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Bunbury kritisiert Handy-Nutzung bei Konzert
Enrique Bunbury protestiert während eines Konzerts gegen Zuschauer, die mit dem Handy filmen. Der Vorfall spaltet das Publikum und befeuert die Debatte um Aufnahmen bei Live-Events.
Bunbury geht bei Konzert wegen Handys der Zuschauer auf die Barrikaden
Darf ein Künstler sein eigenes Publikum dafür tadeln, dass es lieber durch eine Bildschirm sieht? Enrique Bunbury hat genau das getan. Mitten im Konzert wandte er sich an die Anwesenden und warf ihnen vor, „das ganze Konzert so“ zu verbringen – eine Haltung, die ihm, wie er sagte, jegliche Konzentration geraubt habe. Der Vorfall hat eine seit Jahren schwelende Debatte in jeder Venue neu entfacht: Ist das Handy des Nachbarn Teil der Show oder zerstört es sie?
Was beim Bunbury-Konzert passiert ist
Die Geste hat zwei Ebenen. Im Kern widerspricht kaum jemand der Diagnose: Ein Saal voller leuchtender Bildschirme, hochgestreckter Arme und LED-Blitze unterbricht die Verbindung zwischen Bühne und Publikum. In der Form jedoch irritiert das öffentliche Schimpfen über zahlende Gäste selbst jene, die inhaltlich zustimmen. Ein Künstler kann nicht erwarten, dass sein Publikum sich nach seinen Wünschen verhält, argumentieren Kritiker, die meinen, dieselbe Botschaft wäre vor Beginn und im richtigen Tonfall deutlich besser angekommen.
Die am häufigsten genannte Alternative ist simpel: Fünf Sekunden Warnung vor dem ersten Akkord. Keine Unterbrechungen, kein Tadel mitten im Song. Das Publikum live anzuschreien macht den Sänger zum Protagonisten eines unangenehmen Moments, nicht zum Verteidiger einer Sache. Auf der anderen Seite steht das Argument: Wer ein Ticket für die erste Reihe kauft, empfindet das Filmen als Teil des Preises, auch wenn es für die Person auf der Bühne nicht ideal ist.
Handy hochhalten: Vom Andenken zur Störung
Solche Vorfälle häufen sich. Ein Besucher eines Paul-McCartney-Konzerts im Dezember behauptet, 90 % des Publikums hätten das Spektakel aufgrund der Bildschirme kaum wirklich wahrgenommen. Ein anderer Fall illustriert eher das physische als das ästhetische Problem: Wer 1,85 Meter groß ist, hört oft auf, Live-Konzerte zu besuchen, weil er die Bühne hinter erhobenen Händen nicht mehr sehen kann. Auch gibt es Menschen, die beschlossen haben, AC/DC im Juli nicht zu sehen, um sich die Enttäuschung zu ersparen.
Auf der Gegenseite findet sich ein berechtigtes Nuance: Zwei Minuten Video verderben nichts. Die Kritik richtet sich an jene, die zwei Stunden lang filmen, nicht an jene, die einen Refrain festhalten. Man erinnert daran, dass früher Feuerzeuge und Klatschen üblich waren, wobei dieser Vergleich, so heißt es, nicht hält. Der eigentliche Feind wäre nicht das Telefon, sondern derjenige, der das gesamte Konzert über redet.
Was kostet heute ein Konzertbesuch?
Hier kommt die Ökonomie ins Spiel. Laut einem Teilnehmer haben die Preise Live-Erlebnisse zu Luxusgütern gemacht: 100 Euro sind bereits günstig, und das Übliche liegt zwischen 200 und 300 Euro pro Festival. Bei dieser Ausgabe wird das Ticket vom Kulturgut zur Investition, die Beweise verlangt. Von hier bis zum Posten von Videos in sozialen Medien ist es nur ein kurzer Schritt.
Das Argument – ich habe bezahlt, also filme ich, was ich will – kollidiert mit der Ansicht jener, die behaupten, die beste Erinnerung sei die, die keine Speicherkarte braucht. Die Diskussion kippt ins Generationale: Es wirkt, als interessiere das Erleben nicht, wenn man es nicht zeigen kann.
Welche Künstler verbieten Handys bei ihren Konzerten bereits?
Bunbury erfindet das Rad nicht neu. Adele lieferte bereits einen öffentlichen Streit mit einem Zuschauer, und manche weisen darauf hin, dass Bob Dylan noch einen Schritt weiter ging und den Trend vorgab: Live-Auftritte ohne Telefone. Der Thread erinnert an den Vorfall von Lou Reed aus dem Jahr 1980 als Präzedenzfall für Bühnen-Ausbrüche. Der Unterschied ist, dass das Publikum heute filmt, während es damals nur applaudierte.
Sachlicher Grund, laute Form
Zieht man alle Argumente zusammen, bleibt ein unbequemes Unentschieden. Die Diagnose ist verteidigbar; die Methode ist diskutabel. Zu den Beschwerden über den Verlust der Atmosphäre gesellt sich der Verdacht, dass der Ärger ein Symptom für etwas anderes ist: die Unfähigkeit damit umzugehen, dass das Publikum nicht mehr auf die Befehle der Bühne reagiert. Das Live-Erlebnis ist zu einem Konsumgut mit per Rechnung erworbenen Rechten geworden.
Und während die Branche diskutiert, ob Handys am Eingang konfisziert werden sollten, verhält sich der Zuschauer weiterhin gleich: zahlend, filmend und sich am nächsten Tag an kein einziges Lied erinnernd.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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