Bitcoin bricht 2021-Rekord: Optimisten gegen Skeptiker

Bitcoin notiert bei 72.500 und entfacht erneut die Debatte mit Krypto-Skeptikern über Inflation, Volatilität und Spekulationsblasen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Bitcoin bricht 2021-Rekord: Optimisten gegen Skeptiker
Bitcoin über 72.500: Die Antwort der Nicht-Besitzer

Bitcoin notiert im Bereich von 72.500. Für einen Teil des Forums wurde das historische Hoch von 2021 bereits überschritten, Monate früher als erwartet; für den anderen ist die Marke noch nicht bestätigt. Jeder Rekord bringt dieselbe Frage mit sich: Wie fühlen sich jetzt die No-coiner? Die Antwort war weniger schmerzhaft als erwartet. Niemand entschuldigte sich dafür, keine Kryptowährungen zu besitzen.

Hat Bitcoin das Allzeithoch von 2021 gebrochen?

Für einige ja: Der Preis ist auf 72.500 gestiegen und hat die Marke von 2021 hinter sich gelassen, als der Markt seinen Referenzwert bei 69.000 festlegte. Für andere ist die Aussage verfrüht und das Hoch noch nicht bestätigt. Die Diskrepanz scheint technisch, deutet aber auf etwas Unangenehmeres hin: die Schwierigkeit, einen Referenzwert für ein Asset festzulegen, das sich innerhalb von zwölf Monaten um 75 % bewegt.

Das Argument aus dem Krypto-Lager ist einfach: Wer draußen bleibt, bleibt nicht stehen, sondern wird ärmer. Da die Inflation die Ersparnisse auffrisst, bedeutet das Halten von Euro einen Kaufkraftverlust. Eine mittlere Position fasst die Idee eindringlich zusammen: Der Euro ist auch nur eine Coin. Wer Bitcoin am leidenschaftlichsten verteidigt, fügt hinzu, dass Gold in einer digitalen Welt keinen Sinn mehr ergibt und dass Zentralbankgeld den Wertverlust der Ersparnisse nicht abdeckt.

Inflation als zentrales Argument

Der Vergleich mit den Zentralbanken ist der Punkt, an dem die Debatte wirklich heiß wird. Manche behaupten, Banknoten seien nur farbige Papiere ohne andere Grundlage als menschliche Konvention, und jedes Asset sei genau so viel wert, wie die Leute vereinbaren. Nach dieser Logik ist Bitcoin nicht künstlicher als der Euro: Es ist eine weitere Konvention, mit dem Vorteil, dass niemand mehr drucken kann, wenn die Bilanz nicht stimmt.

Die Einwände kommen von anderer Seite: den Bankbilanzen. Es wird argumentiert, dass das Nicht-Abschreiben von Vermögenswerten in der Bilanz genau das ist, was einem Bank Run (corralito) vorausgeht, und dass wer dem System aus Gewohnheit vertraut, nicht vorsichtig ist, sondern nur routiniert handelt. Die Kernfrage lautet, ob eine Kryptowährung ohne institutionelle Absicherung der logische Hafen oder das schwächste Glied in der Kette ist.

Gold, Tulpen und was den Wert stützt

Gold taucht in allen Gesprächen auf und kommt nie gut weg. Ein Teil verteidigt, dass es sowohl in Euro als auch in Dollar auf Höchstständen notiert; der andere entgegnet, dass es kurz vor neuen Tiefständen steht. Beide Behauptungen kursierten gleichzeitig, was der beste Beweis dafür ist, dass niemand auf dasselbe Diagramm schaut. Hinzu kommt ein praktisches Detail: Die Echtheit von Gold zu überprüfen ist nicht trivial, während die von Bitcoin in Sekunden überprüft werden kann.

Der Vergleich mit den holländischen Tulpenzwiebeln ist der älteste Trick im Lehrbuch. Die Antwort aus dem Krypto-Lager lautet, dass diese Blase über fünfzehn Jahre dauerte und Bitcoin eine ähnliche Entwicklung durchlaufen hat, ohne vollständig geplatzt zu sein. Das stärkste Gegenargument besagt, dass Aktienindizes Unternehmen mit Cashflow und intrinsischem Wert repräsentieren, während Bitcoin im schlimmsten Fall Spekulanten repräsentiert, die den nächsten Käufer suchen. Terra-Aktien sind in den Archiven als Erinnerung daran, dass nicht alles, was steigt, weiter steigt. Eine Tulpe kostet übrigens heute etwa vier Euro.

Von 60.000 auf 16.000: Die Rechnung der Volatilität

Die Zahl, die im skeptischen Lager am häufigsten wiederholt wird, ist der Absturz: Von 60.000 auf 16.000 in zwölf Monaten, ein verdampftes 75%, ohne mit der Wimper zu zucken. Davor gab es eine andere Korrektur, von 69.000 auf 15.000. Wer am Höhepunkt mit geliehenem Geld kaufte, diskutiert jetzt nicht über Inflation; er zahlt die Rate. Daher kommt der häufigste Vorwurf: Man spricht nur, wenn es steigt, und in den Monaten des Zusammenbruchs erwähnt niemand das Thema.

Der eigentliche Vorwurf ist, dass öffentliche Begeisterung eine kommerzielle Funktion erfüllt: den Preis anzheizen, um den nächsten Leichtgläubigen anzulocken. Wer dies behauptet, erinnert daran, dass die Korrekturen mehr Verlierer gekostet haben, als der Anstieg Gewinner hervorgebracht hat, und dass diese Statistik in keinem Diagramm erscheint. Die Antwort von der anderen Seite ist, dass der Markt tut, was er tut, und niemand den Preis manuell festlegt, anders als beim Gold und seinem ETF, wie sie behaupten.

Wer gewinnt, wer verliert und der Überlebensbias

Hier taucht das schwerste widerlegbare Argument auf: Für jeden Millionär, der Gewinne zeigt, gibt es Tausende Ruinierte, die den Anstieg mit Krediten, Produkten zweifelhafter Qualität und mittelmäßigen Plattformen finanzierten. Das Kapital einer ganzen Familie wurde verwendet, um höher einzusteigen. Diese Kosten erscheinen nicht in den Schlagzeilen der Rekorde, und der wahre Wert dieses Ereignisses, so manche, ist didaktisch: Nie zuvor wurden Blasen so schnell aufgepumpt und wieder entleert, mit so großem medialen Aufwand.

Es gibt auch jene, die seit zehn Jahren dabei sind und anderes berichten: dass sie verkauft haben, um Ausgaben zu decken, dann mit Gewinn wieder verkauft haben und sich heute, bei Höchstpreisen, dafür ärgern. Es ist das Problem dessen, der zu früh recht hat. Auf der anderen Seite gesteht jemand, 2018 0,8 Bitcoin gehabt zu haben und heute nichts mehr zu besitzen. Und die Frage schwebt im Raum, die beide Lager nicht gut beantworten können: Welches Leben löst eine Investition von 3.000 Euro, wenn das Finanzamt seinen Anteil erwartet?

Bitcoin hat gerade eine Obergrenze überwunden, die viele für unmöglich hielten. Die Ersparnisse in Euro verlieren weiterhin stillschweigend und ohne Schlagzeilen an Kaufkraft. Beides ist gleichzeitig wahr. Was davon entscheidet die Rente in zwanzig Jahren?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (196 Antworten).

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