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Banken schließen Wettlauf um Spareinlagen bei Euribor von 1,2 % aus
Während spanische Banken trotz steigender Zinsen keine Einlagen verzinsen, zahlt Sabadell 2 % und italienische Anbieter bis zu 4 %. Das Sparverhalten bleibt unter Druck.
Banken schließen Wettlauf um Spareinlagen bei Euribor von 1,2 % aus
Warum verteuern sich Hypotheken, während Girokonten weiterhin keine Zinsen abwerfen? In der ersten Jahreshälfte 2010, als der Euribor knapp über 1,2 % lag, verzinsten spanische Banken die Einlagen ihrer Kunden mit 4 % oder 4,5 %. Nun bewegt sich der Euribor wieder auf diesen Wert von etwa 1,2 % zu, doch für das Sparguthaben der Kunden wird weiterhin nichts gezahlt. Die Branche räumt ein: Der damalige Kampf um Liquidität wird sich nicht wiederholen.
Warum erhöhen Banken die Einlagenzinsen nicht, obwohl die Leitzinsen steigen?
Die offizielle Erklärung ist kurz. Im Jahr 2010 war die Bilanzstruktur der Banken unausgewogen — mehr Aktiva (Kredite) als Passiva — und sie kauften Liquidität zu jedem Preis. Das aktuelle Argument ist das Gegenteil: Die Institute schwimmen in Liquidität dank jahrelanger expansiver Geldpolitik der EZB, und die Regulierung nach der Kreditkrise verpflichtet sie zu größeren Puffern gegen Kapitalabflüsse. Übersetzung: Sie brauchen Ihr Geld nicht, also bieten sie nicht dafür.
Das angeführte Vorbild kommt aus Großbritannien: Bei einem Leitzins von 1,75 % liegt die Verzinsung von Einlagen unter 0,5 %. Und die Richtlinie, die EZB-Präsidentin Christine Lagarde durchblicken lässt, deutet auf einen offiziellen Zinssatz von 1 % im September hin, mit Spielraum für weitere Erhöhungen, falls die Inflation nicht sinkt. Auf dem Papier sollte dies die Einlagenzinsen nach oben treiben. In der Praxis wagt niemand in der Branche, dies zu versprechen.
Vom 2 % des Sabadell bis zu den 4 % italienischer Einlagen
Etwas tut sich, wenn auch langsam und mit Einschränkungen. Sabadell bietet ein Online-Konto an, das bis zu 2 % für die ersten 30.000 Euro verzinst, beschränkt auf Neukunden ohne vorherige Geschäftsbeziehung: Es geht nicht um die Gewinnung von Einlagen, sagen sie, sondern um Kundengewinnung. Renault Bank hat schrittweise ein Konto mit 1,61 % und eine zweijährige Einlage mit über 3 % eingeführt. Facto zahlt 4 % für drei Monate und 4,25 % für sechs Monate. MyInvestor hat sein Konto auf 2,5 % erhöht, allerdings nur im ersten Jahr.
Außerhalb Spaniens öffnet sich das Spektrum: Einjährige Einlagen mit 4,15 % in Italien, 3,45 % in Estland, bedingungslose Konten mit 2 % in Deutschland. Die vollständige Liste mit Laufzeiten, Kündigungsbedingungen und Kleingedrucktem je Institut macht dieses Thema eher zur Geduldsprobe als zur Renditejagd.
Hypotheken: 114 Euro mehr pro Monat für Standarddarlehen
Während die Einlagenzinsen stagnieren, bewegen sich die Kreditzinsen von allein. Eine Standardhypothek über 150.000 Euro mit 25 Jahren Laufzeit, die im August neu bewertet wird, kostet etwa 114 Euro mehr pro Monat: fast 1.400 Euro zusätzlich pro Jahr. Der Euribor, der zeitweise negativ war, notiert nun täglich bei etwa 1,4 %. Auch neue Festzins-Hypotheken sind teurer geworden, und variable Darlehen spüren dies bei jeder Anpassung. Heute abzuschließen ist nicht dasselbe wie vor einigen Monaten, und daran gibt es nichts zu diskutieren.
Was passiert, wenn ich mein Geld bei einer ausländischen Bank anlege?
Die Meldepflicht über Formular 720 greift erst bei Einlagen über 50.000 Euro außerhalb Spaniens; darunter muss nichts gemeldet werden. Was jedoch immer angegeben werden muss, sind die erzielten Erträge, sei es aus Einlagen, Dividenden oder Kursgewinnen. Die Garantie ist dieselbe wie hier: Die Einlagensicherung deckt bis zum gesetzlichen Limit, mit dem Hinweis, dass bei einem Systemzusammenbruch alle gleichzeitig betroffen wären.
Für jene, die keine Grenzen überschreiten wollen: Die letzte Auktion spanischer Schatzwechsel mit 12-monatiger Laufzeit wurde bei 1,408 % abgeschlossen, die mit 6 Monaten bei 0,868 %. Diese Zahlen werden von ausländischen Einlagen deutlich übertroffen.
Der Rat der Branche: Fonds, Staatsanleihen und verzinsliche Konten
Die Banken bestehen darauf, dass konservative Sparer bereits von steigenden Zinsen profitieren können, indem sie verzinsliche Konten, Staatsanleihen, private Anleihen oder Geldmarktfonds nutzen. Das unbequeme Detail folgt sogleich: In den letzten Jahren hat die Branche die klassische Anlage in risikofreie Einlagen erfolgreich auf Produkte außerhalb der Bilanz wie Investmentfonds umgelenkt, die Gebühren generieren auch bei Verlusten. Der Sparer trägt das Risiko; die Bank kassiert die Gebühr.
Das Fenster für 4-%-Einlagen schließt sich
Auffällig am Ende ist der Zeitplan. Die Institute haben begonnen, die Verzinsung ihrer Einlagen zu senken, bevor die EZB überhaupt gehandelt hat, und im Markt gilt die praktische Obergrenze bereits bei 2,5 %: Darüber hinauszugehen wird schwierig. Die Berechnung der realen Rendite hilft nicht weiter. Bei einer wahrgenommenen Inflation zwischen 4 % und 5 % bleiben von nominal 2,5 % nach Steuern kaum 2 % übrig. Verlieren oder verlieren.
Bleibt der offizielle Trost, wiederholt mit größter Feierlichkeit: Konservative Sparer können bereits von den Zinserhöhungen profitieren. Profitieren. So lautet das Wort.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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