Bitcoin: Sprung von 4.700 auf 19.500 USD, dann 30%-Einbruch

Der Bitcoin stieg in drei Monaten von 4.703 auf 19.500 Dollar und fiel im Januar um 30%. Was ist er, wie kauft man ihn und wer versucht, ihn zu regulieren?

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Bitcoin: Von 4.700 auf 19.500 Dollar in 100 Tagen

Im September 2017 kostete ein Bitcoin 4.703 Dollar, und der Markt beobachtete die „psychologische Marke“ bei 5.000. Am 27. Januar 2018, nachdem Mitte Dezember ein Höchststand von 19.500 erreicht worden war, notierte er bei 10.600. Ein Rückgang von 30% in nur einem Monat. Vier Monate zuvor diskutierte niemand den Preis; jetzt sind sich alle nicht einmal einig darüber, was das überhaupt ist.

Bitcoin ist eine dezentrale elektronische Währung zum Austausch von Waren und Dienstleistungen. Es gibt keine Zentralbank, keinen Emittenten und keinen Minister, der sie dienstags im Kongress verteidigt. Die Emission ist durch Design begrenzt und wird von Maschinen auf der ganzen Welt getragen. Daraus folgt alles Weitere: Wenn niemand dahintersteht, wer haftet, wenn etwas schiefgeht?

Was ist Bitcoin und wer kontrolliert es wirklich?

Die kurze Antwort lautet: Niemand. Die lange Antwort ist weniger poetisch: Das Netzwerk wird von den großen Minern am Laufen gehalten, also von Personen mit Farmen aus Computerausrüstungen, die permanent mit dem Netzwerk verbunden sind. Es gibt keinen Vorstand, den man anrufen kann, und keinen Hauptsitz, an den man sich beschweren wenden kann.

Zum Thema angeblicher Bankrott ist das häufigste Argument, dass ein Bitcoin nicht bankrottgehen kann, genau wie Gold nicht bankrottgeht: Sein Wert hängt davon ab, was ein Käufer zahlen möchte, und wenn es keine Käufer gibt, hat man Pech. Das ist kein Trost, sondern die exakte Definition eines Marktes ohne Sicherheitsnetz.

Wie viel ist ein Bitcoin wert und warum bewegt er sich so?

Zwischen Januar und Dezember 2017 stieg die Währung um 1.500%. Auch das institutionelle Interesse wuchs: Laut der Beratungsfirma Autonomous Next setzten bereits 55 Investmentfonds auf Bitcoin, obwohl nur etwa 5% der traditionellen Investoren im Markt waren. Die kursierende Prognose, wonach 80% innerhalb von zwei bis drei Jahren einsteigen würden, basierte mehr auf Glaube als auf Bilanzen.

Im Dezember folgten Rekord auf Rekord: 14.000, 15.000, 16.000 Dollar. Und am 8. Dezember ein Einbruch von über 12% in einer einzigen Sitzung. Das ist der Chart, der erklärt, warum der durchschnittliche Kleinanleger spät und schlecht kaufte.

Wie kauft man einen Bitcoin und was kostet es?

Der übliche Weg führt über eine Börsenplattform. Dort beginnen die Probleme: Identitätsüberprüfungen, die fehlschlagen, gesperrte Konten und Gebühren, die erst am Ende des Prozesses auftauchen. Zahlung per Karte bei Coinbase kostete 3,99%; Überweisung verlängerte die Transaktion um vier bis fünf Tage.

Die Besteuerung ist kein Geheimnis: Der Verkauf von Bitcoins wird in der Einkommensteuererklärung wie der Verkauf von Aktien angegeben. Kaufen, halten und deklarieren. Was niemand unterschreibt, ist das Risikoprojekt, denn es existiert nicht.

Regulierung von Bitcoin: CNMV, Brüssel und Gerichte

Im Dezember 2017 einigte sich Brüssel darauf, die Inhaber von Kryptowährungen zur Identifizierung zu zwingen, um Geldwäsche zu bekämpfen. Im Januar 2018 empfahl der Präsident der CNMV (spanische Börsenaufsicht) Privatanlegern, keine Bitcoins zu kaufen, und erinnerte daran, dass die Plattformen nicht reguliert sind. Merkel und Macron forderten Koordination. Und in Brooklyn debattierten Bundesrichter, ob Bitcoin wie eine Aktie regulierbar sei.

Das Paradox fasste eine Antwort in der Debatte zusammen: Wozu soll man etwas regulieren, dessen Wallets niemand antasten kann? BTC sei Eigentum, hieß es, unmöglich einzuziehen außer durch Gewalt.

Eine irrationale Religion, digitales Gold und unbequeme Nutzungen

Ein erfahrener Programmierer der Branche, der Anarchist Amir Taaki, behauptete im Februar 2018, die Community habe sich in eine irrationale Religion verwandelt. Andere, wie der Gründer von Twitter, sahen in Bitcoin die einzige Währung der Zukunft. Mitten drin Fakten: Das japanische Unternehmen GMO bot an, Gehälter in Bitcoins zu zahlen, und Singapore Airlines kündigte an, die damit verbundene Technologie zu nutzen.

Außerhalb der freundlichen Erzählung bleiben die schmutzigen Nutzungen: Anonymität diente auch Spendensammlungen für dschihadistische Organisationen, ein Problem, das das Ökosystem selbst widerwillig zugibt. Technische Kritikpunkte — Energieverbrauch pro Transaktion, Diebstähle und Pleiten von Plattformen — passen alle in denselben Satz.

Am 26. Januar 2018 stellte die japanische Coincheck Auszahlungen und Einzahlungen ein, und Bitcoin verlor mehr als 7%, bis er nahe 10.000 stand. Am 20. Februar sprang er auf 11.500 zurück, und im März hielt er sich über 10.000, seinem besten Niveau seit Januar, aber noch weit vom Dezember-Höchststand entfernt.

Mit 55 Fonds im Boot, sechs großen Banken, die ihre eigene digitale Währung vorbereiten, und dem spanischen Regulierer, der Vorsicht mahnt, hatte die Sache alle Zutaten eines strukturellen Phänomens. Aber auch die einer Blase. Niemand, weder jene, die den Boden bei 6.000 sahen, noch jene, die die Währung mit Gold verglichen, hatte die Diskussion vollständig gewonnen. Sie steckt immer noch fest.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (110 Antworten).

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