Ayuso-Attika für 6,3 Mio. Euro löst internen Machtkampf der PP aus

Die Anzeige wegen des Kaufs eines Luxusattikas in Madrid für 6,3 Millionen Euro verschärft den innerparteilichen Konflikt der Partido Popular und setzt Isabel Díaz Ayuso unter Druck.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Das 6,3-Millionen-Euro-Attika von Ayuso: Der Brand kommt von innen

Wie schwächt man eine Regionalpräsidentin, die jahrelang das wertvollste Wahlkampfasset ihrer Partei war? Es braucht keinen Gegner von außen. Eine Anzeige, ein Luxusattika im Stadtteil Chamberí und eine runde Zahl reichen aus: 6,3 Millionen Euro. Die dem Madrider Regionalregierung zugeschriebene Transaktion hat etwas Unbequemer als einen möglichen Straftatbestand auf den Tisch gebracht: den Verdacht, dass der Schlag nicht von links kommt, sondern aus den eigenen Reihen.

Was steckt hinter der Anzeige zum Attika-Kauf in Chamberí?

Iustitia Europa, die rechtliche Organisation hinter der konservativen Bürgerinitiative Hazte Oír, reichte bei den Gerichten in Madrid eine Anzeige gegen den Kauf eines Attikas im zentralen Viertel Chamberí durch die Regionalregierung ein. Der Betrag: 6,3 Millionen Euro. Parallel dazu forderte die Nebenklage, vertreten durch den Bruder von Premierminister Pedro Sánchez, Ermittlungen zur Operation „Planifica Madrid“, mit Hinweisen auf mögliche Amtsmissbrauch, Veruntreuung von öffentlichen Geldern und Betrug. Es sind zwei unterschiedliche Fronten, aber sie teilen ein Muster: öffentliche Gesellschaften, hohe Summen und Kleingedrucktes, das niemand erklärt.

Das Detail, das am meisten beunruhigt, ist nicht das Gekaufte, sondern das Fehlende. Es fehlen Protokolle, ordnungsgemäß ausgefüllte Unterlagen über eine Kapitalerhöhung der öffentlichen Gesellschaft in Höhe von rund 9 Millionen Euro und der Bericht, der rechtfertigt, warum eine neue Immobilie nötig war – und warum genau diese und keine andere.

Freundfeuer: Der interne Streit, den niemand unterschreibt

Bemerkenswert ist, woher der Angriff kommt. Wer anzeigt, ist nicht die Opposition, sondern eine Struktur, die dem kulturellen rechten Flügel verbunden ist. Das Hintergrundrauschen deutet auf einen internen Machtkampf innerhalb der Partido Popular zwischen den Anhängern von Ayuso und denen von Alberto Núñez Feijóo hin, mit Namen wie Cayetana Álvarez de Toledo und Ester Muñoz im Lager Letzterer. Manche gehen weiter und behaupten, im Umfeld des Attikas seien gefälschte Beweise konstruiert worden, wobei der Schatten auf die Parteizentrale in der Calle Génova fällt.

Die politische Kalkulation ist einfach. Wenn Ayuso in den Umfragen wuchs und ihr Sprung in die nationale Politik gemunkelt wurde, musste jemand sie bremsen. Die Hypothese des Freundfeuers braucht keine Beweise, um zu kursieren; es braucht nur, dass der Angriff nicht so aussieht, was er ist.

Ayusos Antwort: „Ich wusste nichts davon“

Die Madrider Präsidentin verteidigte sich mit zwei Schritten. Erstens distanzierte sie sich: Sie sagte, sie habe nichts von der Transaktion gewusst, was sofort den Ball zu einem ihrer Minister lenkte. Zweitens kündigte sie an, das Attika zu verkaufen. Für manche eine agile Reaktion, die den Skandal entschärft; für andere das stille Eingeständnis, dass die Sache faul roch.

Dann folgte die Provokation: „Wenn ihr beweist, dass ich beim Attika gelogen habe, trete ich zurück. Wenn nicht, tretet ihr zurück.“ Bluff oder Meisterzug, je nachdem, wen man fragt. Was nicht geklärt wird, ist die Kernfrage: Wer hat den Kauf autorisiert und mit welcher Begründung?

Der Vergleichsmaßstab: 497.000 Euro und 7 Millionen

Das häufigste Verteidigungsargument ist das „Und du mehr“. Den 6,3 Millionen Euro des Attikas werden die übrigen Fälle spanischer Korruption entgegengehalten: die 5 Milliarden Euro der andalusischen Affären oder rechtskräftige Verurteilungen wegen Veruntreuung deutlich geringerer Summen. Die meistzitierte Zahl ist die von 497.000 Euro, die angeblich für eine 25-jährige Haftstrafe ausreichten. Daraus folgt das Argument: Misst man den Maßstab in Millionen, entkommt niemand; misst man ihn proportional, sind alle gleich schuldig.

Hier stößt die Analyse an ihre Grenzen. Manche sehen einen aufgeblasenen Kleinfall durch politische Interessen; andere den nächsten Beweis dafür, dass Korruption je nach Parteibuch beurteilt wird. Und die vollständige Aufschlüsselung, Posten für Posten, mit den kreuzenden Zahlen jedes Verfahrens, ergibt eine Differenz, die jeden überrascht, der sie mit Stift und Papier berechnet.

Fazit

Die wesentliche Frage bleibt unbeantwortet: Wer hat unterschrieben, mit welchem Bericht und warum wusste niemand davon? Das Attika steht jedenfalls zum Verkauf. Die Comunidad de Madrid findet, wie gute Familien, immer einen Schuldigen und eine Wohnung, um ihn dort abzuladen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (186 Antworten).

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