Estás usando un navegador desactualizado. Es posible que no muestre este u otros sitios web correctamente. Debe actualizar o usar un navegador alternativo.
Camilíns 'pregnant core': Anatomie eines Memes
Das 'Pregnant-core'-Meme über Spaniens Camilín mischt Glatze, extremen Geiz und einen verlorenen Blick. Eine Kneipen-Diagnose, die seit 164 Tagen kursiert.
Manche Memes sind nur ein Witz, und manche Memes sind eine Diagnose. Das, das diese Tage über Camilín kursiert —einer Figur, der man einen verlorenen Blick, eine fortgeschrittene Glatze und eine angebliche geistige Schwangerschaft zuschreibt—, gehört zur zweiten Kategorie. Alles begann mit einem Vorher-Nachher-Vergleich eines gewissen Camilín, der angeblich von einem gewissen Pazuzú 'schwanger gemacht' wurde, und endete als kleine Abhandlung über die moderne Männlichkeit. Glatze als Krankheit, Lonchafinismo (extremer Geiz) als Lebensphilosophie und der Blick eines angeblichen Lichtwesens sind die drei Säulen, auf denen der Witz ruht.
Glatze als Symptom, nicht als Ästhetik
Die erste Ebene des Memes ist kapillar. Manche behaupten, der frühe Rückzug des Stirnhaars sei nicht nur eine ästhetische Frage, sondern ein Symptom von etwas Tieferem: Die Natur spare Ressourcen, wenn sie merkt, dass der Nutzer sich nicht mehr fortpflanzen wird. Der Witz, im Kern eine Kneipen-Evolutionstheorie, ist zum Dreh- und Angelpunkt der Diskussion geworden. Der 'pregnant core' wäre in dieser Lesart das Ergebnis eines körperlichen und seelischen Verfallsprozesses, der an der Stirn beginnt und im Blick endet.
Nicht zum ersten Mal nutzt ein Meme die Glatze als Metapher. Neu ist hier der klinische Ton: Man spricht von 'Krankheit', 'Symptom' und 'Rückzug'. Es ist lustig, weil am Ende alle, die mitmachen, wissen, dass sie einen Bekannten beschreiben, keinen Patienten. Aber der Mechanismus funktioniert: Der Witz ist umso wirksamer, je mehr er einer Diagnose gleicht.
'Lonchafinismo' und das unbeheizte Haus
Die zweite Ebene ist ökonomisch. Irgendwann taucht in der Diskussion ein klassischer Vorwurf auf: ein Porsche und ein BMW zu besitzen, aber die Heizung nicht einzuschalten. Lonchafinismo —die Tendenz, im Alltag das Gürtel enger zu schnallen, während man mit dem Auto prahlt— wird hier als das eigentliche Problem dargestellt. An dem Tag, an dem die Heizung wirklich den Geist aufgibt, sagt jemand, verkaufe er das Auto und kaufe ein neues. In der Zwischenzeit: 15 Grad im Winter.
Der Witz hat einen wahren Kern: die Priorität des Scheins vor dem Komfort. In einem Land, in dem das Auto ein Statussymbol bleibt, ist es eine Entscheidung, die viele nachvollziehen können, in Karosserie statt in Heizung zu investieren. Das Meme erfindet nichts: Es übertreibt nur ein Muster, das existiert.
Der Blick des Lichtwesens
Die dritte Ebene ist die schwerste zu fassen. Man spricht von einem verlorenen Blick, von einem 'ätherischen Wesen', von jemandem, der wie aus einer Doku über Testosteronmangel und zu viel Flachbildschirm entschlüpft zu sein scheint. Der Vergleich mit Usain Bolt —'Du läufst ihm nachts über den Weg und lässt Usain Bolt wie eine Schnecke aussehen'— ist der meist wiederholte. Die Angst ist hier körperlich: die Vorstellung, dass die bloße Anwesenheit der Figur einschüchtert.
Insgesamt funktioniert das Meme, weil es drei zeitgenössische Ängste mischt: die Haare zu verlieren, das Geld zu verlieren und die Präsenz zu verlieren. Der 'pregnant core' ist die Summe aller drei. Und wie jedes langlebige Meme weiß man nicht so recht, ob es Spott oder Warnung ist.
Was bleibt von Camilín, wenn man das Meme abzieht? Ein Name, ein Foto und eine Reihe von Eigenschaften, die andere ihm angehängt haben. Am Ende lautet die Frage nicht, wer Camilín ist, sondern warum wir uns im Witz so wiedererkennen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
Die ganze Diskussion lesen (16 Antworten).
Ein Foto von Macarena Olona mit Linsen löst eine Debatte über Sangria, Mercadona und den Hahn von Barcelos aus. Der Humor bleibt auf halbem Weg zum Publizierbaren stehen.
Das Stereotyp des aufdringlichen Madrid-Bewohners wird anhand von Daten aus Gastronomie und Politik untersucht. Echte Frechheit oder ein Mythos, genährt von Nostalgie?
Ein SportsCenter-Tweet über die Reaktionen auf Alcaraz mit freiem Oberkörper löst die Debatte über männliche Objektifizierung und Doppelmoral im Sport neu aus.