Boomer, Spaniens LOGSE und die unbequeme Wahrheit über Bildung

Die Schulpflichtreform von 1970 hob das Bildungsniveau spürbar, doch Spaniens LOGSE-Gesetz bleibt in der Kritik: Die Bildungsdebatte sollte kein Generationenzoff sein.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Von der EGB zur LOGSE: der Generationenkrieg und das eigentliche Problem

Die Provokation ist einfach: Ein Boomer kann keine App installieren und Jugoslawien nicht auf der Karte finden. Die Antwort ist ebenso treffend: Der Zwanzigjährige investiert per Smartphone an der Börse, kann aber nicht arbeiten. Bei so vielen Spitzen bleibt eine echte Frage übrig – und die lautet nicht, wer dümmer ist, sondern was das Bildungssystem dazu beigetragen hat.

Das Problem des Holzfällers: von Brüchen zu Mengen

Das beste Röntgenbild des Wandels ist keine Meinung, sondern eine Schulaufgabe. 1950 verkaufte ein Holzfäller seinen Wagen für 100 Euro, die Kosten betrugen 4/5 des Preises: Brüche. 1970 betrugen die Kosten 80 %: Prozentrechnung. 1980 waren es schlicht 80 Euro. Und 1985 ersetzte die „Moderne" den Holzfäller durch eine Münzmenge und verlangte, hundert fette Punkte zu zeichnen. Die Karikatur hat Substanz: Die leere Abstraktion fraß das sinnvolle Rechnen auf.

Nicht so klug und nicht so dumm

Die Verfallserzählung ignoriert eine unbequeme Nuance. 1970 wurde die Schulpflicht bis zum 14. Lebensjahr ausgeweitet, die Familien begannen, an die Schule zu glauben, und die Kinderarbeit ging zurück. 1950 waren Analphabetismus und Schulabbruch in Dörfern und Arbeitervierteln die Norm. Die Boomer waren also tatsächlich die erste wirklich beschulte Generation. Das Problem kam später, als die LOGSE (Spaniens Bildungsgesetz von 1990, dem Nivellierung nach unten vorgeworfen wird) und ihre Nachfolgerinnen die Klassenzimmer – je nach Lesart – in eine Bühne für Titelinflation oder in einen Wartesaal der Jugendarbeitslosigkeit verwandelten.

Während die Großväter mit der Fabrikarbeit angeben und die Enkel damit, mit zwölf KI-Agenten zu programmieren, bleibt die verstörende Zahl bestehen: Die Schulpflichtreform von 1970 brachte mehr echten Fortschritt als Jahrzehnte von Bildungsgesetzen. Wenn das Niveau danach sank – war das die Schuld der LOGSE oder lag es daran, dass niemand mehr zum Überleben Holz zählen musste?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (60 Antworten).

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