CaixaBank Premier Banking: keine Gebühren, aber ein hartnäckiger Berater

Keine Gebühren und ein persönlicher Berater: So beschreiben ehemalige Barclays-Kunden in Spanien ihren Wechsel zur CaixaBank Premier Banking – nebst Kleingedrucktem in Form von Verkaufsdruck.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

CaixaBank Premier Banking: keine Gebühren, aber ein hartnäckiger Berater
CaixaBank macht zum Premiumkunden, wer eigentlich nur Gebührenfreiheit wollte

Die Übernahme von Barclays durch CaixaBank bescherte Kunden ein neues Etikett: Premier Banking. Keine Gebühren, persönlicher Berater und Zugang zu einer Private-Banking-Filiale. Auf dem Papier eine Beförderung. In der Praxis zeigt sich das Kleingedruckte, sobald man die Schwelle überschreitet: Der Berater hat Produkte zu platzieren, und der Kunde spürt das. Ein Jahr ohne Filialbesuch genügte, damit alles reibungslos lief; die Erneuerung der TAN-Karte reichte, um zu merken, dass der Luxusservice mit einem Verkaufsplan einhergeht.

Von Barclays zu CaixaBank: das Etikett, das niemand bestellt hat

Der Werdegang folgt fast einem generationenübergreifenden Muster. Kunde, der den Gebühren von La Caixa entflieht, landet bei Barclays mit gebührenfreiem Konto und Erstattung von Lastschriften – und stellt Jahre später fest, dass die britische Bank in Spanien nicht mehr existiert. Der Kauf führt ihn zum Ausgangspunkt zurück, nun in eleganterer Verpackung. Premier Banking, nennt man das. Spezieller Berater, Private-Banking-Filiale und – je nachdem, wer es erlebt – das Gefühl, dass das echte Interesse nicht dem Guthaben gilt, sondern dem, was sich damit anstellen lässt.

Der erste Besuch nach monatelanger Abwesenheit macht es deutlich. Die Erneuerung der TAN-Karte wird zum Gespräch über eine Rentenversicherung und einen Fonds-Sparplan. Der Kunde antwortet mit einem „Das muss ich mir gut überlegen“ und verlässt den Raum. Die Betreuung ist gut, das bestreitet niemand. Aber das Produkt kommt vor dem Service.

Was das Premiumkonto von CaixaBank wirklich bietet

Das Paket, wie es im Gespräch beschrieben wird, umfasst kostenfreie Kreditkarten, 24 Überweisungen und den regelmäßigen Verzicht auf die Gebühr für die Debitkarte. Die Visa Gold kommt mit Reiseschutzversicherung hinzu und erhebt – laut geteilter Erfahrung – keine Gebühr beim Bargeldabheben im Ausland. Ein Kunde nutzte sie in Asien ohne Aufschlag.

Das Problem ist nicht das Angebot. Es ist der Verkaufsdruck. Am hartnäckigsten werden Fondsdepots und Altersvorsorgepläne angepriesen. Wer Fonds hält, räumt ein, dass die Betreuung gut ist, beschreibt das Bohren aber als anstrengend. Die Taktik, die funktioniert: sagen, man melde sich, wenn man etwas braucht. Danach lässt der Nachdruck nach.

Die Filiale als Argument und als Drohung

Manche schätzen das Offensichtliche: eine Filiale nebenan. Andere formulieren es mit Galgenhumor und erwähnen die Versuchung, sie mitsamt allen Insassen anzuzünden. Der Satz fasst die Stimmung eines Teils der Kundschaft zusammen: physischer Komfort, Misstrauen im Kern.

Das andere Druckmittel ist die Kündigung. Wer Konten bei ING, Sabadell, ActivoBank und BBVA hat, kann sich leicht daran erinnern, dass er gehen kann. Wer bei der Santander kündigte – nach Stationen bei iSantander und ibanesto – spricht von einer Odyssee. Die Abwanderungsdrohung ist das einzige echte Gegengewicht zum anrufenden Berater.

Die Rechnung, die nicht aufgeht: null Gebühren, aber nicht gratis

Das Versprechen gebührenfreier Bankhaltung hält, solange der Kunde nichts ändert. Sobald das Gehalt zu einer anderen Bank wandert, trägt sich das Konto nicht mehr selbst, und es tauchen Gebühren auf, die erst nach Reklamation erstattet werden. Manche haben das jahrelang gemacht und am Ende ein Konto nach einem Jahrzehnt geschlossen. Der wahre Preis sind nicht die Gebühren: Es ist die Zeit, die man damit verbringt, für jede Abbuchung zu kämpfen.

Die Frage, die in der Luft hängt, ist, wie lange der Privilegienstatus hält. Solange Guthaben und abgeschlossene Produkte das Etikett rechtfertigen, bleibt die Behandlung. Wenn nicht, ist der Premiumkunde wieder nur eine Nummer. Und der Berater ein Verkäufer mit Terminplan.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (5 Antworten).

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