Jobsuche: Gruppentests, Ghosting und demütigende Verfahren
Naiara Puertas, 39 Jahre alt, saß mit zwölf weiteren Personen an einem Tisch. Vor ihr lag ein umgedrehtes Blatt Papier. Als sie es umdrehte, fand sie einen Fall vor, der Mobbing am Arbeitsplatz, Gewalt und Cybermobbing bei Kindern beschrieb. Ihre Aufgabe war es, die sarracena Verantwortung jeder Figur zu verteilen, während zwei Beobachterinnen Notizen machten. Die Stelle war eine Kommunikationsfachkraft in einem Kulturzentrum in San Sebastián. Es handelte sich um eine Vertretungsstelle für einige Monate. Der Prozess war ausgelagert. „In Anbetracht dessen, dass dies ein Verfahren für eine öffentliche Einrichtung ist, empfinde ich es als sehr demütigend, so sehr, dass es mich nicht einmal mehr wütend macht“, fasst Puertas zusammen, Autorin von At least you have a job. In Branchen mit einem Überangebot an Kandidaten ist die Jobsuche zu einem langen, intransparenten und psychisch zermürbenden Vorgang geworden.
Was ist Job-Ghosting und warum ist es so verbreitet?
Es ist die Antwort, die nie kommt. Nach mehreren Tests, Wochen des Wartens und manchmal sogar erbrachter unbezahlter Arbeit verschwindet das Unternehmen ohne Erklärung. Das Phänomen lässt sich durch eine Mischung aus Faktoren erklären: ein angespannter Arbeitsmarkt, technologische Fortschritte, die die Anzahl der Bewerber pro Stelle explodieren lassen, sowie die Auslagerung und Automatisierung der Prozesse. Der häufigste Vergleich wird mit Dating-Apps gezogen: Bewerber durchlaufen successive Filter und erhalten keine Rückmeldung.
Von der anderen Seite des Tisches wird die Verlängerung eingeräumt. Alberto Gavilán, Talentdirektor bei Adecco, betont, dass Unternehmen sich zunehmend bewusst sind, wie wichtig die Einstellung einer Person ist, und daher viele Vorsichtsmaßnahmen treffen. Der Personalberater Juan Martínez de Salinas fügt hinzu, dass viele Kandidaten aufgehört haben, nach Arbeit zu suchen, weil es Zeit, Opfer und mentale Erschöpfung bedeutet. Virginia, 39 Jahre alt und in der Werbebranche tätig, hat seit zehn Monaten keine Woche Pause eingelegt: „Ich habe die Phase der Ablehnung hinter mir gelassen und bin beim Überdruss angelangt: Es ist ein Leben im Kreislauf, in dem man ständig Aufwand betreibt und absolut keine Belohnung sieht.“
In welchen Branchen ist der Auswahlprozess am härtesten?
Das hängt von der Rolle und der Branche ab. Wo es ein großes Angebot an Arbeitnehmern gibt – etwa in Verwaltung oder Human Resources –, kann es sich das Unternehmen leisten, die Kandidaten zu ignorieren. Bei Profilen wie Ingenieuren oder IT-Spezialisten kehrt sich das Verhältnis um, und der Kandidat kann es sich leisten, den Recruiter anders zu behandeln. Selbst in diesem Sektor ziehen sich die Prozesse endlos hin: „Wenn ich bereits anderthalb Monate im Prozess stehe und kein Ende in Sicht ist, werde ich dann noch Lust haben weiterzumachen, wenn ich andere Angebote auf dem Tisch habe?“, fragte Eduard Teixidó, CEO von Opground. Die Abnutzung betrifft auch Junior-Stellen: Die Tests sind identisch, egal ob das Gehalt 20.000 Euro oder 150.000 Euro beträgt, wie die geschilderten Fälle zeigen.
Der 50-Euro-Schein und der gebrochene Wirbel
Es gibt Episoden, die jedes Drehbuch übertreffen. Im Jahr 2014 erstattete eine Kandidatin namens Clio Almansa Anzeige gegen das Unternehmen Ecoline 2010, weil der Interviewer während des Auswahlprozesses einen 50-Euro-Schein hervorholte und ankündigte, dass die Stelle demjenigen gehöre, der ihn zuerst schnappte. Im Wettbewerb brach sich Almansa einen Wirbel. Puertas beschreibt solche Prozesse als einen weiteren „Raum der Straflosigkeit“, in dem Unternehmen handeln, weil sie es können. Hinzu kommt die psychologische Bewertung: Beurteilungen, die den Lebenslauf, getroffene Entscheidungen und auch Zeiten der Arbeitslosigkeit bewerten, wobei Aspiranten berichten, dass sie nach Beendigung eines Videoanrufs weinend zurückblieben.
Was ändert die EU-Richtlinie über transparente Arbeitsbedingungen?
Die spanische Regierung hat die Umsetzung der EU-Richtlinie über transparente und vorhersehbare Arbeitsbedingungen genehmigt, die Transparenz in den Auswahlverfahren und eine würdige Behandlung der Kandidaten vorschreibt. Das Problem liegt im Zeitplan: Wahrscheinlich wird sie erst 2026 vollständig umgesetzt. Unter den erwarteten Maßnahmen ist die Veröffentlichung des Gehalts in Stellenanzeigen, was positiv gesehen wird, da der Verdacht besteht, dass einige Unternehmen das ganze Jahr über Gehaltserwartungen von Bewerbern sammeln, indem sie Stellen ausschreiben, die sie nie besetzen. Bis dahin bleibt der Prozess dem Ermessen des Arbeitgebers überlassen.
Ist es eine Frage der Erwartungen oder der Konkurrenz?
Hier öffnet sich der Riss. Eine Strömung vertritt die Ansicht, dass das Kernproblem in den Erwartungen liegt: Wenn die Wahrscheinlichkeit, eingestellt zu werden, minimal ist und die Kontrolle über das Ergebnis gering, sollte Ablehnung erwartet und nicht als persönliche Beleidigung empfunden werden. In dieser Lesart verschwindet die Demütigung, wenn man versteht, dass der Entscheider keine Ahnung von Ihrem professionellen Wert hat. Die Gegenreaktion ist sofortig: Einen Job zu finden ist nicht vergleichbar mit einem Lottogewinn, und Arbeit als zufälligen Preis zu betrachten, ist genau das Grundproblem. Eine weitere Analysestrategie weist auf die Fülle an Kandidaten in bestimmten Sektoren und den Mangel an Nachwuchs in Handwerksberufen hin; eine vierte betont Ausbildung, Sprachkenntnisse und Bereitschaft zur Mobilität. Darauf wird geantwortet, dass viele qualifizierte Menschen keine andere Wahl haben, als auszuwandern.
Die Abnutzung von Profilen, die außerhalb der Altersgruppe von 24 bis 28 Jahren liegen, und das Gefühl, Teil eines Katalogs mit zu vielen Optionen zu sein, erklären einen großen Teil des Phänomens. Und dann ist da noch das Kleingedruckte des Modells: Die Abfindung bei Kündigung sank von 60 Tagen pro Dienstjahr unter Franco auf 45 unter Felipe González und weiter auf 33 unter Mariano Rajoy. Mit dieser Treppe klingt die Forderung nach einem würdigen Einstellungsprozess fast revolutionär.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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