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Auswanderung aus Spanien auf höchstem Stand seit 2014
Spanien verzeichnete 339.358 Abwanderungen im Jahr 2021 und 196.827 im ersten Halbjahr 2022, ein Anstieg von 11,7%. Die Debatte über Löhne, Steuern und Fachkräftemangel bleibt offen.
Fachkräfteabwanderung: 339.358 Menschen verließen Spanien im Jahr 2021
In der Diskussion wird das Beispiel einer venezolanischen Uber-Fahrerin in den USA angeführt, die Berichten zufolge bei zwölf Stunden Arbeit täglich 500 Dollar netto verdient, nach Abzug der Plattformgebühren und Benzinkosten. Sie schickt Geld an ihre Familie. Diese Anekdote ist keine Statistik, spiegelt aber die Stimmung eines Landes wider, das sich lange fragt, warum seine Menschen abwandern. Die Zahlen zur Fachkräfteabwanderung sind nun da: Von 219.491 Migranten im Jahr 2020 stieg die Zahl auf 339.358 im Jahr 2021, und allein im ersten Halbjahr 2022 wurden 196.827 Abwanderungen registriert, ein Anstieg von 11,7% gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Es sind die höchsten Werte seit 2014. Der Rekord liegt weiterhin bei 2013 mit 463.746 Auswanderern, was oft als Argument dient, um die aktuelle Alarmbereitschaft zu dämpfen. Ein wiederkehrendes Detail der Wortwahl: Medien beginnen, jene, die das Land verlassen, als „Migranten“ zu bezeichnen, derselbe Begriff wie für jene, die einreisen. Zwei verschiedene Phänomene, eine einzige Bezeichnung.
Wie viele Menschen wandern aus Spanien aus und wann schnellten die Zahlen hoch?
Der Anstieg konzentriert sich auf 2021: Die Abwanderungen stiegen von 219.491 im Jahr 2020 auf 339.358, und das erste Halbjahr 2022 zeigte bereits ein höheres Tempo mit 196.827 Registrierungen und einem jährlichen Zuwachs von 11,7%. Um ein schwächeres Jahr zu finden, muss man bis 2014 zurückblicken.
Die Interpretation hängt vom Fokus ab. Verglichen mit dem Höhepunkt von 2013 liegt die aktuelle Reihe darunter und lässt sich statistisch als normal einstufen. Verglichen mit den unmittelbar vorangegangenen Jahren ist der Sprung jedoch vertikal. Dies ist die Version, die auf der Straße dominiert, und nicht die, die offizielle Schlagzeilen meist liefern.
Warum werden spanische Gehälter mit denen in den USA verglichen?
In der Diskussion werden akzeptierte Zahlen genannt: Eine Arbeitslosigkeit von etwa 3% in den USA gegenüber 14% in Spanien sowie eine Armutsquote von 10% gegenüber den 30%, die Spanien zugeschrieben werden. Ein Teilnehmer beziffert den US-Durchschnittslohn für seine technische Position auf 70.000 Dollar, im Vergleich zu dem, was für dieselbe Arbeit in Spanien gezahlt wird.
Der Haken liegt bei den Ausgaben. Rund 1.400 Euro monatlich sind die übliche Zahl für einen Plattformfahrer in Spanien. Die Zwölf-Stunden-Schicht, die die eingangs erwähnte Anekdote trägt, hat auch Schattenseiten: angesammelte Müdigkeit, Unfallrisiko und Gesundheitsrechnungen in einem Land ohne öffentliche Versorgung. Manche nennen es die „Milchmädchenrechnung“.
Steuern, Lebenshaltungskosten und die Berechnung vor der Auswanderung
Es wird behauptet, der Staat nehme durch Sozialbeiträge, Einkommensteuer (IRPF) und indirekte Steuern mehr als 60% des Erwirtschafteten ein. Es ist eine Zahl, die in Debatten wie ein Slogan wiederholt wird, ohne detaillierte Aufschlüsselung.
Der Vergleich mit Nordeuropa taucht immer auf. Das durchschnittliche schwedische Gehalt wird laut einem Teilnehmer auf 3.877 Euro monatlich beziffert, gegenüber den 2.300 Euro, die Spanien zugeschrieben werden. Die Kehrseite der Lebenshaltungskosten zeigt ein anderer Nutzer, der in Frankreich lebt und Preise wie Blumenkohl für 4 Euro oder ein Kilo Mandarinen für 7 Euro in bestimmten Gebieten nennt. Und dann gibt es den Fall Dubai, bei dem im Diskurs behauptet wird, dass private Einwohner keine Einkommensteuer zahlen. Die vollständige Aufschlüsselung dieses Vergleichs, Posten für Posten, ermöglicht es, Brutto- von Nettoeinkommen nach Beiträgen, Miete und Gesundheit zu unterscheiden.
Wer geht: Ärzte, Ingenieure und die unbequeme Nuance
In der Debatte dominieren technische Profile: Gesundheitspersonal, insbesondere Ärzte, und Informatikingenieure. Die grundlegende Beschwerde ist nicht nur das Gehalt, sondern die Kluft zwischen der erhaltenen Ausbildung und den angebotenen Stellen, besonders außerhalb der Großstädte.
Und hier kommt der unbequeme Fakt. Analysen der INE-Statistiken deuten darauf hin, dass mehr als 80% der Auswanderer ausländische Staatsbürger sind. Das bedeutet, dass ein großer Teil der vermeintlichen Abwanderung von Spaniern tatsächlich rückkehrwillige eingebürgerte Personen sind, die in ihr Herkunftsland zurückkehren oder anderswo Glück versuchen. Parallel dazu behauptet ein Teilnehmer, dass 3 bis 4 Millionen Menschen mit spanischer Staatsangehörigkeit im Ausland leben, eine Zahl, die seiner Meinung nach die offizielle Zählung nicht erreicht, weil viele sich nicht beim Konsulat anmelden.
Mit 196.827 Abwanderungen in nur sechs Monaten lautet die Frage nicht mehr, ob Spanien Menschen verliert, sondern wen. Und die Antwort der Zahlen bringt beide Lager in Verlegenheit: jene, die einen irreparablen Brain-Drain beklagen, und jene, die schwören, dass niemand geht.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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