Billigurlaub-Image: Auslandsreisen sind kein Statussymbol mehr

Mit Auslandsreisen anzugeben gilt für die neue Elite inzwischen als geschmacklos. Kommt der Tourismus in der Heimat zurück?

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Urlaub im Ausland: der neue Fauxpas

Mit dem Angeberei am Flughafen ist es vorbei. Der gestempelte Pass hängt nicht mehr wie eine Medaille um den Hals; in der neuen gesellschaftlichen Ordnung des Sommers ist er eher eine Warnung. Ein Artikel von El Confidencial hat den Finger in die Wunde gelegt: Mit Reisen ins Ausland anzugeben ist zu einem Gesten von mehr als fragwürdigem Geschmack geworden. Die neue Elite posiert nicht mehr vor dem Kolosseum, sondern an der Bucht, die kaum das GPS kennt. Das Selfie vor dem Denkmal ist vom Trophäe zum Beweisstück geworden.

Nicht jeder glaubt daran. Manche erinnern daran, dass man bei den heutigen Preisen ein anderes Land günstiger besuchen kann als eine Woche auf Menorca, und dass es ein Luxus ist, billig mit arm zu verwechseln – ein Luxus, den sich nur leisten kann, wer die Rechnung am Monatsende nicht ansieht. Andere haben die Logik bis zum Äußersten getrieben: Der beste Urlaub ist der, der das Sofa nicht verlässt. 4K-Videos, Virtual-Reality-Brille, der Strand von Benidorm mit Klimaanlage und ein guter Käse. Keine Schlangen, keine Taschendiebe, keine Schwiegermutter.

Der Sommer ist zum klassenkämpferischen Schlachtfeld geworden, und jeder wählt seinen Graben. Wenn ein Freund das nächste Mal ein Foto aus Rom postet, überlegen Sie zweimal: Vielleicht ist er kein Privilegierter, sondern ein Billigurlauber. Oder umgekehrt. Das ist der Witz daran.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (12 Antworten).

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