich nicht mehr die Frage, ob man falsch abkassiert wird, sondern wie viel man aus dem Fehler herausholen kann.
Die Berechnung der Joghurts, die am Ende kostenlos waren
Fall eins. Drei Packungen Toffee-Joghurt von La Lechera, markiert mit 0,35 Euro pro Stück wegen nahem Ablaufdatum — es blieben noch fünf Tage — während der normale Preis 1,25 Euro für zwei Einheiten beträgt. An der Kasse wurden sie zum vollen Preis berechnet: 3,75 Euro. Reklamation beim Kundenservice und 5,40 Euro zurück, das Doppelte der Differenz von 2,70 Euro. Ergebnis: 1,65 Euro Guthaben und sechs Joghurts zu Hause.
Die detaillierte Aufstellung erklärt den Reiz der Aktion. Für jeden erkannten Fehler wird eine feste Marge erzielt, die nicht vom Endpreis des Produkts abhängt: Je stärker der Rabatt aufgrund des nahen Datums ist, desto größer ist die Lücke zwischen Etikett und System. Und genau diese Lücke wird verdoppelt.
Sechs industrielle Tortillas für 0,75 Euro pro Stück
Zweiter Fall, diesmal gezielt gesucht. Zwei Kartoffel-Tortillas à 600 Gramm — eine mit Chorizo, eine mit Spinat — markiert mit 1,49 Euro, aber kassiert zu 2,40 und 2,05 Euro. Da die Entschädigung doppelt erfolgt, wird der Kauf dreimal pro Sorte wiederholt: sechs Einheiten, 13,35 Euro Ausgabe und 8,82 Euro Rückzahlung. Endpreis: 0,75 Euro pro Tortilla, ein Drittel des Etikettenpreises und günstiger als ein halbes Dutzend Eier. Insgesamt 3,6 Kilogramm Essen für 4,53 Euro, also 1,26 Euro pro Kilogramm.
Ein Detail des Verfahrens ist wichtig: In beiden Fällen wurden die Etiketten entfernt, bevor das Geld ausgehändigt wurde. Wer versucht, den Trick zu wiederholen, sollte nicht damit rechnen, sowohl das Produkt als auch die Erstattung zu behalten.
Was ist der Unterschied zwischen Mindesthaltbarkeits- und Verbrauchsdatum?
Die meisten dieser Preise stammen nicht von einem Verbrauchsdatum, sondern vom Mindesthaltbarkeitsdatum, zwei Begriffe, die die Gesetzgebung trennt und die Käufer täglich verwechseln. Das Verbrauchsdatum betrifft die Lebensmittelsicherheit und ist sehr leicht verderblichen Produkten vorbehalten; das Mindesthaltbarkeitsdatum betrifft Qualität und Geschmack. Der Rabatt erscheint bei wenigen Tagen Restlaufzeit, wobei behauptet wird, dass kein reales Risiko bestehe. Demgegenüber steht das Gesundheitsargument: Ein reduziertes Produkt bleibt ein Produkt nahe seinem Datum, und die Lagerbedingungen sind genauso wichtig wie der Rabatt.
Umpackung und Kassenpreise, die nicht mit dem Regal übereinstimmen
Das Muster wiederholt sich zu oft, um Zufall zu sein, wie mehrere Käufer bestätigen: Der Regalpreis und der an der Kasse angezeigte Preis weichen häufig voneinander ab, und nicht immer zugunsten des Kunden. Es kursieren auch Warnungen vor Umpackungen in Supermärkten mit Tray-Maschinen — Fisch und Fleisch —, wo ein Produkt, das sich seinem Datum nähert, mit neuer Verpackung auftauchen kann. Diese Praktiken lassen sich mit den verfügbaren Daten nicht überprüfen, und gerade deshalb schüren sie Misstrauen.
Manche gehen weiter und argumentieren, dass die Entschädigungspolitik selbst als kommerzieller Köder fungiert: Der Fehler wird toleriert, weil die Rückerstattung Kunden bindet. Das erste Mal ist verständlich. Dass der Fehler beim nächsten Einkauf erneut auftritt, nicht mehr.
Die Grenze zwischen Sparen und Ausnutzen
Hier scheiden sich die Geister. Eine Strömung verteidigt, dass dies die Durchsetzung des Verbraucherrechts sei: Wenn der Preis nicht übereinstimmt, existiert die Entschädigung, und ihre Nutzung ist nichts anderes als die Ausübung eines Rechts. Andere nennen es beim Namen — Diebstahl — und behaupten, dass das Ausnutzen eines fremden Fehlers eine Linie überschreitet, die man erst sieht, wenn man sie überschritten hat. In der Mitte liegt das unangenehmste Argument: Die Mehrheit prüft den Bon nicht, sodass der Fehler, wenn niemand reklamiert, zum Umsatz für das Geschäft wird.
Der Ton verschärft sich schnell, sobald das Thema berührt wird. Dann tauchen Geschichten anderer auf: Treuepunkte, die gegen Küchenmesser eingetauscht wurden, eine Waage, die zehn Tage vor Ablauf der Garantie reklamiert wurde, oder ein Rundgang durch die Regale, wo Etikett und Kasse nicht immer zusammenpassen. Die reale Ersparnis existiert, aber auch ihr Kostenfaktor in Zeit und Reibung.
So weit die Zahlen. Was offen bleibt, ist die grundlegende Rechnung: Wenn diese Richtlinien zur doppelten Rückerstattung überleben, zahlt jemand dafür im Preis aller anderen Dinge. Und wenn sie verschwinden, werden Preisfehler weiterhin auftreten, ohne dass fast jemand hinsieht.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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