Estás usando un navegador desactualizado. Es posible que no muestre este u otros sitios web correctamente. Debe actualizar o usar un navegador alternativo.
Das spanische Código Civil enthält keine Straftatbestände. Hochverrat ist im Código Penal geregelt und setzt einen formell erklärten Krieg voraus, der zwischen Spanien und Russland nicht besteht.
Die Nachricht, die die Diskussion eröffnet, ist eine direkte Anschuldigung: Spanier mit Sympathien für Russland werden wegen Hochverrats ins Gefängnis kommen, wobei das Código Civil als rechtliche Grundlage dient. Das Grundproblem ist jedoch, dass das Código Civil keine Straftatbestände enthält. Hochverrat und Begünstigung des Feindes sind im Código Penal (Strafgesetzbuch) geregelt und greifen nur bei einem formell erklärten Kriegszustand. Spanien hat Russland den Krieg nicht erklärt. Russland hat Spanien den Krieg nicht erklärt. Die Diskussion basiert daher auf einer falschen Prämisse, die niemand vollständig korrigiert.
Was der Tatbestand des Hochverrats tatsächlich bestraft
Die in der Debatte verwendete Definition ist im Wesentlichen korrekt: Hochverrat umfasst die Anstiftung zum Krieg, die Begünstigung des Feindes, Spionage sowie die Erklärung von Krieg oder Abschluss von Frieden entgegen verfassungsrechtlichen Vorgaben. Der oft übersehene Aspekt ist, dass alle diese Handlungen eine Voraussetzung erfordern: die Existenz eines formellen Feindes. Für einen formellen Feind muss eine Kriegserklärung vorliegen, die laut Verfassung dem König mit vorheriger Genehmigung des Kongresses obliegt.
Diese Voraussetzung ist nicht erfüllt. Spanien nimmt an der NATO teil, stellt Truppen bereit und ist Teil des ballistischen Abwehrsystems, was jedoch keinem Kriegszustand gleichkommt. Die NATO ist ein Verteidigungsbündnis, keine kriegführende Partei. Die Verwechslung von Bündniszugehörigkeit und Kriegszustand ist der Kern vieler Missverständnisse.
Die Falle, Kriegsrecht ohne Krieg anzuwenden
Ein Argument zieht sich durch die Diskussion und hat mehr Substanz als es scheint: Würde man Kriegsrecht ohne formelle Erklärung anwenden, wäre die Liste der anzuklagenden spanischen Regierungen lang. Die Bombardierung von Belgrad, der Irakkrieg 2003, die Luftschläge gegen Libyen. Keiner dieser Einsätze ging mit einer formellen Kriegserklärung einher. Wenn jede militärische Intervention ohne Erklärung als Hochverrat gilt, dann liegt das Problem nicht bei den Russland-Sympathisanten, sondern bei Jahrzehnten der Außenpolitik.
Diese Logik entkräftet die ursprüngliche Anschuldigung durch Symmetrie. Man kann den Hochverratsparagrafen nicht nur dann anrufen, wenn der Verdächtige missliebig ist. Entweder gilt er für alle oder für niemanden.
Spanien befindet sich nicht im Krieg: Das Faktum klärt die Debatte
Der am häufigsten vorgebrachte Einwand ist auch der einfachste: Spanien befindet sich nicht im Kriegszustand mit Russland. Weder hat Spanien Russland den Krieg erklärt, noch Russland Spanien. Ohne Erklärung gibt es keinen juristischen Feind. Ohne juristischen Feind gibt es keine Begünstigung des Feindes. Ohne Begünstigung des Feindes gibt es keinen Hochverrat.
Die Lieferung von Waffen an die Ukraine erfolgt genau in einem Rahmen des formalen Friedens. Manche weisen sarkastisch auf diesen Widerspruch hin: Es wird militärisches Material in einen Konflikt geschickt, während die Fiktion aufrechterhalten wird, man nehme daran nicht teil. Diese Fiktion verhindert, dass die Hochverratsvorwurf rechtlich tragfähig ist.
Der Umschwung der Debatte: Vom Recht zur Diskreditierung
Während das rechtliche Argument an Kraft verliert, driftet das Gespräch in Beleidigungen und Bot-Verdächtigungen ab. Den Gesprächspartnern wird vorgeworfen, russische Agenten zu sein, in Rubel bezahlt zu werden oder frisch erstellte Konten zu haben. Als Antwort dienen Vorwürfe der Unterwürfigkeit gegenüber ausländischen Mächten und Hinweise auf Gibraltar. Das Niveau sinkt, und der Thread entwickelt sich zu einer Schlägerei.
Es gibt eine Strömung, die versucht, den Ton wiederzufinden und auf das Offensichtliche hinweist: Ein Online-Forum mit dem echten Leben zu verwechseln oder zu glauben, dass jemand, der in Großbuchstaben schreibt, ins Gefängnis kommt, ist ein Symptom dafür, wie Geopolitik und Nachbarschaftsstreitigkeiten vermischt werden.
Was das Código Civil über Hochverrat sagt: Nichts
Das Código Civil regelt Schuldverhältnisse, Verträge, Eigentum und Familienrecht. Straftaten sind im Código Penal geregelt. Das Código Civil zu zitieren, um mit Gefängnis wegen Hochverrats zu drohen, ist ein technischer Fehler, der die Drohung bereits in der ersten Zeile entwertet.
Dieses Detail, das die Diskussion eigentlich schließen sollte, tut es nicht. Denn die Debatte dreht sich nicht um Recht. Sie dreht sich um Loyalitäten, Lagerbildung und die alte Frage, wer als Feind betrachtet wird. Und diese Frage löst kein Paragraf.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
Die ganze Diskussion lesen (139 Antworten).
Artikel 594 des spanischen Strafgesetzbuches droht bis zu zwei Jahren Haft für Falschmeldungen im Krieg. Die Debatte um seine Anwendung auf pro-russische Inhalte.
Artikel 30 der spanischen Verfassung verpflichtet Bürger zur Landesverteidigung. Das Nationale Sicherheitsgesetz von 2022 ermöglicht die Mobilisierung von Zivilisten.
Artikel 5 verpflichtet zur gegenseitigen Verteidigung, lässt aber offen, wie auf Aggression durch den Verbündeten mit 85 % der NATO-Militärkapazität reagiert wird.