Bequeme Jobs in Spanien: Von Nachtwächtern bis Schuldienern

Ein spanischer Nachtwächter verdiente 2004 über 1.100 €; Forum-Nutzer beschreiben stressfreie Sitzjobs mit hoher Sicherheit.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Bequeme Jobs in Spanien: Von Nachtwächtern bis Schuldienern
Die Landkarte der bequemen Jobs: Wenig Aufwand, gutes Gehalt

Gibt es den bequemen Job? Ja, aber selten ist er das, was man sich als Kind vorstellt, und fast nie wird er durch Verdienst erreicht. Die am häufigsten genannte Antwort auf diese Frage klingt wie ein Witz: Sicherheitswächter. Und der Witz hält nur teilweise stand. Wenn man von einer gemütlichen Wachhütte aus die Schranke einer Fabrik hebt, nachts, mit einem UKW-Radio als einziger Gesellschaft, kann der Posten jeden Vergleich mit einem Büro bestehen. An der frischen Luft, in einem problematischen Industriegebiet und wenn es brenzlig wird, ist es jedoch ein riskanter Beruf.

Die Schranke, die Hütte und die Nachtschicht

Der Fall, der diese Bequemlichkeit am besten illustriert, stammt aus dem Jahr 2004. Nachtschicht in einer Fabrik, LKW-Einfahrt und sonst nichts. Arbeitszeit von 22:00 bis 06:00 Uhr: Man ging freitags um 06:00 Uhr morgens raus und kam erst montags um 22:00 Uhr zurück. Das Gehalt lag bei etwas mehr als 1.100 Euro, inklusive Nachtzulage. Die Schlussfolgerung jenes Sommers fasst halb Spanien zusammen: Mit diesem Gehalt war man vor zwanzig Jahren nichts, und heute würden viele für denselben Posten töten.

Langeweile war der Preis dafür. Ohne Handy, ohne Internet, nur mit einem Nokia und einem UKW-Radio wurde die Nacht endlos. Das ist der Punkt, den kaum jemand auf die Waagschale legt: Physische Bequemlichkeit erkauft man sich mit Langeweile, und Langeweile wiegt ab einem gewissen Alter schwerer als jede Rückenschmerz.

Sitzberufe: Bibliothek, Museum und Schuldiener

Der zweite Block der Antworten richtet sich auf die Verwaltung. Ein Bibliothekar in einer Gemeinde mit 15.000 Einwohnern arbeitet von 9:30 bis 13:30 Uhr und von 17:00 bis 20:00 Uhr, Montag bis Freitag, mit fast leeren Vormittagen – zwei Besucher – und einer Kaffeepause, die durch ein laminiertes Schild angekündigt wird. Sein Gehalt ist bescheiden, sein Stress null.

Darunter folgen die Varianten: Der Wächter eines Provinzmuseums ohne Publikum, der den Nachmittag mit der Zeitung verbringt, der Schuldiener (bedel), der Tore öffnet und schließt und läutet – oder nicht mehr läutet –, der Hausmeister, der sieht, wie der ganze August vergeht. Die gemeinsame Idee ist dieselbe: Geringes Arbeitsvolumen, hohe rechtliche Sicherheit und ein Kalender, der atmen kann.

An der Spitze dieser Skala steht ein auffälliger Fall: Der Feuerwehrmann an einem Flughafen, dessen Tag sich zwischen Fitnessstudio, Übungen und schlafenden Bereitschaften aufteilt, mit einem Gehalt, das der Erzähler als 'premium' beschrieb. Der Gegenpunkt ist offensichtlich: Wenn es wirklich brennt, riskiert jemand sein Leben.

Papierkram, Formulare und Beratungen: Nischen für Selbstständige

Ein anderer Weg führt nicht über Beamtenprüfungen, sondern über den Verkauf von Verwaltungsakten. Datenschutz, Gleichstellungspläne und Arbeitsschutz sind Pflichten, die jedes Unternehmen auf dem Papier erfüllen muss. Ein Forennutzer stellte fest, dass ein generisches Formular genügt, vier Dinge pro Kunde anpassen und 400 Euro pro Dienstleistung berechnen: Drei Dienstleistungen pro Firma ergäben 1.200 Euro im Jahr, sodass man mit 30 Kunden bereits ein Gehalt hätte, ohne kaum das Büro zu betreten.

In denselben Topf gehören, laut einem anderen Nutzer, die psychologische Beratung – 60 bis 70 Euro pro Sitzung, mit dem Ziel, 5.000 Euro bei vier Stunden täglicher Arbeit zu fakturieren – und die Lehre an der UNED (Fernuniversität), wo, stets nach seinem Bericht, keine Pflicht zur Präsenzlehre oder Aufzeichnung von Vorlesungen besteht und einige Skripte seit Jahren keinen Tippfehler korrigiert wurden. Dozenten mit Forschungsauftrag würden zudem Zulagen erhalten, indem sie jährlich dieselbe Simulation mit zwei geänderten Parametern veröffentlichen.

Das Kleingedruckte: Schicht, Ort und Verantwortung

Hier gilt es, innezuhalten. Derselbe Job verändert sein Gesicht je nach Ausübungsort. Ein Wächter in einer Luxuswohnanlage ist nicht derselbe wie auf einer Baustelle, noch ein Verkäufer in einem ruhigen Laden wie in einem, das ständig schwierige Kunden empfängt. Gut zusammengefasst wird dies durch den Vergleich zwischen einem konfliktbeladenen Gesundheitszentrum und einem ländlichen Ambulatorium: Der Titel ist identisch, das Leben nicht.

Auch gibt es Stimmen, die die Träumerei von unten entzaubern. Pflege beispielsweise wird von einem Nutzer als Abkürzung mit minimalem Verantwortungs- und Engagementanspruch beschrieben. Zur Nachtschicht herrscht Einigkeit: Sie zahlt mehr, ja, aber im Thread lehnten manche diesen Schichtplan für etwas mehr als 1.100 Euro ab, außer bei extremer Notwendigkeit.

Wo kein Konsens herrscht

Der Konsens bricht bei der Definition von Bequemlichkeit zusammen. Für manche bedeutet es, keine körperliche Anstrengung zu leisten; für andere, die Arbeit nicht mit nach Hause zu nehmen; für eine dritte Gruppe, ein hohes Gehalt zu haben, auch wenn der Job hart ist – zehn Jahre auf einer Ölplattform und dann ein ruhiges Leben mit Segelboot und einigen jährlichen Touristenreisen. Und am zynischsten Rand tauchen Optionen auf, die das Legalistische oder Ethische streifen, die hier nicht einmal erwähnt werden.

Was Bestand hat, ist die grundlegende Beobachtung: Die Bequemlichkeit bringt nicht der Beruf, sondern der konkrete Einsatzort. Eine identische Stelle kann ein Schnäppchen oder ein Fluch sein, je nach Filiale, Schicht und Chef.

Nach diesem Kriterium existiert der perfekte Job. Man muss nur die richtige Wachhütte finden. Und dass sie einem niemand wegnimmt.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (140 Antworten).

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