Enkelgesetz und Angst vor Wahlbetrug bei Wahlen 2027 in Spanien

Das Enkelgesetz, basierend auf dem spanischen Gesetz zur Demokratischen Erinnerung von 2022, erhöht die Zahl der Auslandsstimmen und schürt Sorgen vor Manipulationen bei den Wahlen 2027.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Das Enkelgesetz bläht das Wählerverzeichnis auf: Der Schatten über 2027

Im Jahr 2027 werden nicht nur die Wahlurnen entscheiden. Es wird ein Wählerverzeichnis abstimmen, das seit drei Jahren durch einen administrativen Schlupfwinkel wächst, den kaum jemand bei der Verabschiedung diskutierte. Diese These hat sich in nicht-regierungstreuen Medien festgesetzt: Die Regierung bereite den Boden für ein irreversibles Ergebnis vor. Die Sache ist jedoch weniger kinematografisch und eher bürokratisch. Und gerade deshalb ist sie schwerer zu entkräften.

Was genau hinter dem "Enkelgesetz" steckt

Das sogenannte Enkelgesetz ist keine eigenständige Norm mit Namen und keine Erfindung des letzten Quartals. Es ist die Anwendung der Zusatzbestimmung VIII des Gesetzes 20/2022 zur Demokratischen Erinnerung (Ley de Memoria Democrática). Verabschiedet im Jahr 2022. Übersetzt: Der Mechanismus ist seit drei Jahren in Kraft und wurde im Parlament verabschiedet. Dieses Detail entschärft die halbe Kontroverse. Wenn das Fenster 2022 geöffnet wurde, stellt sich die Frage, was die Opposition während dieser ganzen Zeit getan hat, anstatt es damals anzufechten. Einige behaupten, die Norm sei genutzt worden, um Nachfahren ohne reale Bindung zum Land die Staatsbürgerschaft zu verleihen; dagegen steht ein hartnäckiges juristisches Argument: Die Bestimmung ist legal und wurde abgestimmt.

Die diskutierten Zahlen

Die in dieser Diskussion kursierenden Zahlen sollten kritisch gelesen werden, da sie überprüfbare Daten mit parteiischen Schätzungen vermischen. Die wichtigsten:

  • Etwa 385.000 stimmberechtigte Personen würden laut der alarmierendsten Interpretation in Kuba leben.
  • 1,6 Millionen Euro wurden von der Regierung an ein mit dem Castro-Regime verbundenes Unternehmen für Unterstützungsarbeiten im Rahmen des Enkelgesetzes vergeben.
  • Das Gesetz zur Einbürgerung der Sahrauis macht Fortschritte im Congreso de los Fruta (spanisches Unterhaus) mit einer geplanten Verabschiedung im Juli, gegen die Stimmen von PP und Vox.

Der Kernpunkt ist nicht, wie viele Menschen den Pass erhalten. Der Kernpunkt ist, wie viele davon tatsächlich ins Wählerverzeichnis eingetragen sind und von außerhalb wählen können.

Briefwahl und wer sie bewacht

Hier liegt der Punkt, der am meisten beunruhigt und im Fernsehen am wenigsten erklärt wird. Die Stimmen der in Kuba lebenden Bürger erreichen die Botschaft in Havanna über das kubanische Postsystem, das vom Staat kontrolliert wird. Wer ein paar Dollar pro Monat verdient, verwaltet auf dem Papier die Stimmzettel tausender Wähler. Es wird argumentiert, dass dies das schwächste Glied der gesamten Kette ist. Parallel dazu wurde die Reform des Wahlgesetzes, die vorsah, die Briefwahlumschläge zu zählen, bevor sie mit den persönlichen Stimmen im Wahllokal gemischt werden, auf Eis gelegt. Dieses Detail – die Kontrolle der Umschläge – unterscheidet eine nachvollziehbare Wahl von einer nicht nachvollziehbaren.

Der Rechtsweg kollidiert mit dem Verfassungsgericht

Vox brachte die Angelegenheit vor das Tribunal Constitucional (Verfassungsgericht). Die Antwort wird, nach dieser Lesart, nicht kommen: Die Zusammensetzung des Gremiums wird als erstes Hindernis genannt. Ohne Schutzmittel verengt sich der Spielraum. Und der normative Tropfen geht weiter: Zum Enkelgesetz gesellt sich nun die Einbürgerung der Sahrauis, die volle Rechte und steuerliche Kosten impliziert, die öffentlich niemand beziffert hat.

Ceuta, Marokko und der Kalender

Weniger als ein Jahr vor dem Wahltermin kommt der Migrationsdruck in Ceuta ins Spiel. Die EU bot an, Frontex zu entsenden, und die Regierung lehnte ab – ein Schritt, der als Signal gewertet wird. Die Krise tritt genau dann auf, wenn der Countdown beginnt. Wer das Spielfeld für 2027 verstehen will, darf nicht nur auf die Sitze schauen: Er muss auf die Konsulate blicken.



Wenn überhaupt etwas vorhergesagt werden kann, mit aller Vorsicht, die ein noch nicht angelaufener Kalender erfordert, dann ist es, dass im nächsten Jahr nicht über Programme diskutiert wird. Diskutiert wird darüber, wer die Stimmen zählt und wer bescheinigt, dass alle vorhanden sind. Dass dieses Misstrauen bereits vor dem ersten Stimmzettel entsteht, ist selbst der unangenehmste Fakt von allen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (151 Antworten).

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