Bloomberg: Pjöngjang liefert drei Millionen Granaten an Russland

Laut Bloomberg hat Nordkorea sechs- bis siebentausend Container mit drei Millionen 152-mm-Granaten nach Russland geliefert – zehnmal mehr als die EU an die Ukraine.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Bloomberg: Pjöngjang liefert drei Millionen Granaten an Russland
Drei Millionen nordkoreanische Granaten: Zehnfach der EU-Lieferungen

Wie viel Munition ist nötig, um einen Krieg zu entscheiden? Die kursierende Zahl wirkt wie ein Schlag ins Gesicht: Laut Bloomberg soll Nordkorea 6.700 Container mit drei Millionen 152-Millimeter-Granaten nach Russland geschickt haben. Das entspricht ungefähr dem Zehnfachen dessen, was die Europäische Union insgesamt an die Ukraine geliefert hat. Ab hier geht es nicht mehr nur um Artillerie, sondern um einen Test von Industrien, Souveränitäten und Narrativen.

Hundert Treffen, drei Millionen Granaten

Der Kontrast lässt sich laut einem Teilnehmer in einer Szene zusammenfassen: In Europa hundert Hin- und Rückflüge, Essen, Drinks und Hotels, um irgendwann einmal eine Million zu liefern, wenn die Bedingungen stimmen. Auf der anderen Seite ein Land, das Container ohne Pressekonferenz oder gemeinsame Erklärung verlädt.

Die schwebende Frage ist nicht, wie viel Russland hat, sondern warum ein Block mit deutlich höherem BIP diese Kadenz nicht erreicht. Die im Thread wiederholte Antwort ist für Europa unangenehm. Mit diesen Mitteln entblößt jede Lieferung aus dem Osten die Kluft zwischen Ankündigung und Fabrikproduktion.

Welche Qualität hat die nordkoreanische Munition?

Hier bröckelt die Erzählung. Die am 12. Januar in einem Wagner-nahen Kanal veröffentlichte Bewertung war explizit, und die Berechnung der ankommenden Chargen überrascht durch ihre Unschmeichelhaftigkeit: Die iranischen Granaten seien nicht schlecht gewesen, hieß es, aber die nordkoreanischen seien „mies“ und bestenfalls für Flächenziele nutzbar, wo Präzision keine Rolle spielt. Zudem wird die abscheuliche Qualität des Pulvers erwähnt.

Ein technischer Mangel, auf den ein Teilnehmer hinweist: Die Lieferungen kommen ohne Treibladung. Der Impeller reist separat und wird höchstwahrscheinlich von den Russen selbst hergestellt. Anders gesagt, nach dieser Beobachtung: Von den drei Millionen Einheiten sind viele nur halbe Einheiten. Die Zahl beeindruckt; die dahinterliegende Logistik weniger.

Von der Granate zur ballistischen Rakete: KN-23 in Kyjiw

Munition ist nicht das Einzige, was transportiert wird. Nach Angaben über den Einschlag in der Region Kyjiw handelt es sich bei der abgestürzten ballistischen Rakete vermutlich um eine nordkoreanische KN-23 (Hwasong-11Ga). Das wiederkehrende Detail: Im Radius von 40 Metern um den Einschlagpunkt brannten alle Bäume nieder, so Defence Express. Hier ändert sich die Dimension. Eine Artilleriegranate richtet punktuellen Schaden an; eine ballistische Rakete dient als Argument.

Ist Nordkorea eine militärische Macht dieses Jahrhunderts?

Dies ist der Punkt totaler Uneinigkeit. Eine Seite behauptet Nein: Die Luftwaffe sei „zum Heulen“, mit MiG-17 und MiG-21 als Rückgrat, etwa vierzig MiG-29 und ohne Frühwarnflugzeuge; die Logistik rückständig; die Doktrin alt. Die andere Seite antwortet, dass Luftfahrt nur dazu diene, Frauen, Kinder und Alte zu töten, und dass Kriege am Boden gewonnen werden, mit Artillerie und Verlusten.

Das Gedankenexperiment, das in diesem Streit geworfen wird – hypothetische Konflikte gegen Italien, Spanien, Frankreich, Großbritannien, Deutschland, Japan oder Indonesien – löst sich nicht in einer Antwort auf, hinterlässt aber ein unbequemes Bild: In einem Abnutzungskrieg bestimmt wer die Feuerkadenz hält, die Bedingungen. Und die Kadenz setzt vorerst, wer die Fabriken laufen hat.

Vierundsiebzig Tage für 270 Meter Höhe

Der andere Aspekt der Sache ist nicht militärisch. Es wird behauptet, dass der 270 Meter hohe Wolkenkratzer in der Ryomgyong Street in nur 74 Tagen errichtet wurde und das neue Viertel Türme mit 40, 80, 60 und 40 Stockwerken umfasst. Die politische Deutung dieses Datums lautet: Das BIP „sind die Väter“, und dort gebe es keine Arbeitslosigkeit, keine Zwangsräumungen und keine Obdachlosen.

Diese Aussagen sind von außen kaum überprüfbar. Sie funktionieren jedoch als Spiegel: Jedes Mal, wenn Europa sich selbst betrachtet, erinnert jemand daran, dass der ärmere Nachbar die Fabrik laufen hat und der Kran arbeitet. Ob der Vergleich fair oder manipulativ ist, ist eine andere Diskussion, die niemand abgeschlossen hat.

Zwei Jahre zu spät und vom Kriegsökonomie reden

Die letzte Ebene der Analyse ist zeitlich. Es wird behauptet, Russland habe sich technologisch und industriell bereits für den Krieg transformiert, während Europa zwei Jahre zu spät an diesem Punkt ankommt. Währenddessen sprechen Führer, die vielleicht nicht wiedergewählt werden, davon, sich auf eine Konfrontation vorzubereiten, die im besten Fall die europäische Karte stark verändern würde.

Der Skeptizismus gegenüber dieser Wende ist enorm. Der Verdacht, der sich durch das Argument zieht, ist, dass Pläne eher darauf ausgelegt sind, das Narrativ zu stützen, als Granaten zu produzieren. Es beschämt, festzustellen, dass die Debatte nicht mehr über Qualität oder Präzision geführt wird, sondern über bloßes Volumen: Wie viele Container, wie viele Züge, wie viele Monate Feuer.

Mit diesen Zahlen auf dem Tisch wiederholt sich im Thread, dass die Granaten ohne Treibladung reisen. Jemand muss sie herstellen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (140 Antworten).

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