Bitcoin-Split: Kursanstieg von 980 auf 4.740 Dollar
Am 1. Januar 2017 kostete ein Bitcoin 980,29 Dollar. Am 9. Oktober desselben Jahres lag der Kurs bei 4.740. In diesen neun Monaten spaltete sich die Gemeinschaft, die die digitale Währung fast ein Jahrzehnt lang getragen hatte, in zwei Lager: Auf der einen Seite jene, die darin nur die ursprüngliche Wertaufbewahrungsmittel sahen; auf der anderen Seite eine Flut von alternativen Kryptowährungen (Altcoins), die bereit waren, den Markt zu erobern, indem sie Renditen versprachen, die Bitcoin nicht mehr bot. Der Auslöser des Bruchs war nicht der Preis, sondern ein Fork und ein Machtkampf um die Kontrolle der Software.
Der Tag, an dem Bitcoin sich selbst klonierte
Am 1. August 2017 wurde der Hard Fork zu Bitcoin Cash durchgeführt. Die neue Blockchain entstand für Nutzer, die größere Blöcke und günstigere Transaktionen forderten. Auf dem Papier ein einfacher Parameterwechsel, in der Praxis ein Koordinationsdesaster. Es dauerte über drei Stunden, bis der erste Block geschürft wurde. Während die halbe Marktteilnehmer diskutierten, ob das Ganze überhaupt existiere, tauschten einige Börsen die neu geborene Währung bereits gegen Fiat-Geld. „Ohne ersten Block existiert Bitcoin Cash noch nicht“, warnten viele. Andere entgegneten, dass die Trägheit einer etablierten Kette bereits unwiderruflich verloren sei.
Der Preis gab den Skeptikern schnell recht. Wochen später notierte Bcash bei 288 Euro, während der Original-Bitcoin bei 3.900 lag. Dieser Einbruch wurde zum endgültigen Argument der Puristen-Fraktion, die seitdem denselben Satz wiederholt: Man kann ein dezentrales Netzwerk nicht forken und gleichzeitig den Namen behalten.
Segwit, Skalierung und der Krieg der Blöcke
Das Grundproblem war jahrelang ungelöst: Bitcoin kam an seine Grenzen. Mit Blöcken von einem Megabyte konnte das Netzwerk nur wenige Transaktionen pro Sekunde verarbeiten, und in Spitzenzeiten staute sich die Mempool – die Warteschlange ausstehender Operationen – mit explodierenden Gebühren. Ende August 2017 wurde Segregated Witness aktiviert, ein Soft Fork, der die Datenspeicherung neu organisiert und die effektive Blockkapazität vervierfacht. Der Schlüssel, so erklärten die Techniker, liegt darin, Zahlungen aus der Kette herauszunehmen via Lightning Network: Es wird nur das Endergebnis registriert, nicht jeder einzelne Schritt.
Der Streit war nicht technischer, sondern machtpolitischer Natur. Eine Seite wollte größere und schnellere Blöcke; die andere externe Schichten und konservative Entwicklung. „Die Führung beim BCH-Fork lag in den Händen weniger Entwickler und Miner“, behaupteten Kritiker, für die das eigentliche Ziel nie war, den Block zu vergrößern, sondern das Repository der Original-Software zu übernehmen. Die Miner sahen unterdessen ihr Geschäft gefährdet: In einem System externer Schichten verdienen sie nur an der Gebühr des Endergebnisses, nicht an jeder einzelnen Zahlung.
Die Mempool leerte sich – niemand weiß warum
Eines der ungeklärten Rätsel war die gesättigte Mempool. Monate lang war das Netzwerk überlastet, und viele gaben dem Nutzerwachstum die Schuld. Als der Stau plötzlich verschwand, tauchte eine andere Theorie auf: „Jemand spamte das Netzwerk mit Transaktionen, um die Gebühren in die Höhe zu treiben und große Blöcke zu erzwingen.“ Verdächtigt wurden Miner mit Interesse an der Debatte. Der Fall wurde nie abgeschlossen.
Messbar war jedoch der Segwit-Effekt. Eine Transaktion mit minimaler Gebühr – etwa 0,01 Millibitcoins, rund vier Cent – erhielt innerhalb einer Stunde sieben Bestätigungen. Im September 2017 nutzten erst 1% der Transaktionen das neue Format, aber die Adoption kommerzieller Wallets sollte dies bald ändern. Diese Zahl steht im Kontrast zum Ruf eines kollabierten Netzwerks, den Bitcoin Monate zuvor hatte.
Verpasste Renditen für manche Anleger
Hier kommt der Schlag für die Bekehrten. Wer am 1. Januar 2017 980,29 Dollar in Bitcoin investiert hätte und sie liegen gelassen hätte, besaß am 24. Mai 2.000 Dollar: knapp das Doppelte. Dasselbe Geld in Ethereum, das bei 8,09 startete und 200 erreichte, wäre zu 24.234 geworden. In DASH, von 11,38 auf 153, wären es 13.179. Und in XRP, von 0,0064 auf 0,34, würde der Betrag 52.077 erreichen. Die Berechnung zirkulierte wie ein Hammer: Loyalität zur Mutterwährung war teuer im Vergleich zu Wetten auf Alternativen.
Die Antwort der Veteranen war immer dieselbe: „Bitcoin ist alles, und alles ist Bitcoin oder was auch immer kommt.“ Für Neuankömmlinge klang diese Logik wie ein Slogan. Für die Puristen waren die anderen Coins keine Konkurrenz, sondern spekulatives Rauschen, das stets gleich endete: gefressen von seiner eigenen Volatilität.
Arbitrage zwischen Börsen und der Preis, der nirgendwo passt
Dieses Jahr hinterließ eine unbequeme Tatsache: Der Bitcoin-Preis hing davon ab, wo man hinsah. Am selben Tag notierte Bitstamp bei 4.196,62, Bitfinex bei 4.196,8 und die chinesische Plattform OkCoin bei 4.084,36. Eine Differenz von 112 Dollar pro Coin zwischen Märkten. In Simbabwe verkaufte die einzige lokale Wechselstube bei 6.646,99. Arbitrage schien das Geschäft des Jahrhunderts zu sein, bis jemand es versuchte: Die Liquidität war so gering, dass sich der Transport nicht lohnte.
Diese Streuung hinterließ eine Sarracena, die die Branche jedes Mal wiederholt, wenn es einen Crash gibt: Wenn jemand sagt, Bitcoin habe Tausende erreicht, muss man fragen, auf welcher Börse. Ein Markt, der mit mehr als 10% Unterschied zwischen Plattformen notiert, ist nicht reif.
Kann man Bitcoin verbieten?
Die wiederkehrende Angst war die Reaktion der Staaten. Börsen schließen, Akzeptanten verfolgen, Miner angreifen. Das häufigste Argument dagegen war geografisch: „Ein Staat kann keine Plattform schließen, die in einem anderen Land sitzt, das Interesse daran hat, das Geschäft zu behalten.“ Als China gegen das Mining vorging, lud Russland Betreiber ein, sich in Leningrad niederzulassen. Der Wettlauf um die Masse fungierte als Firewall.
Die andere Front war die Natur der Währung selbst. Gegen jene, die sie als Kartenhaus sahen, stand die monetäre These: „Bitcoin hat nur einen Nutzen, nämlich als Geld zu dienen, und tut das besser als jede andere Währung, weil es nicht manipulierbar ist.“ Der einzige anerkannte Nachteil, die Volatilität, sollte mit der Zeit und der Adoption sinken.
Was, wenn es nur Fassade ist?
Das Grundzweifel blieb ungeklärt. Wer Bitcoin in einem Cold Wallet hält, hat kein Geld: Er hat Hochmut und Zahlen auf einem Bildschirm, wie einer der Veteranen zusammenfasste. Damit der Wert real ist, muss jemand verkaufen und in etwas Greifbares tauschen. Und wer kauft, wartet nur darauf, teurer an den Nächsten weiterzuverkaufen. Das Rad dreht sich, solange Neues Geld hineinfließt.
Dasselbe könnte man über die traditionelle Wirtschaft sagen, erwiderten Befürworter: Auch der Wert eines Unternehmens basiert auf Erwartungen. Der Unterschied, bestanden Kritiker, sei, dass hinter Aktien Fabriken, Patente und Gewinne stehen, hinter Bitcoin aber Code, der unendlich oft repliziert werden kann.
Die Debatte endet hier. Mit der explodierenden Währung und dem zerbrochenen Fork bleibt die Frage offen – woher kommt genau das Geld, das Bitcoin-Halter glauben zu besitzen? Niemand weiß, ob sie reich sind oder nur auf dem Bildschirm.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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