Spanien: In Barcelona sind Gebürtige unter 45 zur Minderheit geworden

Laut ABC sind Einwanderer und ihre Kinder in Barcelona unter 45 Jahren jetzt in der Mehrheit; zwischen 25 und 44 sind in Spanien Geborene eine Minderheit. Die Zahl, die…

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Spanien: In Barcelona sind Gebürtige unter 45 zur Minderheit geworden
Barcelona ist nicht mehr, was es war: In Spanien Geborene sind bis 45 in der Minderheit

Wie viele echte Barcelonesen gibt es eigentlich noch? Laut Daten, die ABC veröffentlicht hat und die die Debatte entfacht haben, sind Einwanderer und ihre Kinder in Barcelona inzwischen in allen Altersgruppen unter 45 Jahren in der Mehrheit. Der Generationenwechsel zeigt sich vor allem zwischen 25 und 44: Dort sind in Spanien Geborene eine Minderheit, unabhängig von der Herkunft ihrer Eltern. Die Zahl ist keine Schlagzeile von morgen: Sie ist das Porträt einer Stadt, die sich still verändert hat, Volkszählung für Volkszählung, während die Politik über andere Dinge stritt.

Die Zahl, die das Narrativ bricht: Mehrheit unter 45

Die Statistik ist hartnäckig. Unter 45 Jahren verliert die einheimische Bevölkerung ihre dominante Stellung. Zwischen 25 und 44, dem Abschnitt, der die Erwerbsbevölkerung und die künftige Geburtenrate konzentriert, werden in Spanien Geborene zur Minderheit, selbst wenn man nur Kinder spanischer Eltern mitzählt. Das ist die Art von Zahl, die keine ideologische Debatte zulässt: Entweder man schaut ins Melderegister, oder man schaut weg.

Die Reaktion ließ nicht auf sich warten. Die einen lesen darin das Ende eines Modells, die anderen zucken mit den Schultern. „Die demografische Wende“ ist der Ausdruck, der die Diagnose zusammenfasst: kein Standbild, sondern ein Film, der weiterläuft. Und der Film, so diese Lesart, lässt sich nicht mehr zurückspulen.

Warum von „Austausch“ die Rede ist und was hinter dem Begriff steckt

Im Gespräch fällt das verbotene Wort: Austausch. Ein Teil der Beteiligten hält dagegen, dass die einheimische Bevölkerung sich nicht mehr fortpflanzen wolle und dass diese Lücke von Zugezogenen gefüllt werde. Das Argument stützt sich auf die niedrige Geburtenrate und das Durchschnittsalter der spanischen Bevölkerung. Andere weisen das rundweg zurück und führen es auf eine Verschwörungstheorie der Rechten zurück.

Der Konflikt ist einer der Denkrahmen mehr als der Zahlen. Die einen sehen einen irreversiblen Verlust; die anderen ein normales Migrationsphänomen in entwickelten Volkswirtschaften. Worum niemand streitet, ist der Ausgangsbefund: Die Alterszusammensetzung hat sich verändert, und der Generationenwechsel wird nicht mehr von hier Geborenen getragen.

Arbeitsmarkt und Geburtenrate: das Argument, das nicht aufgeht

Die klassische Verteidigung der Einwanderung ist ökonomisch: Ohne ausländische Arbeitskräfte brechen Branchen wie Landwirtschaft oder Bau zusammen. Dagegen wird in der Debatte ein technologisches Argument vorgebracht: Wir leben im 21. Jahrhundert, mit Automatisierung, Robotik und künstlicher Intelligenz – Armeen von Arbeitskräften braucht man nicht mehr wie im Industriezeitalter. Die Produktivität, so heißt es, ersetze Hände.

Der Gegenpunkt kommt von der anderen Seite: Bei einer Geburtenrate unter dem Reproduktionsniveau und einer Wirtschaft, die nicht in der Rezession steckt, hätten ohne Einwanderer die Arbeitskräfte gefehlt. Es ist der alte Dilemma, serviert mit neuen Daten. Und darunter die unbequeme Frage: Lohnt der soziale Kosten des demografischen Wandels im Tausch gegen Wachstum?

Vom Melderegister auf die Straße: Worum es im nächsten Jahrzehnt geht

Die Debatte bleibt nicht beim Zensus. Es geht um das Zusammenleben, um verwandelte Viertel, um das Gefühl, dass die vertraute Umgebung unkenntlich geworden ist. Manche erzählen es mit Nostalgie nach dem Platz ohne Gitter und den offenen Türen; andere mit der Warnung, dass die soziale Spannung wachsen wird, wenn sie nicht gesteuert wird.

Manche zeigen auch mit dem Finger auf die Politik: Es wird behauptet, dass Entscheidungen darüber, wer einreist und in welcher Zahl, ohne Befragung der Bevölkerung getroffen werden. Und eine Warnung schwebt über dem ganzen Gespräch: Mit einer neuen demografischen Mehrheit werden sich die Wahlkarte und die öffentlichen Prioritäten durch reine Arithmetik verschieben. Die Migrationspolitik hört auf, eine Kabinettsangelegenheit zu sein, und wird zur Achse des nächsten Jahrzehnts.

Am Ende lautet die Frage nicht, ob sich Barcelona verändert hat, sondern wie viele noch glauben, dass sich der Wandel umkehren lässt. Spoiler: wenige.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (107 Antworten).

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