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Auslandswähler übersteigen Einwohnerzahl in 123 spanischen Gemeinden
Das CERA-Register übertrifft die lokale Bevölkerung in 123 Gemeinden und verdoppelt sie in 21, was durch das „Enkelgesetz“ die politische Landkarte Spaniens neu ordnet.
Auslandswähler übersteigen Einwohnerzahl in 123 spanischen Gemeinden
Die Daten des Wählerregisters für im Ausland lebende Spanier (CERA) zum Stand vom 1. Juli 2026 haben alle Alarmglocken läuten lassen: In 123 spanischen Gemeinden gibt es bereits mehr registrierte Auslandswähler als gemeldete Einwohner, und in 21 dieser Gemeinden übersteigt die CERA-Zahl die Wohnbevölkerung um mindestens das Doppelte. Diese Zahl ist kein bloßes Verwaltungsdetail: Sie ist der Beweis dafür, dass das Wählerverzeichnis auf legalem Weg neu geschrieben wird, und die Debatte über die politischen Folgen hat gerade erst begonnen.
Das Enkelgesetz und der Effekt von Madarcos
Der auffälligste Fall ist Madarcos in der Region Madrid: 54 CERA-Wählern stehen 52 Präsenzwähler gegenüber. In einem Dorf mit nur 50 Einwohnern gibt es mehr externe als interne Wähler. Dieses Phänomen wird den Masseneinbürgerungen zugeschrieben, die im Rahmen des Gesetzes zur Demokratischen Erinnerung – bekannt als „Enkelgesetz“ – bearbeitet wurden. Dieses Gesetz ermöglichte es Nachkommen von Spaniern, die Staatsbürgerschaft zu erhalten, ohne jemals spanischen Boden betreten zu haben.
Die allgemeinen Zahlen, basierend auf Daten des Nationalen Statistikinstituts (INE), zeichnen ein ungewöhnliches Bild: In 451 Gemeinden entspricht die CERA-Bevölkerung mindestens 50 % der Wohnbevölkerung; in 220 Gemeinden erreicht sie 75 %; in 123 Gemeinden gibt es gleich viele oder mehr CERA-Wähler als Einwohner; und in 21 Gemeinden verdoppelt sich die Bevölkerung durch Auslandswähler. Die Verteilung ist nicht homogen: Einige argumentieren, dass die Regierung beeinflussen kann, in welche Provinzen Wähler gehen, da sich das Gewicht des CERA auf bestimmte Wahlkreise konzentriert.
Legaler Betrug oder einfache Abwanderung?
Die Interpretation ist nicht einheitlich. Eine Analyseströmung vertritt die Ansicht, dass das Wachstum des CERA nichts mit dem Enkelgesetz zu tun hat, sondern mit der Abwanderung: Gemeinden, die seit Jahrzehnten junge Menschen verlieren, während ältere Einwohner sterben, aber die Ausgewanderten ihre Registrierung beibehalten. In dieser Lesart spiegelt das Auslandsregister die Entvölkerung des Landes wider, keine Wahlmanipulation.
Die Gegenposition betont, dass das Problem nicht das Register selbst sei, sondern die Stimmabgabe: Obwohl die Wahlbeteiligung im Ausland traditionell niedrig ist, kann ein kleiner Prozentsatz gut verteilter Stimmen Sitze in umkämpften Provinzen entscheiden. Das Beispiel der Parlamentswahlen im Juli 2023, bei denen die Auszählung der CERA-Stimmen die parlamentarische Mathematik in mehreren Provinzen veränderte, dient als Warnung vor dem, was kommen könnte. Betrug, so wird argumentiert, braucht keine Millionen gefälschter Stimmzettel; es genügt, einige hundert Stimmen in Bezirken mit minimalem Vorsprung zu verschieben.
Politische Folgen: Separatisten und Regionalparteien sind die ersten Verlierer
Ein Fakt, der kaum hervorgehoben wird: Separatistische und regionalistische Parteien wären am stärksten vom neuen Wählerregister betroffen. Die Logik ist einfach: Auslandswähler neigen dazu, sich auf große nationale Optionen zu konzentrieren, und verwässern das Gewicht der territorialen Formationen. Wenn das CERA weiter wächst, kann sich die Wahlkarte von Regionen wie Katalonien oder dem Baskenland ändern, ohne dass sich ein einziger Einwohner bewegt.
Währenddessen blicken Opposition und Justiz weg. Das Gefühl der Straflosigkeit ist so groß, dass einige Analysen davon ausgehen, dass die Regierung unabhängig vom Ausgang noch lange im Amt bleiben wird. Die einzige Gewissheit ist, dass das Wählerregister von 2026 nicht mehr dem von 2016 ähnelt und das Gesetz, das dies ermöglicht hat, keinen Rückweg zulässt.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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