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Ayuso: Migranten müssen Jobs machen, die Spanier ablehnen
Ayuso verteidigt im Parlament den Einsatz von Migranten für von Spaniern abgelehnte Arbeiten. Debatte über Vox' Verdrängungseffekt und geordnete Substitution.
Ayuso verteidigt, dass Migranten die Jobs übernehmen, die Spanier nicht mehr wollen
Die Präsidentin der Region Madrid, Isabel Díaz Ayuso, hat im Regionalparlament dafür plädiert, dass Migranten Stellen besetzen, die inländische Arbeitskräfte ablehnen. "Jemand muss doch ihre Häuser putzen, ihre Ernten einfahren und ihre Häuser bauen", erklärte sie vor dem Hintergrund der Debatte um den sogenannten Verdrängungseffekt (Efecto Expulsión) der Partei Vox. Das Zitat hat die Diskussion um das spanische Arbeitsmodell neu entfacht: eine Wirtschaft, deren Wettbewerbsfähigkeit laut Analysen teilweise auf ausländischen Arbeitskräften mit niedrigen Löhnen und prekären Bedingungen beruht.
Was Ayuso gesagt hat und in welchem Kontext
Die Madrider Präsidentin äußerte sich während einer Parlamentsdebatte über die Migrationspolitik der Zentralregierung und die Vorschläge von Vox. Die sozialistische Sprecherin warf ihr in derselben Sitzung vor: "Ihr Kabinettschef und Ihr Partner haben gelogen zugegeben. Sie werden es auch tun müssen." Der Schlagabtausch fand in einer Plenarsitzung statt, bei der Migration erneut zum Hauptstreitpunkt zwischen PP und PSOE in der Versammlung von Madrid wurde.
Ayusos PP wird von Rivalen vorgeworfen, wie Podemos zu reden und sich wie Podemos zu verhalten – eine Paradoxie, die die Verwirrung im politischen Feld Spaniens zusammenfasst. Die Präsidentin, die 2012 als Kommentatorin in der Sendung La Tuerka auftrat, sieht, wie ihre Migrationsrhetorik sich mit der Linken deckt, wenn es um Regularisierung geht, während sie gleichzeitig Wähler aus Lateinamerika in Madrid anzieht.
Der Verdrängungseffekt und die geordnete Substitution
Das von Vox geprägte Konzept des Verdrängungseffekts besagt, dass massive Zuwanderung einheimische Arbeitskräfte aus ganzen Sektoren verdrängt. Ayuso lehnt dies implizit ab, indem sie behauptet, Spanier wollten diese Jobs nicht mehr. Die Diskussion findet in einem Land statt, das laut den im Debattenverlauf genannten Daten über zwei Millionen Arbeitslose zählt. Dies wirft einen Widerspruch auf: Wenn Arbeitslosigkeit herrscht, warum braucht man dann ausländische Arbeitskräfte?
Einige argumentieren, das Problem sei nicht fehlende Hände, sondern fehlende würdige Löhne. Die optimistischste Berechnung geht davon aus, dass ohne Migrantenlöhne steigen würden und Einheimische zurückkehren könnten. Das pessimistische Szenario warnt, dass die Produktionsstruktur binnen Tagen stillstünde: Ohne Migranten gäbe es keine Lebensmittel in den Regalen, Felder blieben unbestellt und Grunddienstleistungen kollabierten.
Auswirkungen auf Wohnraum und Löhne
Die Zuwanderung fiel mit einer beispiellosen Krise beim Zugang zu Wohnraum zusammen. Manche Analysen sehen darin, dass der demografische Druck auf den Immobilienmarkt die Mieten in die Höhe getrieben und die Unabhängigkeit junger Spanier unmöglich gemacht hat. Andere halten mangelnde Bautätigkeit und Spekulation für das Problem, nicht die ausländische Nachfrage.
Bei den Löhnen hat der Wettbewerb um gering qualifizierte Stellen die Gehälter in Branchen wie Gastronomie, Bauwesen oder Landwirtschaft gedrückt. Befürworter der Regularisierung argumentieren, Migranten übernähmen Jobs, die Inländer wegen der Bedingungen ablehnen. Gegner entgegnen, diese Jobs seien gerade deshalb schlecht bezahlt, weil ein unbegrenztes Angebot an Arbeitnehmern existiere, die sie akzeptieren.
Die politische Paradoxie: Von La Tuerka zur Versammlung
Ayusos Werdegang vom TV-Kommentator in La Tuerka zur Präsidentin von Madrid illustriert die Volatilität der politischen Rhetorik in Spanien. 2012 gab sie an, von Pablo Iglesias "begeistert" gewesen zu sein. Heute deckt sich ihre Migrationsrhetorik mit der Linken bei der Verteidigung von Migrantenrechten, während ihre Steuer- und Wohnungspolitik der liberalen Rechten folgt.
Ayusos PP versucht, die 200.000 lateinamerikanischen Wähler in Madrid zu gewinnen, eine wachsende Gemeinschaft, die zum umkämpften Stimmenreservoir geworden ist. Das Zitat über Hausarbeit und Ernteeinholung kann als Annäherung an diese Wählerschaft gewertet werden, aber auch als Bestätigung des Modells der geordneten Substitution, das Vox kritisiert.
Die Debatte um moderne Sklaverei
Vergleiche mit Sklaverei schwebten über der Diskussion. Einige Teilnehmer behaupten, der spanische Kapitalismus brauche billige Arbeitskräfte, um Gewinnmargen zu sichern, und illegale Migration erfülle genau diese Funktion. Andere kontern, das Problem sei nicht der Kapitalismus, sondern interne Verräter, die unlauteren Wettbewerb ermöglichten.
Der irritierende Fakt: In einem Land mit über zwei Millionen Arbeitslosen importiert man Arbeiter für Jobs, die laut der Präsidentin Spanier nicht machen wollen. Die offene Frage bleibt, ob dies eine unbequeme Realität ist oder eine Ausrede, um Löhne nicht zu erhöhen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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