Carrefour-Öl für 18 €: gleiche Fabrik wie Elf, Zweifel an den Additiven
Eine Steuernummer auf dem Etikett, A-78428455, verweist auf ELF OIL ESPAÑA, S.A., eine Tochter der Gruppe Totalfinaelf. Das ist der Ausgangspunkt einer Diskussion, die unter Fahrern schon seit Jahren schwelt, weil sie sich weigern, 32,90 € für einen Kanister Elf Excellium zu zahlen, während die Eigenmarke des Supermarktes 24 € kostet und mit der Aktion „Zweite Einheit zum halben Preis“ auf 18 € pro fünf Liter kommt. Die Ersparnis von 14,90 € pro Gebinde ist genau die Art von Zahl, die jeden zum Staunen bringt, der sein Öl zweimal im Jahr wechselt.
Die Frage ist, ob diese Ersparnis irgendwo anders bezahlt wird. Die kurze Antwort: Niemand weiß es sicher. Die lange Antwort ist dieser Artikel.
Was der Hersteller sagt und was sich überprüfen lässt
Die Steuernummer auf dem Gebinde gehört zu ELF OIL ESPAÑA, S.A., deren Muttergesellschaft die Totalfinaelf España, S.A. ist. Die Marken der Gruppe sind Total, ELF, Gulf und Fina Oil. Nach den Spezifikationen ACEA A3/B4 und API SL/CF entsprechen die 5w30- und 5w40-Öle von Carrefour der Mittelklasse der Gruppe: Elf Excellium, Total Clasic, Fina First 400. Nicht herausfinden ließ sich, um welche konkrete Linie es sich handelt und ob die Gruppe exakt dasselbe Produkt unter verschiedenen Marken abfüllt. Ebenso unklar ist, ob das Öl, das Carrefour verkauft, eine andere Formulierung hat oder nur ein anderes Gebinde.
Der Fall des 5w50 ist undurchsichtiger. Von den Marken der Gruppe hat nur Fina Oil je einen 5w50 hergestellt, der inzwischen nicht mehr auf der Website auftaucht, auf Märkten wie Japan aber noch zu finden ist. Manche behaupten, Mobil stelle ihn her, Carrefours Lieferant bis 2005 – doch diese These scheitert am Detail der Steuernummer: Auf dem Gebinde steht dieselbe wie bei Total.
Das Additiv-Argument: Billiges Öl ist nicht dasselbe
Der häufigste Einwand betrifft nicht die Herkunft, sondern die Formel. Additive sind einer der Posten, die ein hochwertiges Öl am stärksten verteuern, und der Verdacht ist, dass Eigenmarken nur das absolute Minimum enthalten. Dass ein Ersthersteller das Öl produziert, heißt nicht, dass es dasselbe Produkt ist: Es kann dieselbe Basis und dieselben Zertifizierungen haben, aber ein anderes Additivpaket.
Daraus ergibt sich der Rat, die Wechselintervalle nicht auszureizen. Mit einem billigen Öl den Motor bis 15.000 Kilometer oder mehr laufen zu lassen, ist ein Wagnis, das viele nicht eingehen wollen. Bei alten oder einfach konstruierten Motoren ist das Risiko geringer; bei modernen Motoren mit langen Intervallen wird der Spielraum enger.
Die Norm API SL: ein Öl von 2001 im Jahr 2014
Das 5w40 von Carrefour erfüllt API SL, eine Norm aus dem Jahr 2001. Es gibt neuere Kategorien, SM (2004) und SN (2010), die anspruchsvoller sind. Dieses Detail ist wichtig: Ein Öl kann die Spezifikationen der Betriebsanleitung erfüllen und trotzdem hinter der aktuellen technischen Grenze zurückliegen. Für einen elf Jahre alten Saugbenziner reicht SL aus. Bei einem neuen Motor mit Partikelfilter oder langen Intervallen sieht die Sache anders aus.
Der 5w50 und Motorräder: die unerwartete Nische
Der 5w50 hat ein unerwartetes Publikum: Motorradfahrer. API-SL-Öle enthalten keine Reibungsminderer, die die ölgekühlten Nasskupplungen beschädigen, die die meisten Motorräder haben. Dazu kommt, dass Motorräder häufigere Ölwechsel verlangen und der 5w50 teuer ist – die Ersparnis multipliziert sich also. Ein Vergleichstest einer französischen Zeitschrift platzierte das Carrefour-Öl auf dem zweiten Platz beim Preis-Leistungs-Verhältnis, hinter einer anderen Eigenmarke, Extralub. In spanischen und französischen Motorforen finden sich keine negativen Bewertungen des Carrefour-Synthetiköls, eher das Gegenteil, und niemand meldet Schäden, die auf seine Verwendung zurückgehen.
Der Fall Renault Supercinco: 5w30 in einem Motor von 1988
Ein konkreter Fall zeigt die Grenzen der Diskussion. Ein Renault Supercinco Baccara mit Sierra-Motor, 1.397 ccm und 72 PS, Doppelvergaser, fast 26 Jahre alt und 79.000 echte Kilometer, wechselte von einem Mineralöl zu einem 5w30 von Carrefour. Der Motor begann, sich feiner und runder anzuhören, heizt sich weniger auf. Der Ölstand sank in den ersten 1.000 Kilometern um keinen Tropfen. Doch die Warnung der Erfahrenen ist deutlich: Ein 5w30 ist für diesen Motor viel zu dünn; üblich wäre ein 15w40 alle 5.000 Kilometer oder ein 10w40-Halbsynthetik alle 10.000. Empfohlen wird, alle 1.000 Kilometer den Peilstab zu prüfen und bei so einem Motor nie von SAE 5W auf 0W zu wechseln.
Eigenmarken als Kategorie: Alcampo, BOLK und bewusster Konsum
Das Muster wiederholt sich bei anderen Eigenmarken. Nach der Erfahrung eines Fahrers läuft ein 1.5-dCi-Diesel mit 85 PS mit dem 5w-Synthetiköl von Alcampo besser als mit dem Öl der offiziellen Markenwerkstatt. Ein 21 Jahre altes Auto mit 295.000 Kilometern fährt seit elf Jahren und 190.000 Kilometern problemlos mit Alcampo-Öl und springt im Kälte besser an als zuvor mit dem Halbsynthetik Selenia 10W40. Die Marke BOLK, erhältlich bei einem Ersatzteil-Shop, erfüllt SN für rund 24 € inklusive Lieferung.
Der Rat, der immer wieder kommt: Auf ACEA, API und SAE schauen, nicht auf die Marke. Kein Hersteller entwickelt ein neues Öl und durchläuft alle Tests für eine Eigenmarke; er verwendet dasselbe. Aber der Hersteller kann wechseln, und da liegt das Problem: Eine Eigenmarke garantiert keine Kontinuität beim Lieferanten.
Die offene Frage ist nicht, ob das Carrefour-Öl gut oder schlecht ist, sondern ob die Ersparnis von 14,90 € pro Kanister die Unsicherheit über die Additive aufwiegt. Für einen alten, einfachen Motor scheint die Antwort klar. Für einen neuen mit 30.000-Kilometer-Intervallen weniger. Und währenddessen verweist die Steuernummer auf dem Gebinde weiter auf dieselbe Fabrik wie das Elf, das fast das Doppelte kostet.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
Die ganze Diskussion lesen (29 Antworten).