Preiserhöhungen retten die Branche nicht: Absatz in Deutschland bricht um 28 % ein
Die Neuzulassungen von Autos brechen in Europa ein. Deutschland verzeichnet einen Rückgang von 28 %, Spanien von 6,5 % im August, laut Branchendaten. Die Strategie der großen europäischen Marken schien klar: weniger Einheiten verkaufen, aber zu höheren Preisen, um die Margen zu halten. Die Zahlen zeigen jedoch, dass dies nicht funktioniert. Die Verbraucher haben aufgehört zu kaufen, und das liegt nicht nur am Preis.
Der Einbruch in Deutschland ist besonders auffällig. Die größte Volkswirtschaft Europas, historisches Motorfahrzeug-Zentrum, sieht ihre Industrie bluten, während japanische Marken, die auf Hybrid statt reine Elektro gesetzt haben, den Schock besser überstehen. Toyota, Honda und Mazda widerstanden dem erzwungenen Elektrifizierungstrend und liegen vorerst richtig.
Warum brechen die Autoverkäufe in Deutschland ein?
Der Rückgang von 28 % in Deutschland lässt sich nicht allein durch Preiserhöhungen erklären. Es gibt einen explosiven Cocktail: Das Elektroauto kommt nicht vom Fleck, Subventionen werden gestrichen oder gekürzt, und der europäische Verbraucher hat das Vertrauen verloren, dass sein nächstes Auto besser sein wird als das vorherige. Die Hersteller setzten alles auf eine Technologie, die noch nicht ausgereift ist, und auf einen Preis, der mit dem Verbrenner gleichzieht, statt ihn zu unterbieten.
Das Ergebnis ist, dass Verbrennermodelle, die eigentlich verschwinden sollten, weiterhin im Katalog bleiben, weil sie die einzigen sind, die die Leute kaufen. Der Volkswagen Polo oder Passat, die ein Ablaufdatum hatten, werden Jahr für Jahr verlängert. Die Marken sind von der Realität des Marktes überwältigt und haben keine Reaktionsfähigkeit.
In Spanien ist der Rückgang geringer, bei 6,5 %, aber der Markt kam bereits von sehr niedrigen Niveaus. Der durchschnittliche Spanier kann sich kein neues Auto zu den aktuellen Preisen leisten. Ein Basis-Kompaktwagen kostet über 30.000 Euro, und der typische Käufer flüchtet zum Gebrauchtwagenmarkt oder dehnt die Lebensdauer seines aktuellen Fahrzeugs bis ins Unermessliche.
Die Strategie: Preise erhöhen, um weniger zu verkaufen
Die Taktik der großen Marken war bekannt: Wenn ich nicht verkaufe, erhöhe ich den Preis. Weniger Einheiten, höhere Marge pro Einheit. Ein auf dem Papier fehlerfreier Plan, der scheitert, wenn der Käufer einfach aufhört zu kaufen. Nicht allzu lange prahlten Manager einiger Marken damit, dass es ihnen egal sei, weniger Autos zu verkaufen, solange sie mehr pro Stück verdienen. Die Realität hat ihre PowerPoint-Präsentationen korrigiert.
Einige behaupten, das Problem liege im Angebot: Europäische Marken haben ihre Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Koreanern, Japanern und Chinesen verloren. Was verkauft wird, ist koreanisch, japanisch oder Dacia, Marken, die ähnliche Produkte zu niedrigeren Preisen bieten. Der Käufer ist nicht dumm und vergleicht. Ein Dacia bringt Sie an dieselben Orte wie ein Audi, und in einigen Sicherheitstests schnitt er sogar besser ab als Modelle der Volkswagen-Gruppe, die doppelt so viel kosten.
Die Paradoxie besteht darin, dass die europäischen Hersteller die ersten waren, die Dekarbonisierungsrichtlinien befürworteten, die sie nun erdrücken. Sie unterstützten Fahrverbote, Umweltanforderungen und erzwungene Elektrifizierung. Jetzt fordern sie mehr Zeit, mehr Hilfen und mehr Flexibilität. Den Boden haben sie selbst bereitet.
Elektroautos kommen nicht an, Verbrenner werden teurer
Das Elektroauto überzeugt den europäischen Käufer immer noch nicht. Hoher Preis, begrenzte Reichweite und ein unzureichendes Ladenetzwerk sind die drei Bremsen, die niemand gelöst hat. Das Versprechen war, dass das E-Auto preislich mit dem Verbrenner gleichziehen würde, aber das Gegenteil ist eingetreten: Der Verbrenner wurde teurer, um mit dem E-Auto gleichzuziehen. Der Verbraucher zahlt für den Übergang.
Unterdessen sind die klassischen Diesel- und Benzinmotoren weiterhin am gefragtesten. Manche sehnen sich nach dem 1.9 TDI zurück und behaupten, wenn man ihn wieder produzieren wolle, sei es zu spät. Die Natrium-Ionen-Batterietechnologie, die E-Autos auf 15.000 bis 20.000 Euro verbilligen könnte, ist noch nicht auf dem Markt. Mit der aktuellen Technologie ist das Elektroauto für Länder mit mittlerem Einkommen wie Spanien nicht praktikabel.
Das Grundproblem ist, dass die europäischen Marken den Zug der zugänglichen Innovation verpasst haben. Toyota entwickelte den Hybrid, um minimal zu verschmutzen, ohne auf Praktikabilität zu verzichten. Honda ging einen anderen Hybridsystem-Weg. Mazda riskierte effiziente Verbrennungsmotoren. Die Japaner setzten nicht alles auf Elektro und atmen heute besser.
Was passiert mit Volkswagen und der Beschäftigung in der europäischen Automobilindustrie?
Volkswagen steht vor einer beispiellosen Krise. Das Unternehmen erwägt Entlassungen von 15.000 Mitarbeitern, Dacia von 11.000, laut Brancheninformationen. Der deutsche Riese ist ineffizient geworden, zu groß, um schnell zu reagieren, und hat eine Kostenstruktur, die den Absatzrückgang nicht verkraftet. Niemand traut sich, das Notwendige zu tun, aus Angst vor den Folgen.
Die schwebende Frage ist, ob das Problem nur bei den Preisen liegt oder ob mehr dahintersteckt. Deutschland erlebt keine allgemeine Wirtschaftskrise, aber seine Automobilindustrie, das Juwel in der Krone, blutet. Die angekündigten Entlassungen werden Dominoeffekte bei Zulieferern und in der gesamten Wertschöpfungskette haben. Die Automobilindustrie beschäftigt Millionen Menschen in Europa direkt und indirekt.
Der private Käufer hat seine Haltung geändert. Autos werden zunehmend zum Luxusgut für einen wachsenden Teil der Bevölkerung. Wer kann, verlängert die Lebensdauer seines aktuellen Fahrzeugs. Wer nicht kann, kauft gebraucht. Wer wechseln muss, sucht koreanische, japanische oder Dacia-Modelle. Europäischen Premium-Marken fehlt der Massenmarkt.
Der perfekte Sturm hat sich aus vier Fronten gebildet: Volle Konzentration auf Elektro, steigende Preise, wachsende regulatorische Anforderungen und Fahrverbote. Jeder Faktor einzeln wäre handhabbar. Zusammen haben sie den Markt gesprengt. Die Hersteller, die sich gegen die erzwungene Elektrifizierung wehrten, gewinnen die Partie. Diejenigen, die der Erzählung folgten, verlieren sie. Und währenddessen schaut der europäische Verbraucher auf sein altes Auto und rechnet aus, wie viele Jahre er es noch nutzen kann.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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