Personalisierte Bildu-Propaganda und die Rechnung des Wahlkampfs
Was kostet es, wenn ein Flyer mit dem eigenen Namen im Briefkasten liegt? Dieses Detail hat ein Propagandastück von Bildu während des baskischen Wahlkampfs zum Gegenstand der Analyse gemacht. Ein Wähler – früher bei Herri Batasuna, der historischen Formation der linksnationalistischen Bewegung – fand in seinem Briefkasten einen namentlich adressierten Flyer mit Vornamen auf dem Titelblatt und einem Papiergewicht, das deutlich über dem üblicher Sendungen lag. „Von der gesamten Propaganda im Baskenland ist diese qualitativ am besten, vielleicht nur übertroffen vom PNV“, behauptet er, bevor er die Frage stellt, die den Wahlkampf durchzieht: Wer bezahlt das? Denn der PNV verfügt über mehr Struktur und personalisiert laut seinen Angaben nicht; auch staatliche Parteien würden dies nicht versuchen.
Die Kosten für die Drucklegung eines Flyers mit dem Namen des Wählers
Die Personalisierung der Flyer pro Empfänger, mit bereinigten Datenbanken und variabler Layoutgestaltung, treibt die Rechnung im Vergleich zu einer Standardauflage erheblich in die Höhe. Der Beobachter selbst stellt dies als eine Ausgabe dar, die ohne eine dahinterstehende Struktur kaum tragbar sei, und betont, dass das Material an konkrete Wähler gerichtet ist, nicht an einen generischen „Nachbarn“. Dies erfordert Kenntnis darüber, wer man ist, wo man wohnt und vor allem, dass man wahrscheinlich wählt.
Auffällig ist nicht nur die Stückkosten, sondern die Kombination der Mittel. Namentliche Postwurfsendungen, Plakate an Straßenecken und Veranstaltungen in kleinen Gemeinden gleichzeitig. Manche argumentieren, dass dieser Einsatz den PNV in eine optisch unterlegene Position bringt, fast wie eine provinzielle Partei. Es wird zudem, ohne jegliche Verifizierung, darauf hingewiesen, dass ein Teil dieser Druckkapazität aus früheren Strukturen des linksnationalistischen Spektrums geerbt sein könnte. Zu beachten ist, dass die Konten der im Parlament vertretenen Parteien geprüft werden und keine dieser Vermutungen bestätigt wurde.
Wer finanziert einen Wahlkampf, der explodiert, wenn Macht in Sichtweite rückt
Die im Rahmen der Analysen am häufigsten wiederholte Erklärung ist kein Komplott, sondern eine Logik des Wahlmarktes: Wenn eine Partei realistische Chancen auf die Regierungsbildung hat, öffnen sich die Türen zur Finanzierung. Es wird gesagt, dass, wenn diesmal eine Chance besteht, die sich vielleicht nicht wiederholt, übermäßige Ausgaben billig sind. Und es fehlt nicht daran, dass manche daran erinnern, dass ein Großteil dieser Ressourcen über die öffentlichen Subventionen, die Fraktionen erhalten, vom Steuerzahler kommt.
Dies ist der Punkt, den niemand abschließend klärt. Die Ausgaben für hochwertige Postwurfsendungen werden durch Mitgliedsbeiträge, Bankkredite, private Spenden oder öffentliche Zuschüsse finanziert. Das Verhältnis zwischen diesen Quellen ist unbekannt. Und diese Intransparenz, mehr als das Foto selbst, ist es, was ärgert.
Vom Wähler mit Baskenmütze zum Kandidaten ohne Krawatte
Die zweite Linie der Kritik ist ästhetischer Natur. Die Plakatvorlage zeigt Personen „zur Galerie hin gewandt, gut gekleidet, modern“, ohne die Bärte des ETA-Archetyps, ohne Baskenmützen oder etwas, das an das traditionelle Imaginäre erinnert. Die vorherrschende Lesart ist die eines PNV 2.0, oder direkt eines baskischen Sumar: sehr inklusiv und pogre, aber zweisprachig. Betont wird auch das Fehlen der klassischen Symbole der linksnationalistischen Bewegung, ersetzt durch freundlichere Referenzen.
Einige Entdeckung ist die Druckerei. Eine Strömung der Analyse vertritt die Ansicht, dass die Verlage und Werkstätten im Umfeld der linksnationalistischen Bewegung seit Jahrzehnten Plakate drucken und dass diese Kapazität weiterhin verfügbar ist.
Das Programm, das nicht auf dem Plakat steht: Steuererhöhung für Arbeitnehmer
Hier wird der Vorwurf wirtschaftlich statt ästhetisch. Es wird darauf hingewiesen, dass das Vorschlag eine Erhöhung der Steuern für Arbeitnehmer und das Ende der Absetzung für die eigene Wohnung umfasst, genau dann, wenn der harte Kern der beanspruchten Wählerschaft Lohnabhängige sind. Der Kontrast zwischen der modernen Fassade und dem fiskalischen Inhalt ist das unangenehmste Argument für die Partei.
Warum der Kampf Gemeinde für Gemeinde geführt wird
Bei den letzten Regionalwahlen waren PNV und EH Bildu die meistgewählten Kräfte in fast allen 251 baskischen Gemeinden, außer in Ermua (Bizkaia), einer sozialistischen Hochburg, und in Navaridas (Álava), wo bereits bei anderen Anlässen die PP gewonnen hatte. Die größte historische Unterstützung für die staatlichen Parteien gab es 1998, mit 28 Ortschaften. Es kursieren Prognosen, die von 30 Sitzen für Bildu sprechen, eine Zahl, die zumindest ein Beobachter für unrealistisch hält.
Mit dieser Karte ist die namentliche Postwurfsendung kein Laune, sondern Tür-zu-Tür-Arbeit mit Personalausweis. Und wenn das Papier so viel kostet, wie es scheint, hat jemand gerechnet, bevor es in den Druck ging. Dieselben Zahlen, die jetzt niemand zeigt.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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