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Carla Galeote: Kritik an Verurteilung von Migrantenvergewaltigungen
Feministin Carla Galeote verweigert die Verurteilung von Vergewaltigungen durch Migranten unter dem Vorwand der Islamophobie. Dies spaltet die feministische Bewegung in Spanien.
Verweigerung der Verurteilung je nach Täterherkunft
Eine Feministin, bekannt für das Filmen eines älteren Mannes in dessen Haus und das Hochladen des Videos in soziale Netzwerke, erklärt in einem Video, dass sie Vergewaltigungen durch Migranten nicht ausdrücklich verurteilen werde, da dies aus „Sarracinophobie“ geschehe. Die Paradoxie ist offensichtlich: Dieselbe Bewegung, die eine uneingeschränkte Verurteilung jeder Form von geschlechtsspezifischer Gewalt fordert, knüpft Bedingungen an, wenn der Täter eine ausländische Staatsangehörigkeit besitzt. Und genau hier beginnt der Konflikt.
Die Diskussion um dieses Video – mit über hundert Antworten – dreht sich nicht um einen Einzelfall. Es geht darum, ob der institutionelle Feminismus es sich leisten kann, zu wählen, welche Vergewaltigungen er verurteilt und welche er relativiert, abhängig von der Herkunft des Täters. Die überwiegende Mehrheit sagt Nein, mit einem wiederkehrenden Argument: Wäre der Täter Spanier, wäre die Verurteilung sofortig und ohne Einschränkungen erfolgt.
Das Argument der Sarracinophobie als Schutzschild
Der Kern des Videos ist einfach: Eine ausdrückliche Verurteilung von Vergewaltigungen durch Migranten würde laut dieser These sarracinophobe Diskurse schüren. Das heißt, die Verurteilung wird dem politischen Kalkül untergeordnet, wer sie nutzen könnte. Manche argumentieren, dass diese Logik die Opfer zum Kollateralschaden eines Kulturkriegs macht. Dem entgegen steht, dass selektives Schweigen genau das legitimiert, was man bekämpfen will.
Das am häufigsten genannte Datum in der Diskussion ist die Proportion. Es wird argumentiert, dass wenn die Migrationsbevölkerung etwa 10 % der Gesamtbevölkerung ausmacht und fast 30 % der Straftäter stellt, diese Überrepräsentation ein Faktum ist, das man nicht mit Adjektiven übertünchen kann. Die Zahl wird ohne Aufschlüsselung nach Nationalitäten genannt, und hier liegt die Schwachstelle: Ohne diese Aufschlüsselung sagt die Zahl weniger aus, als sie suggeriert. Aber auch die fehlende Aufschlüsselung macht das Phänomen nicht inexistent.
Die Falle der Statistiken nach Staatsangehörigkeit
Der technischste Punkt ist die Frage der Eingebürgerten. Es wird behauptet, dass ein Teil der 70 % der Kriminalität, die Spaniern zugeschrieben wird, tatsächlich auf eingebürgerte Personen entfällt, was jede Lesart nach Passaport verzerrt. Dies ist ein gewichtiges Argument: Die administrative Staatsangehörigkeit entspricht nicht der ethnischen Herkunft, und offizielle Statistiken kreuzen beide Variablen selten.
Die praktische Konsequenz ist, dass die Debatte auf schwankendem Boden stattfindet. Wer Daten nach Herkunftsland verlangt, stößt darauf, dass diese nicht in diesem Detailgrad veröffentlicht werden. Wer die Ausweisung verurteilter Ausländer fordert, stößt darauf, dass diese weder automatisch noch schnell erfolgt. Dazwischen bleibt das Gefühl, dass die offizielle Erzählung Ambiguität bevorzugt.
Feminismus, Migration und die Kosten der Ambiguität
Das Video hat dazu geführt, dass ein Teil des Feminismus in einer unbequemen Position dargestellt wurde: Uneingeschränkte Verurteilung von geschlechtsspezifischer Gewalt zu fordern, aber Nuancen anzubringen, wenn der Täter ein Migrant ist. Diese Widersprüchlichkeit wird durch das Sarracinophobie-Argument nicht gelöst, denn die Verurteilung eines Verbrechens ist keine Verurteilung einer gesamten Gruppe. Die Vermischung beider Dinge führt dazu, dass Schweigen als Komplizenschaft gelesen wird.
Manche verteidigen, dass sich der Feminismus auf den Täter konzentrieren müsse, nicht auf seine Herkunft, und dass die Einbeziehung der Migrationsvariable Rechtsensrecht in die Hände spiele. Das Problem ist, dass dieselbe Logik, invers angewendet, jahrelang dazu diente, bestimmte Profile nicht anzusprechen. Und die Opfer verstehen nichts von Kommunikationsstrategien.
Wie viele weitere Opfer sind nötig, damit die Verurteilung nicht mehr vom Pass des Täters abhängt?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
Die ganze Diskussion lesen (152 Antworten).
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