Ausländische Patienten in spanischen Notaufnahmen: Die Kosten des Gesundheitskollapses

Ein 78-jähriger Patient aus Bolivien und ein 18-jähriger aus Peru warten seit Wochen in der Notaufnahme und verdeutlichen die Folgen der Kliniküberlastung.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Die „nationale Priorität“ bei zwei Betten in der Notaufnahme

Das öffentliche Gesundheitssystem ist nicht rassistisch, aber seine Kosten scheinen einen Reisepass zu haben. Zumindest behaupten dies die Mitarbeiter des Hospital Puerta de Hierro in Madrid, während sie seit Wochen beobachten, wie ein 78-jähriger bolivianischer Patient mit einem unheilbaren Tumor und ein 18-jähriger peruanischer junger Mann mit geistiger Behinderung in der Notaufnahme feststecken. Ersterer ist seit fast einer Woche dort, letzterer seit 14 Tagen. Dem Bericht zufolge spart die Klinikleitung Kosten, indem sie Patienten ohne Familie bevorzugt, da diese kaum Beschwerde einlegen werden.

Die Bettenkonferenz und der unsichtbare Flaschenhals

Die „Bettenkonferenz“ ist die tägliche Besprechung zwischen der Klinikleitung und den Abteilungsleitern, um zu entscheiden, wer aufgenommen, entlassen oder in der Warteschleife bleibt. In diesem morgendlichen Gremium wird beispielsweise entschieden, dass ein sterbender Patient keinen Betten auf der Station belegen darf, da sein eigentlicher Bestimmungsort ein Krankenhaus für die medizinische Zwischenpflege ist. Das Problem ist, dass Plätze in Fuenfría oder Santa Cristina knapp sind und die Wartelisten in Wochen oder Monaten gemessen werden. So wird die Notaufnahme zum Wartesaal eines sozialen statt eines medizinischen Problems.

Was nicht mit der offiziellen Version übereinstimmt, ist die Anweisung, die unter den Fachkräften kursiert: Bei Migranten ohne Familie und ohne die Möglichkeit, Ansprüche geltend zu machen, verursacht die Wartezeit keinen Aufschrei. Ein spanischer Patient mit Kindern, die jeden Morgen anrufen, werde schneller versorgt, so das informelle Argument des Krankenhauses.

Zwei Sichtweisen auf denselben Fall

Einige interpretieren dies als ein weiteres Symptom der chronischen Überlastung des spanischen öffentlichen Gesundheitssystems, bei dem vor allem ältere Menschen und Sterbende die Leidtragenden sind, unabhängig von ihrer Herkunft. Andere machen direkt das gemischte Management des Puerta de Hierro und die Kürzungen im Gesundheitswesen der Comunidad de Madrid verantwortlich. Manche erinnern daran, dass solche Patienten in anderen europäischen Ländern möglicherweise gar nicht erst behandelt würden.

Die Gegenseite argumentiert, dass es sich in beiden Fällen um Patienten handelt, die die Notaufnahme als Zugang zu sozialen Ressourcen nutzen: Der junge Mann wurde 18 und verließ das Jugendzentrum ohne alternativen Platz; der Bolivianer, blind und desorientiert, kam an, ohne dass jemand bestätigen konnte, dass er keine Familie in Spanien hat. Es gibt sogar Stimmen, die fordern, die Kosten direkt den jeweiligen Regierungen oder Botschaften in Rechnung zu stellen.

Der wirtschaftliche Anreiz, den niemand sehen will

Die *pensión no contributiva* (eine nicht beitragsbasierte staatliche Rente) ist nicht exportierbar: Sie kann nur bei einem Wohnsitz in Spanien bezogen werden. Dieses kaum erwähnte Detail erklärt, warum eine Familie vielleicht lieber möchte, dass der Patient im Krankenhaus bleibt, auch wenn sein Zustand terminal ist. Solange er stationär aufgenommen ist, übernimmt die öffentliche Krankenkasse die Kosten. Wenn er in sein Heimatland zurückkehrt, fällt die Unterstützung weg.

Keiner der beiden Patienten hat genug eingezahlt, um das System zu stützen, und dennoch werden sie versorgt. Die Kosten dieser Versorgung in einer überlasteten Notaufnahme sind schwer zu beziffern. Direkte Kosten konkurrieren mit indirekten: das Bett, das nicht für einen Herzinfarkt frei wird, der wartende Krankenwagen, der chronisch kranke Patient, der ohne Nachsorge nach Hause geschickt wird.

Zudem ist ein Vergleich mit anderen Patienten unvermeidlich. Damit ein in einer anderen Region lebender Spanier in Madrid außerhalb der Notaufnahme behandelt werden kann, ist eine administrative Genehmigung (SIFCO) erforderlich. Diese beiden Patienten, die sich in einer irregulären Situation befinden oder gerade erst ihre Papiere erhalten haben, haben alle Kontrollen umgangen, indem sie einfach durch die Tür traten. Dieser Kontrast begründet einen Großteil der Empörung, die dieser Fall ausgelöst hat.

Eine vorsichtige Vorhersage

Solange die Plätze für die medizinische Zwischenpflege so knapp sind und die Gesundheitspolitik zu einer Waffe zwischen den Verwaltungen wird, werden sich Fälle wie dieser wiederholen. Vielleicht hat der nächste Patient keinen bolivianischen oder peruanischen Pass; vielleicht ist es ein Spanier mit einer minimalen Rente und ohne Kinder. Die Warteliste unterscheidet keine Nationalitäten, wenn das Problem struktureller Natur ist. Oder vielleicht doch, und genau das ist der Skandal, den niemand beim Namen nennen will.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (103 Antworten).

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