Mit 50 arbeitslos: Vertrag unterschrieben, Wohnung verkauft
Buchhalter, fünfundzwanzig Jahre Berufserfahrung, bald fünfzig. Arbeitslos. Er fühlt sich wie auf dem Titanic-Deck: Er weiß, dass das Schiff sinkt, findet aber keine Kraft, sich bis zu einem Rettungsboot durchzukämpfen. Jetzt sei die Zeit zum Auswandern, argumentiert er. Was fehlt, sind die körperliche Fitness, das Alter, die Sprachkenntnisse und der Verkauf der Wohnung.
Und die Wohnung hat ihre Tücken. In seiner Gemeinschaft zahlt die Hälfte der Nachbarn nicht die Gebühren, und für die Zahlungswilligen haben sie sich fast verdoppelt. Verkaufen, um wegzugehen, ist logisch. Verkaufen bei einer zerstrittenen Gemeinschaft ist etwas ganz anderes.
Wohin wandert man, wenn die Landkarte überall gleich aussieht?
Die diskutierten Ziele zeichnen ein viel engeres Bild als es scheint. Portugal ist wegen Nähe und Sprache die erste Wahl. Andorra erscheint als steuerliches und kulturelles Refugium: billig ist es nicht, aber machbar. Weiter weg kommt Thailand ins Spiel wegen der Preise – je nach Region 30 % bis 50 % günstiger als in Spanien –, allerdings ohne öffentliche Gesundheitsversorgung und mit einer privaten Versicherung, die aus eigener Tasche bezahlt werden muss.
Georgien klingt nach einer jüngeren Entdeckung – außerhalb der EU, orthodox, entspannteres Leben –, hat aber zwei Haken: Man braucht Englisch, und der Beitritt zur Europäischen Union steht noch zur Debatte. Bulgarien und Rumänien werden aus einem weniger romantischen Grund genannt: Nur etwa 3 % ausländische Bevölkerung, weil dort wenig verdient wird und keine Zuschüsse locken. Dann bleibt Mitteleuropa: Die französischsprachige Schweiz als Endziel, Frankreich als Zwischenstation, Polen und Ungarn scheitern an der Sprache, Dubai oder Katar für Fachkräfte mit guten Englischkenntnissen. Kein Ort ist gratis.
Die unverkaufte Wohnung und die verdoppelten Gebühren
Immobilien sind das zweite Hindernis, nicht nur wegen des Verkaufspreises. Ein vernachlässigtes Gebäude zieht auch die Pflichtbewussten hinab: Wer zahlt, zahlt für zwei. Die Erinnerung an die Krise von 2008 taucht schnell auf, mit einer Anekdote, die sich in vielen Treppenhäusern wiederholt: Eine Hypothek über 125 % des Hauswerts auf 45 Jahre für einen Installateur und eine Friseurin, die zusammen kaum 1.000 Euro im Monat verdienen. Ein Nachbar verlor 1.000 Euro durch den Zahlungsausfall eines anderen. Die Sarracena ist alt und gilt immer noch: Den Verfall der Immobilien zahlen am Ende die, die ihren Pflichten nachkommen.
Kann man mit 50 auswandern?
Hier ist die Trennlinie klar. In diesem Alter wandert man nur mit unterschriebenem Vertrag aus, so eine Analyse: Mit Ausbildung und Erfahrung kann man in jedem Alter gehen, solange die Bedingungen vor dem Abflug geklärt sind. Ohne Abschluss oder Beruf schrumpft das Fenster auf etwa 25 Jahre, wenn man noch ohne Verpflichtungen sein Glück versuchen kann. In den wiederholten Tipps im Thread ist die größte Hürde nicht der Lebenslauf, sondern die Sprache.
Es gibt Gegenbeispiele. Eine Geschichte stammt von jemandem über 54 Jahren, gutem Englisch und Französisch und weniger als zwei Monaten bis zur Kündigung, der es ernsthaft plant. Andere gingen mit weniger als 2.000 Euro und ohne Sprachkenntnisse zurück aus medizinischen Gründen. Die Spanne ist groß, die Ergebnisse unterschiedlich.
Das öffentliche Netz, das die Reise finanziert
Es gibt das europäische Netzwerk EURES, das Reisen zu Vorstellungsgesprächen oder Stellenantritte im Ausland fördert. Das Verfahren läuft persönlich bei der zuständigen Agentur ab: Man reicht den Link zur Stelle ein, füllt Formulare mit Interviewtermin und Firmendaten aus und weist bei Einstellung die Anmeldung nach. Es ist eine der wenigen Hilfen, die ein durchschnittlicher Spanier nutzen kann, oft unbewusst.
Zirkulieren auch sektorale Programme, wie im Transportwesen in Deutschland mit Berufsführerschein, Sprachschulung und einer einjährigen Bindungsfrist, wenn die Firma die Qualifizierung finanziert. Voraussetzungen, Auswahlverfahren und Kleingedrucktes inklusive.
Der Plan B ohne Grenzen
Nicht alle Wege führen über Zollgrenzen. Wer Homeoffice machen kann, erhält oft den Rat, die Großstadt zu verlassen und den Laptop in einer mittelgroßen Stadt in Galizien, León oder Palencia aufzustellen, wo die Lebenshaltungskosten das Gehalt spürbar entlasten. Das sogenannte leere Spanien (España vaciada) taucht sogar als inländisches Migrationsziel auf, halb scherzhaft, halb ernst.
Das Gegenargument ist simpel: Ein Länderwechsel ohne Kontinentwechsel löst nichts, da dieselben Probleme im gesamten Westen bestehen. Für jene, die diesen Rahmen akzeptieren, bleibt die Wahl zwischen Bleiben und Kämpfen oder Bleiben und Durchhalten.
Mit diesen Fakten ist die überraschendste Zahl keine Immobilienstatistik. In der anonymen Umfrage, die dem Thema zugrunde liegt, und laut Interpretation des Thread-Erstellers geben fast 60 % an, sich in einer schlechten Lage zu befinden, und die Mehrheit will weg; nur 30 % sagen, es gehe ihnen gut, und davon beziehen viele öffentliche Gelder. In diesem Szenario ist es nicht verwunderlich, dass ein 50-Jähriger Flüge sucht. Verwunderlich ist, dass es noch Menschen gibt, die packen, und solche, die im selben Wohnblock für ihr Bleiben kämpfen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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