Brüssel entlarvt den Mythos: Niedrige Einkommen zahlen die höchsten Steuererhöhungen

Eine Studie der Europäischen Kommission zeigt: Spanien verzeichnet den dritthöchsten Anstieg der Steuern auf niedrige Einkommen in der EU, mit einem Plus von 13 Prozentpunkten seit 2015.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Die Europäische Kommission bestätigt es: Die Steuern auf niedrige Einkommen in Spanien sind weit über den europäischen Durchschnitt gestiegen

Ein Bericht der Europäischen Kommission zerstört die Erzählung der Regierung von der steuerlichen Pogre. Laut der Studie hat Spanien die effektiven Grenzsteuersätze für die niedrigsten Einkommen seit 2015 um 13 Prozentpunkte erhöht. Das ist der drittgrößte Anstieg in der gesamten Europäischen Union, nur übertroffen von Rumänien und Deutschland. Bei den unteren Mittelschichtseinkommen (zweites und drittes Quintil) liegen die Erhöhungen je nach Tarifzone zwischen 8 und 15 Punkten. Das bedeutet: Jedes Mal, wenn ein gering bezahlter Arbeitnehmer eine Lohnerhöhung bekommt, behält das Finanzamt einen deutlich größeren Anteil als noch vor einem Jahrzehnt.

Steuerlast wie in Skandinavien, Löhne wie in Südeuropa

Die Paradoxie: Spanien erreicht bei der Belastung niedriger Einkommen bereits ein Niveau ähnlich dem von Deutschland, Frankreich oder Italien – aber mit deutlich niedrigeren Einkommen. Während Norwegen, dessen Pro-Kopf-Einkommen dreimal so hoch ist wie das spanische, eine Steuerquote von 44,4 % hat, liegt Spanien nicht weit dahinter: 38,3 %. Die Niederlande kommen auf fast 39 % – aber mit Löhnen, die doppelt so hoch sind wie die spanischen. Der direkte Vergleich ohne Einkommensbereinigung verzerrt die Realität: Hier wird fast genauso viel gezahlt bei deutlich niedrigerem Gehalt.

2028: Fast die Hälfte der Arbeitnehmer nahe am Mindestlohn

Die Prognosen stimmen nicht optimistisch. Es wird geschätzt, dass 2028 rund 40 % der Arbeitnehmer in einer Spanne liegen werden, die sehr nah am gesetzlichen Mindestlohn liegt (bis zu 30 % darüber). Die Verteuerung des Faktors Arbeit in den unteren Tarifzonen wirkt als Anreizhemmer für höhere Löhne: Eine Gehaltserhöhung füllt am Ende eher die Kassen des Finanzamts als die des Arbeitnehmers. Die alte Behauptung, "die Reichen werden das bezahlen", kollidiert mit der Realität, dass die Rechnung von denen beglichen wird, die am wenigsten haben.

Der Kern des Problems: Spanien erhebt eine Steuerlast auf niedrige Einkommen, die mit der der skandinavischen Länder vergleichbar ist – aber ohne deren Niveau an öffentlichen Dienstleistungen und Umverteilung. Die Debatte, ob das Problem zu hohe Steuern oder eine schlechte Verwendung der Einnahmen sind, verliert an Boden, wenn die Daten zeigen, dass ausgerechnet diejenigen die größte Steuerlast tragen, die am wenigsten haben.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (11 Antworten).

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