Brathähnchen in Spanien: Preis steigt auf 12,99 €

In Spanien kostet das Brathähnchen nun 12,99 € ohne Beilagen. Kunden zahlen zusätzlich für Plastiktüten, während die Portionsgröße schrumpft.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Brathähnchen in Spanien: Preis steigt auf 12,99 €
Brathähnchen: Von 10 € mit Beilagen zu 12,99 € ohne alles

Das Brathähnchen ist nicht mehr das günstige Sonntagsessen. In demselben Geschäft, wo man Anfang des Jahres 10 € für ein Hähnchen mit hausgemachten Pommes, gebratener Paprika und einem halben Liter Bier zahlte, kostete der letzte Kauf 12,99 € – ohne Beilagen, ohne Paprika, ohne Bier – plus 10 Cent für die Plastiktüte. Insgesamt 13,09 €. Wer dies erzählt, fasst es zusammen: Es geht nicht ums Geld, sondern um das Gefühl betrogen zu werden. Der Preis des Brathähnchens ist zum sichtbarsten Indikator für die Lebensmittel-Inflation geworden.

Die Zahlen der Preisspirale: 10 €, 10,50 € und 12,99 €

Die Entwicklung ist dokumentiert. Zuerst 10 € mit hausgemachten Pommes, Paprika und Bier. Dann 10,50 € bei gleichem Inhalt. Im Juni gleiche Rechnung, aber Tiefkühl-Pommes statt hausgemachte. Beim letzten Besuch der Sprung: 12,99 € und alle Beilagen verschwinden aus der Tüte und werden separat verkauft. Eine Portion Pommes (nun Tiefkühlware) kostet 4,30 €.

Dies ist kein Einzelfall eines einzelnen Metzgers. Online kursierende Beispiele zeigen dasselbe Muster an verschiedenen Orten: Manche sahen den Preis für ein großes Hähnchen mit Beilage von 11 € auf 13 € steigen, andere stellten fest, dass das Hähnchen, das früher für vier Personen reichte, nun kaum noch für zwei reicht. Die Reduktion liegt nicht im Etikett, sondern in der Größe.

Was kostet ein Brathähnchen wirklich? Die Argumente der Metzger

Die Branche beruft sich auf Rohstoffkosten. Daten aus dem Lebensmitteleinzelhandel sind eindeutig: Hähnchenfleisch stieg von 2,40 €/kg auf 3,50 €/kg, ein 25-kg-Sack Kartoffeln von 10 € auf 27 €, und Propan-Gas verteuerte sich um 250 %. Dazu kommen Öl, Bier, Löhne und MwSt. Bei diesen Kosten sei es unrealistisch, Preise wie 2019 zu erwarten.

Das Problem: Das Argument kollidiert mit der Marktkonkurrenz. Ein rohes 2-kg-Hähnchen kostet im Supermarkt zwar über 6 €, doch das zeigt auch die Marge dessen, der das gebratene Hähnchen für 13 € ohne Beilage verkauft. Niemand in der Branche erklärt vollständig, warum die Zusatzkosten voll beim Endkunden landen, statt zwischen Lieferant und Händler aufgeteilt zu werden.

Dasselbe Hähnchen für 5 € im Supermarkt: Die Heim-Alternative

Angesichts der fast 13 € beim Metzger sind private Berechnungen schonungslos. Ein ganzes Supermarkt-Hähnchen kostet etwa 5 €, zwei große Dosen Bier je 50 Cent und Brot ergeben eine Mahlzeit für vier Personen für 7 oder 8 €. Mit Salz, Pfeffer, Rosmarin, Thymian und etwas Öl mariniert und im Ofen mit Wasser im Blech zubereitet, steht das Ergebnis laut Erfahrenen vielen Metzgereien in nichts nach.

Die Preisspanne der Branche ist verwirrend. Ein bekannter Madrider Metzger verlangt 8,50 € für ein Hähnchen mit vier Pommes und Mojo Picón. Eine führende Supermarktkette bietet ihr Brathähnchen für knapp über sieben Euro an. Und in A Coruña hält ein traditioneller Betrieb den Preis seit über einem Jahr bei 30 €. Für dasselbe Produkt variieren die Preise um das Sechsfache.

Kleineres Hähnchen, höherer Preis

Ein Teil der Preissteigerung erscheint in keinem Index: die Größe. Brathähnchen sind kleine Vögel, etwas über ein Kilo. Ein hungriger Esser isst ein halbes Hähnchen, mit einem Viertel bleibt er hungrig, denn nach Abzug der Knochen bleibt wenig Fleisch. Wenn früher ein Hähnchen für vier reichte und man nun zwei kaufen muss, ist der reale Preis pro Portion viel stärker gestiegen als das Etikett suggeriert.

Die allgemeine Diagnose lautet: Beilagen streichen, Produkt verkleinern, Rechnung halten oder erhöhen. Der Gewinn ist auf der Rechnung nicht sichtbar, aber in der Wahrnehmung des Zahlenden. Die effektivste Antwort des Kunden ist simpel: Nicht mehr hingehen.

Vom Menü für 500 Pesetas zum Hähnchen für 14 €

Der historische Vergleich zeigt die Diskrepanz am besten. 1991 kostete ein Menü mit Kalbszunge in Soße, Tintenfisch, Dessert und Hauswein 500 Pesetas, etwa 3 €, was heute rund 7,50 € entspricht. Heute kostet dieses Menü nicht unter 25 oder 30 €. Eine andere Rechnung betrifft die Währungsumstellung: Ein Menü für 800 Pesetas, das auf 1 € umgestellt wurde, trug eine nie ausgeglichene Inflation von 66 %.

Das Muster wiederholt sich in jeder Stufe der Nahrungsmittelkette. Analysen unterschiedlicher Ausrichtung kommen zu einer unbequemen Schlussfolgerung: Restaurantpreise sind deutlich stärker gestiegen als der allgemeine Verbraucherpreisindex. Ob Gas, Lieferanten oder Gier schuld sind, ändert nichts an der Rechnung.



Eine Frage bleibt offen: Wenn das Hähnchen mit Beilagen 10 € kostete und nun ohne alles 12,99 € kostet, was ist der faire Preis dafür, dass jemand anderes es für Sie kocht? Niemand hat diese Zahl genannt. Nur die Tüte.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (315 Antworten).

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