Begoña Gómez bittet um Rückgabe ihres Reisepasses für den Sommerurlaub

Begoña Gómez, in Spanien wegen Korruption unter Untersuchung, hat beantragt, dass ihr der Reisepass zurückgegeben wird – mit Verweis auf den Sommer. Der Antrag löst Unglauben und Kritik aus.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Begoña Gómez fordert die Rückgabe ihres Reisepasses: „Der Sommer kommt"

Kann man bei einem Richter die Rückgabe des Reisepasses beantragen, weil die Urlaubszeit naht? Begoña Gómez, die Ehefrau des spanischen Ministerpräsidenten, die wegen mutmaßlicher Korruptionsdelikte untersucht wird, hat es versucht. Ihre Verteidigung hat die Aufhebung der Maßnahme beantragt, die ihr die Ausreise aus Spanien untersagt – mit Verweis auf die bevorstehende Sommerzeit.

Der Antrag, der am Mittwoch bekannt wurde, hat eine Welle von Reaktionen ausgelöst, die meisten voller Ironie. „Es ist aus gesundheitlichen Gründen, sie muss in die Karibik reisen, um ihre Dosis Vitamin D zu bekommen“, fasste ein Analyst in den sozialen Medien zusammen. Andere erinnerten daran, dass die Maßnahme ergriffen wurde, um einer möglichen Flucht vorzubeugen, und dass der Antrag den Gerichtsprozess verharmlost.

Begoña Gómez ist in einem Verfahren angeklagt, in dem es um mutmaßliche Unregelmäßigkeiten bei der Besetzung ihrer Universitätsprofessur geht. Der zuständige Richter ordnete die Einziehung des Reisepasses an, weil es Anhaltspunkte dafür gab, dass sie das Land verlassen könnte. Nun argumentiert ihre Verteidigung, die Sommersaison rechtfertige die Rückgabe des Dokuments.

Ein Recht oder ein Privileg?

Jeder Bürger kann die Änderung von Untersuchungsmaßnahmen beantragen. Die Gerichte wägen jedoch in der Regel die Schwere der untersuchten Delikte und das Fluchtrisiko ab. In diesem Fall ist das Urlaubsargument zumindest auffällig. Das Gefühl von Straflosigkeit, das es vermittelt, ist in der öffentlichen Meinung angekommen.

„Die leben in einer anderen Welt“, fasste ein Kommentar in den sozialen Medien zusammen. Vergleiche mit Königin Marie Antoinette und ihrem „Wenn sie kein Brot haben, sollen sie Kuchen essen“ sind allgegenwärtig. „Die Frau des Kaisers tauscht Brot und Kuchen gegen ein ‚passt mir gerade nicht, verdirbt mir nicht den Urlaub'“, spottete ein anderer.

Währenddessen zahlen Bürger, die sich keine Karibikreise leisten können, weiter ihre Hypotheken ab. Die Justiz, jene Dame mit verbundenen Augen, scheint ein Auge auf den Urlaubskalender der Elite zu haben.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (12 Antworten).

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