Großbritannien stellt 50 Millionen für die Sonnendämpfung bereit
Wie lange dauert es, bis Geoingenieurie nicht mehr als Spinnerei gilt, sondern als Posten im britischen Haushalt auftaucht? Kürzer als gedacht. Die Regierung des Vereinigten Königreichs wird 50 Millionen Pfund für ein Programm von Freiland-Experimenten im Bereich Geoengineering bereitstellen, wie Berichte der letzten Tage nahelegen, die auf eine baldige Bekanntgabe der Förderempfänger hindeuten. Die Regierungsbehörde Aria (Advanced Research and Invention Agency) koordiniert den Plan, der durch ein weiteres Projekt über 11 Millionen Pfund ergänzt wird. Das Abdimmen des Sonnenlichts zur Bekämpfung der globalen Erwärmung ist keine Talkshow-Hypothese mehr, sondern rückt in den Förderetat.
Professor Mark Symes, Leiter des Programms, beschrieb es als «kleine, kontrollierte Freiland-Experimente zu bestimmten Ansätzen». Er fügte hinzu, dass die Förderempfänger in wenigen Wochen bekannt gegeben würden und dass es «strenge Anforderungen an die Dauer der Experimente und ihre Umkehrbarkeit» gebe, mit dem Versprechen, keine Freisetzung giftiger Substanzen zu finanzieren. Professor Jim Haywood von den Atmosphärenwissenschaften der University of Exeter gehört zu den genannten Namen in der Angelegenheit. Das Kleingedruckte liegt, wie immer, in den noch nicht veröffentlichten Details.
Was über das britische Geoengineering-Programm bekannt ist
Die Summe ist konkret genug, um sie ernst zu nehmen: 50 Millionen Pfund für Experimente zur Sonnenmodifikation, plus 11 Millionen für ein Parallelprojekt. Damit zählt das Vereinigte Königreich zu den größten öffentlichen Förderern der Geoengineering-Forschung. Es ist weder ein akademisches Paper noch eine Computersimulation: Es sind Freilandtests, mit Umkehrbarkeit als erklärter Bedingung und ohne giftige Substanzen, so die offizielle Version.
Die Ankündigung kommt nach Jahren, in denen jeder, der Wettermodifikation in einem höflichen Gespräch erwähnte, gebeten wurde, eine Aluhut aufzusetzen. Die Ironie hat ihren Reiz: Dasselbe Ministerium, das das Thema bis gestern als Verschwörungsmaterial abtat, unterschreibt jetzt Schecks über zig Millionen, um es am Himmel zu testen.
Operation Popeye und der Präzedenzfall, den niemand bestreitet
Man muss nicht in die Science-Fiction ausweichen. Die Operation Popeye, die die USA zwischen 1967 und 1972 im Rahmen des Südostasien-Kriegs durchführten, gilt als der erste systematische und feindliche Einsatz von Techniken zur Umweltmodifikation. Sie wurde 1974 unter dem Druck des US-Kongresses freigegeben. Das Project Stormfury zur Hurrikanbekämpfung startete 1962 und lief bis 1983.
Die Schlussfolgerung aus den Dokumenten ist unbequem: Wettermodifikation ist keine Theorie, sondern eine Praxis mit Aktenlage. Was sich jetzt ändert, sind der Maßstab, die öffentliche Förderung und die Klimabegründung. Saudi-Arabien lässt derweil seit geraumer Zeit Wolken impfen, um Wasserknappheit zu bekämpfen, ohne dass jemand ihm eine Verschwörung gegen die Sonne vorwirft.
Warum die einen Geoengineering sehen und die anderen Estela
Hier öffnet sich die Kluft. Ein Teil der Kommentare sieht im britischen Programm die Bestätigung dessen, was seit Jahren beobachtet wird: hartnäckige Kondensstreifen, verhangene Himmel und Flugzeuge, die im öffentlichen Radar nicht auftauchen. Eine andere Strömung entgegnet, dass ein kontrolliertes, finanziertes und angekündigtes Experiment etwas ganz anderes ist als eine geheime weltweite Besprühung. Der Abstand zwischen beiden Thesen ist enorm, aber die Schlagzeile hat sie zusammengebracht.
Manche gehen weiter und behaupten, das eigentliche Ziel sei nicht die Abkühlung des Planeten, sondern die Rechtfertigung neuer Eingriffe in Bevölkerung und Wirtschaft. Das Kontrollargument vermischt sich mit dem Geschäftsargument: Subventionen, Verträge und eine Branche, die wie jede andere wachsen muss. Der Verdacht ist keine Tatsache, aber auch nicht unbegründet, wenn 50 Millionen Pfund Steuergeld im Spiel sind.
Das Experiment, das längst läuft, ohne so genannt zu werden
Cloud Seeding in Trockengebieten, Programme zur Niederschlagsreduzierung und Projekte zur Wettermodifikation laufen seit Jahrzehnten in verschiedenen Ländern. Was sich beim britischen Fall ändert, ist die Verpackung: Es heißt nicht mehr Klimasteuerung, sondern Solar Radiation Management und wird als Notfallreaktion auf die globale Erwärmung präsentiert.
Das beunruhigende Detail ist die Asymmetrie. In manchen Regionen wird es mit großem Tamtam betrieben, in anderen wird es vehement geleugnet. Genau dieser Unterschied, mehr noch als die Technologie selbst, nährt das Misstrauen. Wenn dieselbe Tatsache im einen Land beworben und im anderen lächerlich gemacht wird, lautet die Frage nicht mehr, ob es existiert, sondern warum es verborgen wird.
Was jetzt mit den Aria-Experimenten passiert
Der offizielle Zeitplan sieht eine Bekanntgabe der Förderempfänger in wenigen Wochen vor, samt Klarstellung, wann die Freiland-Experimente stattfinden werden. Bis dahin gibt es nur Erklärungen, Zahlen und Versprechen von Umkehrbarkeit. Der Ball liegt bei Aria.
Nicht veröffentlicht wurden das technische Design, die Standorte und die Bewertungskriterien. Ebenso wenig, wer bescheinigt, dass ein Experiment umkehrbar ist, oder was das Abdimmen der Sonne in der Praxis genau bedeutet. Unter diesen Vorzeichen ist Skepsis kein Makel, sondern die vernünftige Haltung. Und wenn die Himmel in einem Jahr genauso seltsam aussehen, wird man uns erzählen, es sei alles ein Missverständnis gewesen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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