Cáceres: Mieten bis 700 Euro bei 15,53% Arbeitslosigkeit

In Cáceres liegen die Mieten zwischen 550 und 700 Euro, während die Arbeitslosigkeit bei 15,53% steht. Der Diskurs thematisiert zudem, dass 85% der jungen Menschen nicht ausziehen können.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Cáceres: Mieten bis 700 Euro bei 15,53% Arbeitslosigkeit
Cáceres: 15,53% Arbeitslosigkeit und Mieten von 700 Euro

Eine Dreizimmerwohnung im Viertel Cánovas in Cáceres wird laut einem Nutzerbericht, der dort gearbeitet hat, für 550 bis 700 Euro vermietet. Die Arbeitslosenquote derselben Stadt beträgt 15,53%. Angesichts dieser beiden Zahlen ist es keine soziologische Enigma mehr, sondern einfache Arithmetik, wenn 85% der jungen Menschen nicht in der Lage sind, sich selbstständig zu machen – eine Zahl, die im einleitenden Beitrag des Threads genannt wird. Der Funke wird durch denselben Beitrag gezündet, der die Szene beschreibt: Menschen, denen diese Preise normal erscheinen und die sich dann über die Abwanderung junger Leute beschweren, während sie gleichzeitig Mietpreisbremsen als untragbar und interventionistisch ablehnen. Daraus folgt der übliche Konflikt zwischen Regulierung und Neubau.

Was kostet das Mieten in Cáceres?

Wer dort monatelang gearbeitet hat, beschreibt die Situation präzise. In den besten Lagen der Hauptstadt Cáceres, wie Cánovas, bewegen sich Drei- oder Vierzimmerwohnungen zwischen 550 und 700 Euro. In der Altstadt, Nuevo Cáceres oder La Mejostilla deutlich weniger. Die Zielgruppe ist überschaubar: Beamte und Studenten. Außerhalb dieser beiden Profile ist es schwierig, Mieter zu finden. Und es gibt ein Detail, das oft vergessen wird: Was auf Immobilienportalen steht, ist der erste Preis, zu dem nicht vermietet wird, nicht der tatsächlich vereinbarte Vertragspreis. Das widerlegt sowohl Panikmache als auch Selbstzufriedenheit.

Die Rechnung des Eigentümers: Von 600 Euro auf 300

600 Euro Miete sind nicht gleich 600 Euro Gewinn. Die aufgeschlüsselte Kette sieht so aus: Die Einkommensteuer (IRPF) beansprucht 20%, übrig bleiben 450. Die Wohngebäudeversicherung kostet 30 Euro; übrig bleiben 420. Die Gemeinschaftskosten betragen 50; übrig bleiben 370. Reparaturen – Waschmaschine, Boiler, Geschirrspüler – kosten im Schnitt etwa 20. Die Grundsteuer (IBI) weitere 50. Netto-Gewinn: 300 Euro. Die Schlussfolgerung des Rechnenden ist kein sarracena Plädoyer, sondern eine Portfolioentscheidung: Für diesen Betrag lohnt es sich nicht, einen Mieter aufzunehmen, der möglicherweise nicht zahlt oder Schäden in Höhe von Tausenden Euro verursacht. Entweder man verlangt 900 Euro, oder die Wohnung bleibt leer. Lieber Gesundheit als 300 Euro im Monat, heißt es.

Mietpreisbremse oder öffentlicher Wohnungsbau?

Hier ist die Uneinigkeit fundamental. Eine Strömung vertritt die Ansicht, dass der einzige realistische Weg darin besteht, einen Bestand an öffentlichen Mietwohnungen aufzubauen, und dass jede gesetzliche Obergrenze ein Pflaster ist, das bereits gescheitert ist, sowie mehr Interventionismus, mehr Regulierung und mehr Macht für die Verwaltung. Die Gegenargumente kommen aus zwei Richtungen. Erstens: Öffentliche Mietwohnungen haben ein Verfallsdatum, denn nach zehn Jahren werden sie oft an Investmentfonds verkauft. Zweitens: Ohne Regulierung bringt Bauen nichts, weil Großinvestoren ganze Gebäude mit Rabatten kaufen, die Privatpersonen nie erhalten. Es wird diskutiert, wie schwerwiegend jeder Punkt ist: Gegen die These, dass Akkumulation die Preise treibt, argumentieren andere, dass der Bestand in Händen großer Eigentümer weniger als 3% der Gesamtzahl ausmacht und die meisten Vermieter nur eine Immobilie besitzen.

Von Angst vor Zahlungsausfällen zum zurückgehaltenen Angebot

Eine Familie berichtet, dass sie drei unbewohnte Objekte besitzt und diese nicht auf den Markt bringt, aus Angst vor Konflikten mit Hausbesetzern. Ihr Vorschlag ist mechanisch: Eine rechtliche Garantie, dass die Polizei nach dem zweiten Zahlungsausfall räumt, würde die Preise am nächsten Tag senken. Das Argument wird anders formuliert wiederholt: Rechtliche Unsicherheit ist ein Kostenfaktor, der letztlich auf die Miete umgelegt wird. Dagegen steht die entgegengesetzte Lesart: Die Preise bestimmt nicht der Markt, sondern jene, die die Not anderer ausnutzen, und jede mittelgroße Stadt ist zu einem schlechten Witz geworden.

Renten, Mieten und wer es sich leisten kann, nicht zu vermieten

Einer der meistdiskutierten Aspekte ist die Beziehung zwischen garantierten Einkommen und Wohnungspreisen. Es wird argumentiert, dass ein Eigentümer mit ausreichendem Einkommen das Geld nicht braucht und es sich daher leisten kann, die Wohnung leer stehen zu lassen, statt weniger als die Hälfte des Mieterlohns zu akzeptieren. Die Gegenreaktion fordert, Renten als Rückzahlung der während des Berufslebens geleisteten Beiträge zu betrachten und nicht als discretionary Leistung. Zwei Sichtweisen desselben Systems, und keine beantwortet die Frage, wo der zahlende Mieter lebt.

Mehr Nachfrage, weniger Bau

Ein weiterer Analyseansatz lenkt den Blick weg vom Vermieter: Wenn mehr Bevölkerung hinzukommt und wenig gebaut wird, steigen die Preise. Diese Erklärung gewinnt in der zweiten Hälfte der Diskussion an Gewicht. Hinzu kommt das im Thread zitierte Datum zur eigenen Abwanderung: Fast drei Millionen Spanier leben im Ausland, ein Anstieg von 4,2% gegenüber dem Vorjahr, was einige als Ergebnis – und nicht als Ursache – dafür lesen, dass hier kein Platz ist. Am Rande die klassische Ironie: Wer einen Partner sucht, der die Miete teilt, bleibt bis zum Jüngsten Gericht bei den Eltern.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (190 Antworten).

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