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Bareto: Patatas bravas für 7 Euro in Madrid
Bareto plant 25 Standorte bis 2025. Kritiker bemängeln hohe Preise wie 7 Euro für halbe Portionen Bravas.
Bareto eröffnet achte Filiale, während klassische Bars verschwinden
Ein Geschäft, das Ende 2021 im ehemaligen Café Correos an der Calle Alcalá 55 entstand, plant, 2024 mit 13 Standorten abzuschließen und 2025 auf 25 zu wachsen. Die Brüder Curro (33) und Enrique Sánchez del Amo (51) verstehen sich als Gastronomen, nicht als Unternehmer, und betonen die Rückkehr zur Thekenkultur. Das von Guía Repsol ausgezeichnete Konzept verkauft jährlich 33.000 Liter Bier und 40.000 Portionen Bravas. Doch die Preise sind hoch: halbe Portion Bravas für 7 Euro, Tortilla-Spieß für 5, Ensaladilla für 9 pro Tapa. Für das Marketing günstig, für den Geldbeutel teuer.
Was ist Bareto und woher kommt es?
Der Ursprung war das 2015 in Majadahonda gestartete Konzept "Tienes toda la ración", das wegen schlechter Lage scheiterte. Mit Bareto änderte man die Strategie: Terrassen und hoher Fußgängerverkehr sind Pflicht. Daher liegen die Filialen nahe dem Bahnhof Atocha, im Espacio Caleido und am Plaza de Olavide. Die Muttergesellschaft Barbillón Family & Corp umfasst 14 Geschäftseinheiten.
Kulinarisch erfindet man nichts Neues, was die Gründer zugeben. Es gibt Torreznos, Bravas mit Schinken in der Soße, Flamenquines mit Cecina und Cheddar für 13 Euro, Ensaladilla mit Würfelpatate und Eiern sowie eine arabische Torte aus Blätterteig als Markenzeichen. Gemüse ist bei den Gästen weniger beliebt.
Der Preis als Streitpunkt
Hier bricht die Erzählung zusammen. Der Artikel preist günstiges Essen und Bier, doch die Zahlen sprechen dagegen. Halbe Bravas für 7 Euro, Ensaladilla für 9. Manche sagen, dafür bekommt man in einer normalen Bar ein komplettes Menü, andere nennen es eine Falle für Touristen und Wohlhabende. Der Vergleich mit Migranten-Bars, die volle Portionen billiger servieren, taucht immer wieder auf.
Gegenargumente haben auch Gewicht: Ein Lokal an der Calle Alcalá gegenüber dem Madrider Rathaus ist teuer, und strenge Hygiene- und Arbeitsvorschriften machen die Eröffnung einer traditionellen Bar kostspielig. Wenn die klassische "Bar Paco" stirbt, liegt es nicht nur an der Konkurrenz, sondern daran, dass sie für Einzelunternehmer unwirtschaftlich geworden ist.
Die Bar Paco als Kultobjekt
Nostalgie dient hier als Maßstab. Eine echte Bar Paco hat den Besitzer 14 Stunden hinter der Theke, Spielautomaten, Garnelenschalen auf dem Boden, benutzte Servietten, ein Lager statt eines Bads und eine spanische Flagge mit Stiermotiv. Bareto hingegen, gestaltet von Alejandra Pombo (bekannt für Projekte wie Paraguas), ist sauber, hell und steril. Zu steril.
Viele sagen: Eine Bar Paco kann man nicht künstlich nachbauen. Das Konzept passt nicht zur Franchise-Idee, da Authentizität physische Präsenz des Besitzers erfordert. Fußballübertragungen bleiben jedoch überall erhalten, mit teuren Reservierungen an Spieltagen.
Inklusiv, resilient und andere Unwörter
Das Wort "inklusiv" hat der Marke mehr geschadet als jede kulinarische Kritik. In Zeiten, in denen Corporate Language selbst Frühstückskarten erreicht, klingt die Bezeichnung "für alle geeignet" wie eine Pressemitteilung. Die Ironie ist offensichtlich: Wenn inklusiv, dann sicher auch resilient und nachhaltig.
Zudem leidet die Gastronomie unter einem schlechten Ruf bezüglich Arbeitsbedingungen, den der Artikel ignoriert: lange Tage, prekäre Verträge, hohe Fluktuation. Dass sich die Gründer als Gastronomen sehen, ändert nichts an diesem Problem.
Was die eigenen Zahlen verraten
33.000 Liter Bier, 40.000 Brava-Portionen, acht Filialen, Plan für 25 im Jahr 2025. Das sind Kettenzahlen, keine Nachbarschaftsbar-Daten. 35 % der Kunden kommen wegen der Marke, der Rest wegen der Nähe. Kalkuliert man nüchtern, basiert das Modell auf Standort und Volumen, nicht auf Stammkundschaft. Das erklärt, warum das Konzept repliziert werden kann, ohne dass ein "Paco" hinter der Theke stehen muss.
Die Frage ist nicht, ob Bareto wirtschaftlich funktioniert. Das tut es. Die Frage ist, ob es einen Bar oder die Nostalgie davon verkauft. Und ob diese Nostalgie, verpackt und franchisiert, noch echt ist oder nur Kulisse.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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