Autofahren und Adipositas: Die Debatte um Kausalität

Eine Studie von Dr. Bassett stellt eine Verbindung zwischen Autos und Fettleibigkeit her, doch Experten bezweifeln den ursächlichen Zusammenhang.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Autofahren und Adipositas: Die Debatte um Kausalität

Eine Studie von Dr. David R. Bassett Jr. setzt die Nutzung von Automobilen mit Adipositas in Verbindung. Darauf aufbauend wird in der Debatte hinterfragt, ob die Korrelation tatsächlich eine Kausalität impliziert. Die Diskussion, die die Arbeit ausgelöst hat, offenbart etwas Unbequemeres: Die Korrelation existiert zwar, aber die Kausalität hält einer genaueren Prüfung nicht stand.

Der erste Riss entsteht durch die Geografie. In Spanien hat Asturien die höchste Adipositasrate des Landes für beide Geschlechter, und das nicht etwa wegen eines übermäßigen Fuhrparks. In Oviedo regnet es mehr als ein halbes Jahr, im Winter friert es und fast alles ist bergauf oder bergab. Wer acht Kilometer von der Arbeit entfernt wohnt, hat es schwer, täglich 16 Kilometer bei Regen, Verkehr und ohne Radweg zu radeln. Das Fahrrad funktioniert in Amsterdam, weil Amsterdam flach und trocken ist und die entsprechende Infrastruktur besitzt. Das Ergebnis zu kopieren, ohne die Bedingungen zu kopieren, ist methodischer Anfängerfehler.

Macht das Auto dick oder die Ernährung?

Der zweite Schlag gegen das Narrativ kommt über die Ernährung. Die USA haben die höchsten Adipositasraten des Planeten und eine Stadtplanung, die einen selbst für den Brötchenkauf zum Auto zwingt, aber der entscheidende Faktor dort ist nicht der Fahrersitz: es ist die industriell verarbeitete Nahrung im Einkaufswagen. Manche fassen es schroff zusammen: Man verbrennt Kalorien beim Radfahren und gleicht sie dann mit zwei Gebäckstücken wieder aus, sodass die Bilanz schlechter ausfällt als vor der Abfahrt.

Die dritte Front ist die Zeit. Eine Zwölf-Stunden-Schicht in der Fabrik plus zwei Pendelwege mit dem Fahrrad ist kein Lebensmodell, sondern Heldentum. Für diese Fälle gibt es eine Alternative, die in Kampagnen fast nie erwähnt wird: das 49-ccm-Moped, das dieselbe Strecke in fünfzehn Minuten zurücklegt, mit minimalem Verbrauch und ohne dass man ins Schwitzen gerät. Das Fahrrad macht im Bereich von null bis fünf Kilometern Sinn, und mit elektrischer Unterstützung geht es etwas weiter. Danach bricht das Argument zusammen.

Die Falle des unvollständigen Bewegungsmangels

Hier gilt es, zwei Dinge zu trennen, die in der Schlagzeile vermischt werden. Das eine ist der Bewegungsmangel, das andere das Fahrzeug, das für den Transport genutzt wird. Jede Aktivität, die dazu führt, dass man sitzt, würde eine ähnliche Grafik wie die Autonutzung erzeugen: Die Fernsehstunden zeichnen beispielsweise eine fast identische Kurve. Wenn man die drei Variablen — Auto, Sofa und Adipositas — kreuzt, ist das Ergebnis keine Studie mehr, sondern ein Durcheinander.

Und dann ist da noch das Detail, das den Determinismus entlarvt: Es gibt Menschen, die vom Zug aufs Auto umgestiegen sind, täglich dreißig Minuten gewonnen haben und drei Kilo zugenommen haben. Aber sie haben auch Bizeps aufgebaut, weil das Auto keine Servolenkung hatte und das Parken fünfzehn Manöver pro Zentimeter erforderte. Die Anekdote ist gleichermaßen real wie lächerlich und zeigt, dass sich der Körper an das anpasst, was man von ihm verlangt, und nicht an die Bezeichnung des Fahrzeugs.

Wenn Studien zu Predigten werden

Die vierte Front ist politisch. Ein Teil der Analyse besagt, dass diese Arbeiten nicht unschuldig sind: Sie sind Teil einer breiteren Kampagne gegen das Privatauto und gegen bestimmte Lebensmittel, und sie werden immer in derselben Verpackung präsentiert — ökologisch, gesund, modern — ohne die Nachteile zu nennen. Der Verdacht ist nicht unbegründet. Wenn eine Studie dazu dient, eine Gebühr, eine Einschränkung oder einen Radweg zu rechtfertigen, sollte man prüfen, wer sie finanziert und welche Schlussfolgerung bereits im Vorfeld feststand.

Am anderen Extrem gibt es jene, die das Recht einfordern, übergewichtig zu sein, ohne belehrt zu werden, und jene, die daran erinnern, dass es in Konzentrationslagern keine Adipösen gab — nicht aus freien Stücken, sondern aufgrund von Hunger und körperlicher Arbeit. Der Vergleich ist plump, aber er deutet auf etwas Wahres hin: Das Gewicht ist das Ergebnis eines Cocktails aus Genetik, Ernährung, Bewegung, Einkommen und verfügbarer Zeit. Alles auf das Auto zu reduzieren, ist eine absurde Vereinfachung.

Die vollständige Kalkulation, mit den Kilometern, den Zeiten und den Kosten jeder Alternative, führt zu einem Schluss, der beide Seiten verunsichert: Das Auto macht nicht dick, aber das Leben, zu dem es zwingt, schon. Und dieses Leben wählt der Fahrer nicht.

Wie viele derjenigen, die diese Kampagnen unterzeichnen, parken zwei Kilometer von ihrem Büro entfernt, um das letzte Stück zu Fuß zu gehen?

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (101 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

Volver