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Brüssel begräbt Nord Stream – auch nach Kriegsende
Die Europäische Kommission schließt eine Rückkehr von Nord Stream auch nach dem Krieg aus, während die Sorge über die Kosten des amerikanischen Gases und die daraus folgende Rechnung wächst.
Brüssel begräbt Nord Stream: nicht einmal nach Kriegsende
Die Europäische Kommission ist unmissverständlich: Nord Stream wird seinen Betrieb auch nach dem Ende des russischen Krieges gegen die Ukraine nicht wieder aufnehmen. Die Sprecherin der Kommission bestätigte, dass Brüssel die Pläne der USA und Russlands zur Wiederaufnahme der russischen Gaslieferungen nach Europa ablehnt und sie vollständig aufgeben will, unabhängig von der weiteren Entwicklung in der Ukraine. Diese Haltung kollidiert frontal mit den wirtschaftlichen Vorschlägen des Kremls, die laut kursierenden Berichten von Kirill Dmitriev vorangetrieben werden.
Die Ankündigung kam für alle wie eine kalte Dusche, die meinen, dass der Verzicht auf billiges russisches Gas ein Luxus ist, den sich Europa nicht leisten kann. Die meistgehörte Reaktion: Wenn man Gas aus den USA zum Goldpreis kaufen muss, verurteilt der Energiekostenvorteil Asiens und Russlands selbst die europäische Industrie zur Bedeutungslosigkeit. Die Ironie wird noch größer, wenn man sich daran erinnert, dass die Verschwörungstheorien über die Sprengung der Pipeline widerlegt wurden: Derselbe Trump, der angeblich das russische Gas begraben wollte, will es jetzt wieder öffnen.
Der Preis für ein Nein zum russischen Gas
Das wirtschaftliche Argument wiegt in der Debatte am schwersten. Ohne eigenes Gas und eigenes Öl wirkt die Ablehnung vernünftig gepreister Energie wie ein Akt reinen Aktionismus. Die Rechnung, die die Runde macht: Amerikanisches Flüssiggas kann bis zu viermal so teuer sein wie russisches, und dieser Aufpreis landet auf der Industrie- und Haushaltsrechnung. Frankreich spüre den Schlag bereits, und Deutschland, der Motor des Kontinents, befinde sich auf des Messers Schneide. Die Schlussfolgerung: Die Kommissionsverantwortlichen hätten geopolitische Orthodoxie über Wettbewerbsfähigkeit gestellt.
Die Kehrseite liefern jene, die darauf beharren, dass Europa alles auf erneuerbare Energien, Atomkraft, Elektroautos, Batteriespeicher und Wärmepumpen setzen sollte. Das sei der Weg, den China gewählt hätte, und seine Befürworter halten Stabilität des Systems nur durch massiven Speicherausbau für möglich. Das Problem ist der Zeitplan: Die Transformation geht nicht über Nacht, und währenddessen konkurriert die europäische Industrie mit amerikanischem Gas zu Wucherpreisen.
Die Sprengung der Pipeline und die zerfallende Erzählung
Die Sprengung von Nord Stream schwebt über der gesamten Diskussion. Monate lang wurde über die Urheberschaft spekuliert und der Sabotage amerikanischen Interessen zugeschrieben. Jetzt entlarvt Trumps Sinneswandel zugunsten einer Wiederaufnahme der russischen Gaslieferungen diese Theorien. Die Paradoxe ist gewaltig: Derselbe Präsident, dem die energetische Sabotage zugeschrieben wurde, erscheint nun als treibende Kraft hinter der Wiedereröffnung. Die Verschwörungstheoretiker, so heißt es, befinden sich im Kurzschlussmodus.
Doch die physische Realität der Pipeline ist hartnäckig. Die Reparatur der zerstörten Infrastruktur wird weder einfach noch billig. Manche bezweifeln, dass die Entscheidung, sie nicht zu nutzen, endgültig ist: Sobald der Krieg vorbei ist, wäre der Verzicht auf billiges russisches Gas ein Akt wirtschaftlicher Dummheit. Die Energiepolitik entscheiden die Regierungen des Tages, und ihre Nachfolger könnten die aktuelle Haltung umkehren. Geld regiert die Welt.
Das Renten-Duell und die russische Fata Morgana
Mitten in der Energiedebatte taucht ein Vergleichswert auf: Eine nicht beitragspflichtige Rente in Spanien beträgt 628 Euro monatlich, während Rentner in Russland trotz eines Lebens voller Arbeit im Schnitt etwa 250 Euro im Monat erhalten. Der Vergleich dient dazu, die Erzählung vom europäischen Niedergang zu relativieren: Wenn Europa tot ist, dann wäre Russland längst begraben. Die Zahl entkräftet jedoch nicht die Sorge über die Nachhaltigkeit der spanischen Staatsausgaben, mit der Staatsverschuldung als Damoklesschwert.
Im Kern geht es um die Spannung zwischen kurzfristigem Handeln und Strategie. Die EU will sich für immer vom russischen Gas lösen, doch jeder Monat ohne günstige Alternative zehrt an der Produktionsbasis. Der Einsatz auf erneuerbare Energien und Atomkraft ist der einzige strukturelle Ausweg, erfordert aber Investitionen, Zeit und einen Strompreis, der Familien und Unternehmen nicht erstickt.
Die Entscheidung ist gefallen. Nord Stream wird nicht wiedereröffnet, solange Brüssel das letzte Wort hat. Ob russisches Gas wieder durch andere Rohre fließt oder ob der nächste Bewohner des Berlaymont anders denkt, ist eine andere Frage. Denn wenn die jüngere Geschichte etwas beweist, dann dass Energiepolitiken genau so lange halten wie die Regierungen, die sie unterzeichnen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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