Aus Mitleid vermietet: Fünf Jahre kein Geld, keine Räumung

Eine Eigentümerin in La Coruña vermietete ihre Wohnung aus Mitgefühl. Seit fünf Jahren zahlt die Mieterin nicht und kann nicht geräumt werden.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Aus Mitleid vermietet: Fünf Jahre kein Geld, keine Räumung
Aus Mitleid vermietet: Fünf Jahre kein Geld, keine Räumung

Im Jahr 2019 stand eine marokkanische Frau mit ihrer elfjährigen Tochter vor der Tür von Pilar im Zentrum von La Coruña. Sie argumentierte, dass niemand ihr wegen ihrer Herkunft und ihres Kindes eine Wohnung vermiete. Pilars Ehemann, den sie als «sehr einfühlsam» beschreibt, entschied sich, die frisch renovierte Wohnung für 370 Euro monatlich zu vermieten – ein Spottpreis für diese Gegend. Fünf Jahre später ist die Wohnung immer noch besetzt, die Miete unbezahlt und die verwitwete Eigentümerin hat ihre Immobilie nicht zurück. Die Geschichte wurde von Libre Mercado aufgegriffen und kursiert landesweit als Warnung davor, was passiert, wenn Solidarität ohne wasserdichten Vertrag unterschrieben wird.

Vom guten Willen zur Drohung: «Ich mache dir das Leben schwer»

Pilars Bericht folgt einer genauen Chronologie. Im Januar 2020 verlor die Mieterin ihren Job. Noch im selben Jahr starb Pilars Ehemann. Die Eigentümerin, nun ohne das Einkommen des Partners und belastet durch die Kosten der Wohnung, bat die Mieterin um Zahlung oder Übergabe der Schlüssel. Laut ihrem Zeugnis war die Antwort eine explizite Drohung: «Ich werde dir das Leben schwer machen, ich zahle nicht und ich gehe nicht.»

Dieser Satz fasst fünf Jahre Blockade zusammen. Pilar erstattete 2021 Anzeige wegen Mietrückstands. Sie fand heraus, dass die Mieterin wieder arbeitete. Als sie anrief, um die Schulden einzufordern, drohte die Mieterin erneut, sie würde Pilar anzeigen, falls sie sich wieder melde. Solange der Richter es nicht anordne, werde sie nichts zahlen.

Was sagt das Gesetz, wenn der Mieter sich als schutzbedürftig erklärt?

Die Justiz gab Pilar recht und setzte einen Räumungstermin fest. Die Mieterin berief sich auf das während der Regierung von Pedro Sánchez erlassene Dekret gegen Zwangsräumungen und erklärte sich als schutzbedürftig («vulnerable»). Im Jahr 2022 bestätigten die Sozialdienste, dass sie bereits wieder arbeitete und 1.100 Euro monatlich verdiente, weshalb sie sich «nicht mehr in derselben Situation sozialer Ausgrenzung» befand. Der Richter verschob den Termin dennoch nicht.

Das Dokument, das Pilar der Journalistin zeigt, enthält weitere Details: Dieselben Sozialdienste hatten der Mieterin mehrere Wohnalternativen und finanzielle Hilfen angeboten. Die Mieterin lehnte drei Wohnungen ab. Für die Eigentümerin sollte dies ausreichen, um die Räumung anzuordnen. Für das Gericht jedoch nicht.

Die psychischen Kosten unter Marktniveau zu vermieten

Pilar erzählt es ungefiltert: «Muss ich wirklich weiter hinnehmen, dass sie sich über mich lustig macht? Was soll ich tun? Mich vor dem Gericht anketten? Selbstmord begehen?» Diese rhetorische Frage ist kein literarisches Stilmittel. Es ist der mentale Zustand einer Eigentümerin, die erlebt hat, wie ihre gute Tat zu einem fünfjährigen Urteil wurde: besetzte Wohnung, unbezahlte Miete und das Gefühl, dass das System den Schuldner schützt und den Vermieter im Stich lässt.

Der Fall ist kein Einzelfall. In ähnlichen Fällen wurden Wohnungen unter Marktwert an Migrantenfamilien vermietet, die am Ende als überbelegte Slums endeten, mit Zahlungsausfällen ab dem zweiten Monat und Sachbeschädigungen beim Auszug. Der Unterschied hier ist, dass es ein rechtskräftiges Urteil und ein Gutachten der Sozialdienste gibt, und trotzdem erfolgt keine Räumung.

Der Dominoeffekt auf den Mietmarkt

Die zentrale Frage dieses Falls ist wirtschaftlicher Natur, nicht sarracena. Wenn ein Eigentümer seine Wohnung nicht zurückbekommen kann, wenn der Mieter nicht zahlt – selbst wenn dieser Arbeit hat und drei Umsiedlungsangebote ablehnt –, wer wird dann noch vermieten? Die Branche antwortet deutlich: Immer weniger Menschen, und zu höheren Preisen, um das Risiko auszugleichen. Das paradoxe Ergebnis ist, dass politische Maßnahmen zum Schutz schutzbedürftiger Mieter die Mieten für alle Mieter verteuern, einschließlich der Schwächsten.

Einige argumentieren, das Problem liege nicht am Gesetz, sondern in seiner Anwendung: Richter hätten Spielraum, jeden Fall individuell zu bewerten, was hier nicht geschehen sei. Dem gegenüber steht die Auffassung, dass das Anti-Räumungs-Dekret Verletzlichkeit zu einem automatischen Schild gemacht hat, das selbst durch Nachweise über Beschäftigung und Ablehnung von Alternativen kaum zu entkräften ist. Zwischen diesen beiden Lesarten bleibt die verstörende Tatsache, dass Pilar weder ihr Geld noch ihre Schlüssel hat.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (186 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

-
Volver