Ayuso bei Horizonte: Das Interview, mit dem sie Iker Jiménez' Regel bricht

Ayuso bricht Iker Jiménez' Regel bei Horizonte: „Ein Diktator hat sich ins System eingeschlichen“. Das Interview entfacht die Debatte über Medien und das Camp an der Puerta del Sol neu.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Ayuso bei Horizonte: Das Interview, mit dem sie Iker Jiménez' Regel bricht
Ayuso bei Horizonte: Das Interview, mit dem sie Iker Jiménez' Regel bricht

Die Regierungspräsidentin der Comunidad de Madrid, Isabel Díaz Ayuso, setzte sich diesen Monat auf das Set von Horizonte, der Sendung von Iker Jiménez auf Cuatro. Sie ist keine übliche Gastgeberin: Der Moderator lädt, so heißt es, normalerweise keine aktiven Politiker ein – nur in Ausnahmefällen. Diesmal brach er seine eigene Regel. Das Interview, das in der Nacht ausgestrahlt wurde, wurde zum Epizentrum einer Diskussion, die Politik, Medien und Einschaltquoten vermischt.

Was sagte Ayuso bei Horizonte?

Der Satz, der am meisten kursierte, ist nur einer: „Ein Diktator hat sich ins System eingeschlichen“. Sie sagte ihn ohne erhobene Stimme, mit jener Mischung aus Lächeln und Urteilsspruch, die sie so wiedererkennbar macht. In der Sendung ging es auch um das Camp an der Puerta del Sol, wo eine Gruppe von Demonstranten eine Ehrung für Ceuta boykottierte, indem sie Bilder gegen die Madrider Regierungspräsidentin projizierten. Die Comunidad de Madrid kündigte vorsorgliche Maßnahmen an, um die Campierenden zu räumen, die in manchen Schlagzeilen als „saltimbanquis con Macintosh“ – als Gaukler mit Macintosh – bezeichnet wurden.

Der Moderator verbarg seine Nähe zur Interviewten nicht. „So ist sie, seit ich sie vor 9 Jahren kennengelernt habe“, schrieb ein Anhänger in den sozialen Medien. Andere betonten, dass Ayuso bei solchen Interviews „ehrlich“ sei und dass ihr Zuspruch in Madrid unbestreitbar ist. Das Gespräch kam darauf, ob die Regierungspräsidentin bei den Parlamentswahlen antreten könnte. „Sie hat einen Sprung zu den Parlamentswahlen nicht ausgeschlossen“, merkte jemand an, der die Ausstrahlung verfolgt hatte.

Das Camp an der Sol und der juristische Machtkampf

Der andere große Block der Sendung war das Camp an der Puerta del Sol. Wie berichtet wurde, boykottierten die Demonstranten eine Ehrung für Ceuta mit Projektionen gegen Ayuso und Almeida. Die Comunidad de Madrid kündigte an, nach Ablauf des 48-Stunden-Ultimatums ohne Räumung eine verwaltungsgerichtliche Klage einzureichen. Im Studio wurden Bilder einer Horizonte-Reporterin gezeigt, die von den Campierenden angegangen wurde. Die Szene, die in den sozialen Medien verbreitet wurde, wurde zum Symbol der angespannten Stimmung.

Manche behaupten, das Camp reagiere auf einen konkreten Räumungsfall in Madrid und dass die Madrider Regierungspräsidentin aus politischer Bequemlichkeit auserkoren wurde. Andere argumentieren, das Wohnungsproblem sei strukturell und die institutionelle Antwort komme zu spät. Die Debatte über den Zugang zu Wohnraum, bei weiterhin hohen Preisen, schwebt über der gesamten Diskussion.

Der Duell der Quoten: Horizonte gegen TVE

Das Interview entfachte den ewigen Streit über Meinungsvielfalt in den Medien neu. Ein Teil der Zuschauer behauptet, Horizonte sei ein Format, in dem nur Anhänger des Moderators zu Wort kommen. Ein anderer Teil entgegnet, dass im TVE rechte Talkshowgäste beleidigt würden und über alle, die nicht mit dem PSOE übereinstimmen, Spott ausgegossen werde. Der Fall von Sara Santaolalla und dem Kommunisten Villaroya in Malas Lenguas wurde als Gegenbeispiel zitiert.

Das eigentliche Argument ist wirtschaftlich: Manche Medien finanzieren sich über private Werbung, andere über öffentliches Geld. „Der Sender Cuatro macht es mit seinem eigenen Geld“, schrieb jemand, „während die öffentlich-rechtlichen Medien ihre Hexensabbate mit dem Geld von allen machen“. Die Diskussion kam darauf, ob echte Pluralität überhaupt irgendwo existiert oder ob sie nur ein Etikett ist, das jeder Sender benutzt, wie es ihm passt.

Der Feijóo-Faktor und die Zukunft der PP

Ein großer Teil des Gesprächs drehte sich um die Führung der PP. Das am häufigsten wiederholte Fazit: Ayuso lässt Feijóo „hunderttausend Mal“ alt aussehen. „Wenn die PP statt des blutleeren Galiziers Ayuso aufstellen würde, würden sie mit absoluter Mehrheit davonziehen“, schrieb ein Anhänger. Andere, skeptischer, erinnerten daran, dass „am Ende alles ein verdammtes Theater“ ist und dass Umfragen sich nicht immer in Stimmen übersetzen.

Iker Jiménez selbst veröffentlichte in den sozialen Medien einen Tweet mit Ayusos Satz über den Diktator. Das Interview hatte, so diejenigen, die es gesehen haben, Momente der Vertrautheit und andere der Spannung. „Zum ersten Mal kann ich Ayuso leiden“, gestand jemand. „Es wirkt, als säße sie in der Kneipe mit den Kumpels, lästert und regelt die Welt“.



Das Interview lässt eine Frage offen: Ob Ayusos Zuspruch in Madrid auf Parlamentswahlen übertragbar ist oder ob alles, wie die Enttäuschten vermuten, ein bloßes Studio-Spektakel bleibt. Klar ist: Horizonte ist nicht mehr nur eine Sendung über Mysterien.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (383 Antworten).

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