Bürgermeister Jácome muss 48.685 € wegen Mobbing einer Beamtin zahlen
Das Arbeitsgericht (Juzgado de lo Social) Nummer 2 in Ourense hat den Bürgermeister der spanischen Stadt, Gonzalo Pérez Jácome, und das Concello (Stadtrat von Ourense) verurteilt, gemeinsam und als Gesamtschuldner 30.000 Euro wegen immaterieller Schäden und weitere 18.685,25 Euro als Entschädigung für befristete Arbeitsunfähigkeit an eine Beamtin zu zahlen. Das im März 2025 bekannt gewordene Urteil stellt fest, dass sowohl der Bürgermeister als auch die Stadtverwaltung gegen die Vorschriften zum Arbeitsschutz verstoßen haben. Die Arbeitnehmerin, Stella González, Leiterin der Handelsabteilung von 2015 bis 2023, hatte seit der Übernahme des Bürgermeisteramts durch den Vorsitzenden von Democracia Ourensana eine Situation von Mobbing angezeigt. Das Urteil ist kein Einzelfall: Es ist bereits das dritte Urteil, das den Umgang der Stadtregierung mit ihren Bediensteten rügt.
Was das Urteil über das Mobbing der Beamtin sagt
Die Gerichtsentscheidung beschreibt ein Muster anhaltender Schikanierung über einen längeren Zeitraum. Laut Urteil setzte der Bürgermeister die Beamtin unter Druck, Akten in die eine oder andere Richtung zu entscheiden. Eine Kollegin in der Handelsabteilung sagte vor der Richterin aus, Jácome habe ihr gesagt, sie sei unfähig, und sie sei weinend ins Büro gekommen. Das Urteil hält auch Vorfälle fest, in denen sie übergangen wurde, etwa wenn der Bürgermeister sie in Angelegenheiten wie Schanigarten-Genehmigungen oder der Vergabe der Weihnachtsbeleuchtung umging.
Die Zeugenaussagen beschränkten sich nicht auf Kollegen derselben Etage. Zwei ehemalige Stadträte der Regierung von Democracia Ourensana, die zu verschiedenen Zeiten die Handelsabteilung leiteten, bestätigten die Vorwürfe. Die erste, María Fernández Dibuja, betonte vor der Richterin, dass der Bürgermeister die Beamtin unter Druck setzte, so zu entscheiden, wie er es wollte, und sie vor anderen Mitarbeitern als inkompetent, unfähig und schwachsinnig bezeichnete. Sein Nachfolger an der Spitze des Handelsreferats, Telmo Ucha, ebenfalls mit Jácome zerstritten, bestätigte diese Vorwürfe. Das Urteil zitiert den Bürgermeister wörtlich: «A esta, ni puro caso, hay que buscar la manera de poner a otra persona, se nota mucho que es del PP» (sinngemäß: "Um die kümmern wir uns verdammt noch mal nicht, wir müssen einen Weg finden, jemand anderen hinzusetzen, man merkt deutlich, dass sie von der PP ist").
Die vollständige Arbeitsunfähigkeit und die Angst-Depressions-Störung
Infolge all dessen ist die Beamtin seit August 2023 krankgeschrieben. Sie wurde an die psychiatrische Abteilung überwiesen und befindet sich derzeit in vollständiger Arbeitsunfähigkeit. Die Richterin beschreibt ihre Diagnose als eine "schwere gemischte Angst-Depressions-Anpassungsstörung in Chronifizierung, mit phobischen Manifestationen und Vermeidungsverhalten, infolge anhaltenden arbeitsbedingten Stresses durch feindseliges Verhalten ihrer Vorgesetzten, das mit ihrer Absetzung endete". Das Urteil betont, dass trotz der Arbeitssituation der Klägerin, die Vorgesetzten und Untergebenen bekannt war und in sozialen Medien sowie Print- und Onlinezeitungen verbreitet wurde, keinerlei Maßnahmen ergriffen wurden.
Das zur Prüfung ihrer Beschwerde eröffnete Verfahren wurde verfrüht geschlossen, ohne dass Maßnahmen ergriffen wurden. Die Beamtin hatte dem Rathaus die Mobbing-Situation schriftlich gemeldet, doch die Antwort der Stadtverwaltung war Verwaltungsschweigen. Ein weiteres Urteil erkennt ihr zudem das Recht auf Entschädigung für die Ausübung von Tätigkeiten einer höheren Kategorie als der ihr zugewiesenen an.
Dritte Verurteilung der Regierung von Democracia Ourensana
Dies ist das dritte Urteil, das die von Jácome geführte Regierung wegen ihres Umgangs mit Arbeitnehmern rügt, der in einigen Fällen als Mobbing einzustufen ist. Die früheren Verurteilungen betrafen die Leiterin der örtlichen Polizei und den kommunalen Rechnungsprüfer. Gegen diese Entscheidung kann Berufung eingelegt werden, wie bei den bereits bekannten geschehen. Der Fall von Stella González reiht sich in eine Liste von Gerichtsurteilen ein, die die Arbeitsweise der Stadtregierung in Frage stellen.
Die Beamtin, deren Fall die Kanzlei Vento vertrat, hatte seit der Übernahme des Bürgermeisteramts durch den Vorsitzenden von Democracia Ourensana eine Mobbing-Situation angezeigt. Das Urteil des Arbeitsgerichts Nummer 2 in Ourense stellt fest, dass sowohl Jácome als auch das Concello gegen die Arbeitsschutzvorschriften verstoßen haben. Die Gesamthöhe der Verurteilung beläuft sich auf 48.685,25 Euro.
Die Debatte über Krankschreibungen wegen Angstzustände und Erwerbsunfähigkeit
Das Urteil hat eine wiederkehrende Diskussion im spanischen Arbeitsleben neu entfacht: die Schwierigkeit, Krankschreibungen wegen psychischer Erkrankungen objektiv zu beurteilen. Manche behaupten, eine Krankschreibung wegen Angstzuständen oder Depressionen sei automatisch, sobald der Patient Gedanken im Zusammenhang mit Suizid erwähne, und der Arzt werde, selbst wenn er es nicht glaube, nicht riskieren, die Krankschreibung zu verweigern. Dagegen steht das Argument, dass psychische Gesundheit keine exakte Wissenschaft ist und es anders als bei einer körperlichen Verletzung keine objektiven Beweise für die Arbeitsunfähigkeit gibt.
Die optimistischste Lesart der Verteidiger des aktuellen Systems geht davon aus, dass die Krankschreibung ein legitimes Recht ist und die Medizinische Inspektion die Fälle überwacht, die sich zu lange hinziehen. Das pessimistische Szenario geht davon aus, dass eine Verlängerung garantiert ist, sobald die Krankschreibung gewährt wurde, wenn der Patient darauf beharrt, dass es ihm weiterhin schlecht gehe. In der Diskussion taucht der Vergleich mit Krankschreibungen von Männern auf: Es wird argumentiert, einem Mann würde man zwei Monate Krankheit geben und die Krankenkasse würde anrufen und der Inspektion melden, dass es ihm sehr gut gehe, während bei Frauen die Kontrolle weniger streng ausfiele. Offizielle Daten, die diese Asymmetrie belegen, gibt es nicht.
Die Kosten der befristeten Arbeitsunfähigkeit für die öffentliche Hand
Die Stella González gewährte Entschädigung für befristete Arbeitsunfähigkeit beläuft sich auf 18.685,25 Euro. Hinzu kommen 30.000 Euro wegen immaterieller Schäden. Die Gesamtschuld von Bürgermeister und Concello bedeutet, dass beide mit ihrem Vermögen haften, in der Praxis wird die Zahlung jedoch zu Lasten der Stadtkasse gehen. Die Beamtin ist seit August 2023 vollständig arbeitsunfähig, was bedeutet, dass ihr Gehalt weiterhin von der Verwaltung gezahlt wird.
Der Fall wirft eine unbequeme Frage auf: die tatsächlichen Kosten eines schlecht gemanagten Arbeitskonflikts. Das Fehlen vorbeugender Maßnahmen, die verfrühte Schließung des Verfahrens und die fehlende Reaktion auf schriftliche Beschwerden ergeben ein Szenario, das die Gerichte als Verstoß gegen die Arbeitsschutzvorschriften eingestuft haben. Die Rechnung zahlen am Ende die Steuerzahler.
Was mit den früheren Verurteilungen des Concello de Ourense geschah
Vor diesem Urteil war das Concello de Ourense bereits wegen Mobbing-Fällen der Leiterin der örtlichen Polizei und des kommunalen Rechnungsprüfers verurteilt worden. Beide Entscheidungen folgten demselben Muster: Urteile, die den Umgang der Regierung von Democracia Ourensana mit städtischen Arbeitnehmern rügten. Die Wiederholung der Verurteilungen zeichnet ein strukturelles Problem im Personalmanagement der Stadtverwaltung nach.
Der Bürgermeister, Gonzalo Pérez Jácome, wurde einst bekannt für Überraschungskontrollen seiner Bediensteten und twitterte, dass um 8:10 Uhr die gesamte Etage im Dunkeln lag und von den 10 Mitarbeitern der Abteilung keiner erschienen war. Dieses Bild eines gnadenlosen Managers gegen Absentismus steht im Kontrast zu den drei Verurteilungen wegen Mobbing. Die Ironie entgeht niemandem.
Der aktuelle Stand des Falls und die ausstehenden Rechtsmittel
Gegen diese Entscheidung kann Berufung eingelegt werden, wie bei den vorherigen geschehen. Der Fall ist nicht abgeschlossen. Die Beamtin, die kurz nach ihrer Kandidatur auf den Wahllisten der PP abgesetzt wurde, befindet sich weiterhin in vollständiger Arbeitsunfähigkeit. Das Urteil erkennt ihr das Recht auf Entschädigung für die Ausübung von Tätigkeiten einer höheren Kategorie an, zusätzlich zur Entschädigung für befristete Arbeitsunfähigkeit und den immateriellen Schäden.
Die Frage, die in der Luft bleibt, ist, ob diese dritte Verurteilung etwas an der Funktionsweise des Concello de Ourense ändern wird oder ob sie, wie die vorherigen, in einer Strafe enden wird, die die Steuerzahler zahlen, während der eigentliche Konflikt ungelöst bleibt. Die Justiz hat dreimal gesprochen. Die Verwaltung hat bisher keine Anzeichen gezeigt, dass sie zuhört.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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