Günstiges Bier: Von 0,17 € pro Dose bis 0,72 € pro Liter
Wie weit kann der Bierpreis sinken, bevor es nach Sprudelwasser schmeckt? Für Schnäppchenjäger reicht die Spanne von 0,17 € für die 33-cl-Dose der Carrefour-Eigenmarke bis zu 0,42 € für die halbliterige Perlenbacher bei Lidl. Dazwischen liegt ein Preisgeflecht, das kein Händler komplett veröffentlicht und das Käufer nur durch ihre Kassenbons rekonstruieren können.
Was kostet echtes Billigbier im Supermarkt wirklich?
Der meistgenannte Referenzwert ist die Argus bei Lidl: 0,24 € pro Stück, was den Literpreis auf 0,72 € bringt. Manche loben sie als „sehr empfehlenswert wegen des Preis-Leistungs-Verhältnisses“, während andere gestehen, dass sie beim ersten Schluck seltsam schmeckte und man sie später kistenweise kaufte. Die Koenigsbier von Carrefour hat denselben Preis, besteht aber keinen Qualitätscheck. Einen Cent teurer, bei 0,25 €, gibt es die Karlsquell, ebenfalls bei Lidl.
Darunter liegen die Carrefour-Eigenmarke mit 0,29 €, die El Águila zaina (Schwarzer Adler) bei Consum mit 0,23 € – etwas bitterer im Nachgeschmack und mit weniger Schaum – sowie die Karlsquell bei Aldi mit 0,39 €. Das Format entscheidet: Die Ein-Liter-Flasche Argus für 0,65 € ist günstiger als die Dose und laut vielen Gelegenheitskönnern auch geschmacklich besser, obwohl das letzte Drittel der Flasche oft an Qualität verliert.
Kontroverse herrscht um die Perlenbacher Festbier: 0,33 € pro Halbliterdose, 5,5 % Alkoholgehalt und 0,66 € pro Liter. Manche kauften 48 Dosen, andere urteilen ohne Umschweife: Sprudelwasser.
Das Ein-Euro-Angebot bei Alcampo: Schwarzbier, Stiegl und Zhigulí
Auslöser war ein Regal bei Alcampo mit Halbliterdosen für einen Euro. Unter den Ausgewählten fand sich ein Schwarzbier, das schnell Fans gewann, eine österreichische Stiegl mit auffälliger Dose und ein russisches Zhigulí-Bier, von dem niemand viel erwartete und das diese Erwartung erfüllte: Sehr kalt getrunken genießbar, sonst wenig überzeugend. Die Qualitätsreferenz bleibt bei Lidl mit Franziskaner und Benediktiner, die etwas teurer sind. Beim Schwarzbier tritt das klassische Missverständnis wieder auf: Viele hielten es für Weizenbier und bekamen einen deutlich röstaromatischeren Schluck als erwartet.
Warum enthält industrielles Bier Mais oder Reis?
Weil es billiger wird und den Körper leichter macht. Großbrauereien nutzen sechsrangige Gerstenmalze mit hoher diastatischer Kraft und ergänzen sie durch Adjunkte: Reis bei Damm, Mais bei Alhambra und ebenfalls Reis bei Budweiser. Das Problem ist nicht technischer, sondern etikettierungstechnischer Natur. Mahou 5 Estrellas deklariert Mais als milho – auf Portugiesisch –, was manche Konsumenten als Verschleierungstaktik ansehen. Der Indikator beim Verkosten: Wenn sich beim Erwärmen Butter- oder Kohldampfnoten zeigen, wurde reichlich Adjunkt verwendet.
Das alte bayerische Reinheitsgebot von 1516 wird oft als Qualitätssiegel angeführt, obwohl es selbst in Bayern nicht mehr strikt angewendet wird. Belgische Biere fügen Zucker hinzu, sogar Kandissirup, aus stilistischen Gründen; bei Werbe-Lagern dient Zucker einem anderen Zweck: Alkoholgehalt erhöhen, Kosten senken.
Wem gehört das Bier, das du trinkst?
Einer von vier Litern Weltbier gehört derselben Gruppe, InBev, dem Eigentümer von Franziskaner. Skol, das begann, Mais zuzusetzen und den Besitzer wechselte, ist heute je nach Region zwischen verschiedenen Armen des Oligopols aufgeteilt. Und die noch ausstehende Bewegung: das Übernahmeangebot von InBev für SABMiller, das den globalen Markt von vier großen Gruppen auf drei reduzieren würde.
Der Fall Águila zaina: Eine Marke, die in Córdoba wiederauflebte
Die Brauerei aus Asturien verschwand 1993. Alhambra – heute Teil von Mahou – kaufte die Marke und ließ sie jahrelang ruhen; nun wird in Córdoba ein Bier unter diesem Namen gebraut, das für 0,23 € pro Dose solide, aber unspektakulär ist. Alte Plakate mit dem Slogan „Águila zaina oro y espuma“ hängen noch in asturischen Bars. Die Anekdote hat sogar Aktenlage: Ein Privatdetektiv spionierte die Originalmarke aus.
Lohnt es sich, 1,50 € für Craft Beer zu zahlen?
Es gibt Blase und Stroh. Der Einstiegspreis lokaler Craft-Biere liegt selten unter 1,50 €, und die Qualitätsspanne ist enorm, mit Chargen von Anfängern, die zu Trappistenpreisen verkauft werden. Rochefort nummeriert übrigens nicht nach Grad: Die 6 liegt bei etwa 8 %, die 8 bei 10 % und die 10 bei 12 %. Es heißt sogar, dass in bestimmten Klöstern während der Fastenzeit das eigene Bier das einzige erlaubte Getränk war – und keineswegs leicht.
Die Ein-Euro-Grenze pro Liter und ihre Kritiker
Das verbreitetste Kriterium unter Schnäppchenjägern ist das Lonchafinismo (extreme Preisorientierung) angewandt auf Bier: Nicht mehr als einen Euro pro Liter zahlen und maximal zwei Euro für ein Luxusgut reservieren. Nicht alle stimmen zu. Manche argumentieren, es sei besser, an einem heißen Tag zwei Dosen gutes Bier zu trinken, als täglich Billigbier zu konsumieren, und nennen zwei unbequeme Gründe: Es ist weder gesund noch ökologisch, die Verpackungsmenge zu vervielfachen. Dem hält der Geldbeutel den Taschenrechner entgegen.
Und dennoch zahlen manche weiterhin 1,50 € für ein Craft-Bier, dessen Geschmack sie nicht kennen. Jeder hat seine eigene Strategie. Die Leber hingegen verhandelt nicht.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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