Blackstone-Tochter erhält SAREB-Auftrag in Spanien

Aliseda verwaltet bis 2028 Immobilien der spanischen Bad Bank SAREB für 52,45 Millionen Euro. Der Vertrag wurde im August unterzeichnet, während die Regierung gegen Fonds vorging.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Die staatlich kontrollierte spanische Bad Bank SAREB hat den Vertrag zur umfassenden Verwaltung ihrer Immobilienbestände an Aliseda, eine Tochtergesellschaft des US-Fonds Blackstone, vergeben. Das Auftragsvolumen beläuft sich auf 52,45 Millionen Euro. Die Vereinbarung wurde im August unterzeichnet und läuft bis Dezember 2028; sie umfasst auch den Verkauf von mehr als 40.000 Wohnungen, die für die Übertragung an das staatliche Unternehmen Casa 47 reserviert sind.

Die Situation wirkt paradox: Die spanische Regierung bezeichnet Investmentfonds oft als „Heuschrecken“, vergibt nun aber einen Großauftrag an genau einen solchen Fonds. **Blackstone**, jahrelang Ziel von Kritik seitens der Exekutive, sichert sich über seine spanische Tochter **Aliseda** die vollständige Verwaltung der Immobilien der **SAREB**. Der Vertragswert liegt bei **52,45 Millionen Euro**. Die Unterschrift erfolgte im August, mit einer Laufzeit bis Ende 2028 und optionaler Verlängerung bis 2030.

## Im August unterzeichneter Vertrag ohne öffentliche Ankündigung

Es gab keine offizielle Pressemitteilung. Wie die Zeitung **EL MUNDO** bestätigt, informierte die SAREB ihre Mitarbeiter erst im vergangenen Monat über die endgültige Unterzeichnung des Vertrags mit Aliseda. Der Geschäftsführer der Verwaltungsgesellschaft, **Eduard Mendiluce**, unterzeichnete ein Abkommen, das die seit 2022 bestehende Zusammenarbeit ausweitet. Der Aufsichtsrat der SAREB, der vom **Ministerium von Carlos Cuerpo** kontrolliert wird, genehmigte die Vergabe an Blackstone. Ein Rechtsstreit betrifft noch **Servihabitat**, das dem Fonds **Hipoges** gehört; eine Lösung wird für Oktober erwartet.

Der zeitliche Ablauf ist brisant. Wohnbauministerin **Isabel Rodríguez** legte am Freitag im Parlament ein Dekret gegen sogenannte Heuschrecken-Fonds vor, das jedoch scheiterte. Am Vortag hatte Premierminister **Pedro Sánchez** erklärt: „Ich mag es, Heuschrecken-Fonds zu verraten.“ Die Ministerin fasste die Abstimmung mit den Worten zusammen: „Man steht entweder auf der Seite der Heuschrecken oder der Menschen.“ Zu diesem Zeitpunkt war der Vertrag mit der Blackstone-Tochter bereits seit August unterschrieben.

## Aufgaben von Aliseda bei den SAREB-Wohnungen

Die Ausschreibungsunterlagen definieren die Tätigkeiten klar. Aliseda übernimmt die Vermarktung und den Verkauf von Wohnungen, Gewerbeobjekten und Grundstücken. Dazu gehören auch die Mietverwaltung sowie Berichte über Mietschulden und gefährdete Mieter. Zudem ist die „Verwaltung von Besetzungen und Besitzverhältnissen“ vorgesehen. In Zusammenarbeit mit Servihabitat soll der Transfer von „mehr als **40.000 Wohnungen**“, die die Sareb für die Übertragung an **Casa 47** reserviert hat, abgewickelt werden. Casa 47 ist ein staatliches Unternehmen unter dem Dach des Ministeriums von Rodríguez, das die Wohnungen instand setzen soll. Laut Unterlagen handelt Aliseda dabei strikt „nach Anweisungen der Sareb“ und nicht nach eigenem Ermessen.

Die Aufgabe ist politisch sensibel: Es geht um die Erweiterung des öffentlichen Wohnungsbestands. Als Dienstleister wurde jedoch die Tochter eines Fonds gewählt, dem Mieterverbände in den letzten Jahren missbräuchliche Praktiken vorwarfen. Blackstone bestreitet Regelverstöße und hat seinen Wohnungsbestand in Spanien reduziert, bleibt aber ein wichtiger Investor. Das Unternehmen kaufte **50% von Urbaser** für rund **2,8 Milliarden Euro** und errichtet in **Saragossa** ein Rechenzentrum mit einem Investitionsvolumen von über **13 Milliarden Euro**. Zudem plant Blackstone den Börsengang seiner Hoteltochter **HIP**.

## Blackstone verwaltete über 30.000 Wohnungen in Spanien

Der US-Fonds avancierte in der letzten Dekade zum größten Vermieter Spaniens, nachdem er Wohnungen von ehemaligen Sparkassen und öffentlichen Stellen wie dem **Ayuntamiento de Madrid** (Stadtverwaltung Madrid) erworben hatte. Über Tochtergesellschaften verwaltete er zeitweise mehr als **30.000 Wohnungen**. Sánchez stempelte Blackstone beim Amtsantritt wegen dieser Käufe von Sozialwohnungen als „Heuschrecken-Fonds“ ab.

Auf dem staatlichen Vergabeportal ist diese Haltung jedoch weniger sichtbar. Die SAREB setzt erneut auf diese Tochter als Dienstleister. Bereits 2022 geschah dies, doch der aktuelle Vertrag ist umfangreicher und langfristiger. Die Paradoxie wird durch den letzten Jahresbericht von Blackstone unterstrichen: Demnach bleibt das Wohnungsgeschäft in Spanien stark, da statt der **714.005 Wohnungen pro Jahr** aus dem Zeitraum 2003-2007 nur noch **118.692** gebaut werden. „Dieser Faktor, kombiniert mit dem erheblichen Wohnraumbedarf – für die nächsten 15 Jahre wird ein Bevölkerungswachstum von **5 Millionen Einwohnern** prognostiziert –, macht den Wohnungsmarkt zu einem robusten Sektor, in dem Preise Unsicherheiten gut standhalten können.“ Übersetzt bedeutet dies: Was das Immobiliengeschäft am meisten schützt, ist der Mangel an Neubau. Eine weitere Paradoxie.

## SAREB, die Bad Bank, die weiter verkauft

Die Sociedad de Gestión de Activos procedentes de la Reestructuración Bancaria (SAREB), die spanische Bad Bank, wurde 2012 gegründet, um toxische Immobilienwerte geretteter Sparkassen aufzunehmen. Mehr als zehn Jahre später verwaltet sie weiterhin beträchtliche Bestände an Wohnungen, Grundstücken und Gewerbeimmobilien. Die Kontrolle liegt bei der Regierung über das **Wirtschaftsministerium**. Bezüglich Casa 47, der staatlichen Gesellschaft für den Transfer der 40.000 Wohnungen, ist die SAREB dem **Wohnbauministerium** zugeordnet.

Der Vertrag mit Aliseda ist kein Einzelfall in der Vergabepraxis. Die SAREB hatte bereits zuvor auf diese Tochter zurückgegriffen. Auffällig ist jedoch der Zeitpunkt: Während die Exekutive Dekrete gegen Heuschrecken-Fonds verabschiedet, vergibt das staatlich kontrollierte Unternehmen Millionenaufträge an ebendiese. Rhetorik und Realität driften auseinander. Anleger im Immobiliensektor oder potenzielle Käufer und Mieter sollten die Vertragsdetails und Bedingungen genau prüfen.

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (9 Antworten).

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