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Ausländische Bevölkerung in Spanien wächst 2022 dreißigmal schneller
Der Zensus 2023 zeigt: Von den 598.634 neuen Einwohnern sind nur 18.060 Spanier. Die ausländische Bevölkerung wächst deutlich stärker als die nationale.
Spanien gewinnt 580.574 ausländische Einwohner in einem Jahr
Wie viele neue Einwohner hat Spanien und woher kommen sie? Der Zensus zum 1. Januar 2023 weist eine Bevölkerung von 48.085.361 Personen aus, ein Anstieg von 1,26 % gegenüber dem Vorjahr. Das Detail ist entscheidend: Von den 598.634 gewonnenen Einwohnern besitzen nur 18.060 die spanische Staatsangehörigkeit. Die anderen 580.574 kamen aus dem Ausland. Anders gesagt, wuchs die ausländische Bevölkerung in einem viel höheren Tempo als die spanische, und der Migrationssaldo erklärt praktisch den gesamten Anstieg.
Im veröffentlichten Zensus hatten 12,7 % der Einwohner eine ausländische Staatsangehörigkeit, verglichen mit 13,1 % im Vorjahr. Diese Zahl lässt sich besser umgekehrt lesen: Ausländer stellen bereits einen von acht gemeldeten Einwohnern des Landes dar.
Kolumbien, Ukraine und Venezuela konzentrieren die Hälfte der Zuwanderer
Die größten Zuwächse verzeichneten Personen aus Kolumbien (142.391 mehr), der Ukraine (83.401) und Venezuela (64.498). Zusammen machen diese drei Länder fast die Hälfte der neuen ausländischen Einwohner aus. Marokkaner bleiben die größte ausländische Gruppe (893.953), vor Rumänen (629.755) und Kolumbianern (453.911).
Nach Regionen wuchs die Bevölkerung in allen autonomen Gemeinschaften außer Extremadura, wo sie um 2.502 Personen sank. Die größten Zuwächse gab es in Katalonien (140.140 mehr), der Autonomen Gemeinschaft Madrid (128.649) und der Autonomen Gemeinschaft Valencia (108.079). Relativ gesehen waren Torrevieja (6,8 %), Estepona (4,6 %) und Benidorm (4,3 %) die am stärksten wachsenden Gemeinden.
Warum wächst die ausländische Bevölkerung schneller als die spanische?
Das natürliche Wachstum in Spanien ist seit Jahren negativ; die Geburtenrate gleicht die Sterblichkeit nicht aus. Die Immigration deckt das demografische Loch. Das ist die Tatsache. Die Debatte beginnt bei der Frage nach den Kosten und Kriterien.
Einige argumentieren, dass das spanische Migrationsmodell Quantität vor Selektion stellt, mit Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt und öffentliche Dienstleistungen. Dem hält die offizielle Position entgegen: Ohne Migrationsströme würden das Rentensystem und der Arbeitsmarkt ausgehöhlt. Die optimistischste Berechnung geht davon aus, dass neue Einwohner die Beitragszahlerbasis stützen; das pessimistische Szenario nimmt an, dass sie Löhne und Wohnraum belasten, ohne das Grundproblem zu lösen.
Auswirkungen auf Wohnraum, Löhne und öffentliche Dienste
Der Bevölkerungsanstieg fällt mit Spannungen bei Mietpreisen und Immobilienkosten in Großstädten zusammen. Angebot und Nachfrage sind die häufigste Erklärung. Auch wird auf den Druck im Gesundheitswesen, Bildungswesen und bei Sozialleistungen hingewiesen, wobei oft kritisiert wird, dass Neuankömmlinge früher Zugang zu Leistungen erhalten als Inländer.
Die vollständigen Daten zu den Strömen, aufgeschlüsselt nach Nationalität und Provinz, zeigen überraschende Unterschiede. Die Daten des INE (Instituto Nacional de Estadística) liegen vor, aber die öffentliche Debatte streift sie nur oberflächlich.
Die Frage ist nicht, ob Spanien altert. Es ist, ob das gewählte Mittel – die Aufnahme von Menschen in diesem Tempo – von jemandem gewählt wurde. Niemand erinnert sich daran.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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